Bachelorarbeit, 2021
74 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Psychokrieg am Arbeitsplatz – Ausgangspunkte von Mobbing
2.1 Begriffsbestimmung von Mobbing
2.2 Der Phasenmodell von Mobbing nach Leymann
2.3 Das Phasenmodell nach Glasl
2.3.1 Vergleich beider Modelle
2.4 Ursachen von Mobbing
2.4.1 Berufliche und organisatorische Ebene
2.4.2 Persönliche Ebene der Täter und Täterinnen
2.4.3 Persönliche Ebene der Opfer
2.4.4 Die Rolle der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
2.5 Political Correctness
2.6 Plattformen von Mobbing
2.6.1 Bossing - Wenn Vorgesetzte mobben
2.6.2 Bullying – Tyrannei am Arbeitsplatz
2.6.3 Staffing - Wenn MitarbeiterInnen die Vorgesetzten mobben
2.6.4 Cybermobbing
2.6.5 Sexuelle Belästigung
2.6.6 Die Ausdrucksformen von Mobbing
2.7 Auswirkungen von Mobbing
2.7.1 Folgen für das Mobbingopfer
2.7.2 Auswirkungen auf die Einrichtung
2.7.3 Konsequenzen für das private Umfeld
2.7.4 Folgen für die Wirtschaft
2.7.5 Folgen für die Täter/-innen
2.8 Rechtliche Hintergründe bei Mobbing
2.8.1 Rechtlicher Weg der Betroffenen
2.8.2 Rechtliche Betrachtungsweise der Vorgesetzten
3. Präventionsmöglichkeiten durch die Leitungsebene
3.1 Personalmanagement
3.1.1 Aufklärung
3.1.2 Schaffung einer Streitkultur
3.1.3 Mitarbeitergespräche
3.1.4 Personalauswahl
3.1.5 Personalentwicklung
3.1.6 Anlaufstelle für Betroffene
3.2 Führungscoaching
3.3 (Organisations-)Betriebsvereinbarung
4. Interventionsmöglichkeiten durch die Leitungsebene
4.1 Kommunikationspsychologische Betrachtungsweise
4.2 Beweise sichern
4.3 Eingriffe durch die Leitungsebene
4.3.1 Supervision
4.3.2 Abmahnung und Kündigung
4.3.3 Outplacement
4.4 Die Hilfestellung des Facharztes/der Fachärztin und einer Psycho-therapie
4.5.1 Selbsthilfegruppen
5. Mobbing in sozialen Berufsfeldern
5.1 Die Profession soziale Arbeit
5.2 Die Ursachen für soziale Berufe
6. Auswertung von narrativen Interviews
6.1 Qualitative Sozialforschung
6.2 Erster Interviewpartner - Herr H.
6.3 Zweite Interviewpartnerin - Frau K.
6.4 Dritter Interviewpartner - Herr M.
7. Resümee
8. Ausblick
Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, einen professionellen und präventiven Umgang der Leitungsebene mit Mitarbeitern in sozialen Einrichtungen im Kontext von Mobbing zu vermitteln. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Leitungskräfte durch adäquate Instrumente und Maßnahmen Mobbingprozesse erkennen, abwenden oder interventiv entschärfen können.
2.1 Begriffsbestimmung von Mobbing
Der Begriff Mobbing stammt von dem englischen Wort „mob“ ab, das im 18. Jahrhundert im deutschen Sprachgebrauch seinen Platz fand. Die genaue Übersetzung hat mehrere Bedeutungen, wie unter anderem: „Gesindel, Bande, Sippschaft“ – „angreifen, bedrängen, anpöbeln, attackieren“. Den eigentlichen Ursprung findet das Wort aus der lateinischen Bezeichnung „mobile vulgus“ – „aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel, soziale Massengruppierungen mit sehr geringem oder völlig fehlendem Organisationsgrad, in denen triebenthemmte, zumeist zerstörerisch wirkende Verhaltenspotenz vorherrscht“ (vgl. Zuschlag, 2001, S.3). Diese robuste und schlagfertige Bezeichnung verdeutlicht Passagen, die in der heutigen Zeit ähnlich zu dem Begriff Mobbing benutzt werden. Was sich jedoch heute umgangssprachlich zeigt, ist, dass das Wort Stress ähnlich gebraucht wird wie das Wort Mobbing. Die Folge daraus ist, dass das Problem des Mobbings verwässert und nicht als eigenständiges soziales Problem gesehen wird (vgl. Litzchke, 2013, S. 100.). Bei einzelnen Streitigkeiten, einfachen Krisen oder Konflikten, die kurz andauern, spricht man nicht unbedingt gleich von Mobbing. Die Dauer, die Intensität, die Auswirkungen und der gesamte Prozess sind grundlegend dafür, ob man von Mobbing sprechen kann oder nicht. Mobbing hält meistens mehrere Tage, über Wochen bis hin zu Jahren an und kann sich in verschiedensten Formen ausdrücken. Die Dauer von Mobbing kann sich über ein halbes Jahr oder länger und dabei mindestens einmal pro Woche erstrecken.
Nach Leymann beschreibt „der Begriff Mobbing negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen“ (Zit. n. 2006, S. 21). Das ist eine von vielen heutigen existierenden Definitionen. Hinzu kommt, dass die Gefahr am Arbeitsplatz weitaus größer ist als in freiwilligen Verbünden, wie zum Beispiel in Vereinen bzw. Clubs. Im Arbeitsleben ist ein fester Rahmen vorgegeben, in dem alle Beteiligten nicht unbedingt gern zusammen Aufgaben lösen wollen, sondern in einer Zwangsgemeinschaft bzw. Arbeitsgruppe zusammen agieren müssen.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik von Mobbing am Arbeitsplatz, insbesondere in sozialen Einrichtungen, und legt den Fokus auf Ursachen, Folgen, Recht und notwendige Präventionsmaßnahmen.
2. Psychokrieg am Arbeitsplatz – Ausgangspunkte von Mobbing: Dieses Kapitel definiert Mobbing, erläutert Phasenmodelle, identifiziert Ursachen auf verschiedenen Ebenen, beleuchtet Plattformen wie Bossing oder Cybermobbing und zeigt die weitreichenden Auswirkungen auf.
3. Präventionsmöglichkeiten durch die Leitungsebene: Das Kapitel behandelt Instrumente wie Personalmanagement, Aufklärung, Streitkultur, Mitarbeitergespräche, Führungscoaching und Betriebsvereinbarungen zur Vorbeugung von Mobbing.
4. Interventionsmöglichkeiten durch die Leitungsebene: Hier werden Wege aufgezeigt, in bestehende Mobbingfälle einzugreifen, unter anderem durch Kommunikationspsychologie, Beweissicherung, Supervision, Abmahnungen und Outplacement.
5. Mobbing in sozialen Berufsfeldern: Das Kapitel analysiert, warum soziale Berufe besonders anfällig für Mobbing sind, wobei strukturelle Belastungen und Anforderungen der Profession soziale Arbeit diskutiert werden.
6. Auswertung von narrativen Interviews: Dieses Kapitel evaluiert drei persönliche Erfahrungsberichte von Mobbingbetroffenen und gleicht diese mit der zuvor behandelten Theorie ab.
7. Resümee: Hier werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und die Rolle der Leitungsebene als entscheidender Faktor für ein gesundes Arbeitsklima betont.
8. Ausblick: Der Ausblick fordert ein professionelles Vorgehen der Leitungsebene und betont die gesamtgesellschaftliche Verantwortung zur Bekämpfung von Mobbing.
Mobbing, Arbeitsplatz, soziale Einrichtungen, Leitungsebene, Prävention, Intervention, Bossing, Supervision, Mitarbeitergespräche, Konfliktbewältigung, Fürsorgepflicht, psychische Belastung, Personalmanagement, Soziale Arbeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Mobbing in sozialen Berufen und analysiert den professionellen Umgang, den die Leitungsebene gegenüber Mitarbeitern pflegen muss, um dieses Phänomen zu verhindern oder zu bekämpfen.
Die Arbeit umfasst die Begriffsdefinition von Mobbing, theoretische Phasenmodelle (Leymann/Glasl), Ursachenanalysen (beruflich/persönlich), rechtliche Rahmenbedingungen sowie konkrete Präventions- und Interventionsstrategien.
Ziel ist es, ein Verständnis für den Mobbingprozess zu schaffen und Führungskräften Strategien an die Hand zu geben, um einen professionellen, vorbeugenden Umgang mit Mitarbeitern in sozialen Einrichtungen sicherzustellen.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung wurden narrative Interviews mit drei Mobbingbetroffenen geführt, um die Theorie mit den praktischen Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag abzugleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Mobbingdynamik, die Darstellung verschiedener Mobbingformen (wie Bossing oder Cybermobbing), die Analyse rechtlicher Aspekte sowie die Erarbeitung und Erläuterung von Maßnahmen zur Prävention und Intervention durch die Leitungsebene.
Wichtige Begriffe sind Mobbing, soziale Einrichtungen, Prävention, Personalmanagement, Führungscoaching, psychische Gesundheit, Arbeitsklima, Supervision und professioneller Umgang.
Die Arbeit beleuchtet die Political Correctness als Anforderung an soziale Berufe, um diskriminierungsfreie Kommunikation zu gewährleisten und das Bewusstsein für ein wertschätzendes Miteinander zu schärfen.
Laut der Arbeit führen Faktoren wie Personalmangel, Zeitdruck, psychische Belastungen bei anspruchsvollen Tätigkeiten und strukturelle Mängel in sozialen Einrichtungen zu einer erhöhten Mobbinganfälligkeit im Vergleich zu anderen Branchen.
Die Interviews bestätigen die theoretischen Ansätze der Arbeit: In allen drei Fällen fehlte es an einer rechtzeitigen Reaktion der Leitungsebene, wodurch sich Mobbing erst manifestieren konnte und die psychische Gesundheit der Betroffenen erheblich litt.
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