Bachelorarbeit, 2020
64 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Waldbaden
2.2 Der Wald im ICF
2.3 Kernpunkte der Rehabilitation
2.4 Schnittstellen zwischen Prävention und Gesundheitsförderung (PGF) sowie der Rehabilitation
2.5 Forschungsfrage und Hypothesen
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Hintergrund
3.2 Systematische Literaturrecherche
4 Ergebnisse
4.1 Merkmale der Studien
4.2 Messungen
4.2.1 Somatische Messungen
4.2.2 Psychologische Messungen
4.2.3 Umweltbezogene Messungen
4.3 Auswertung
5 Diskussion
5.1 Interpretation der aktuellen Studienlage
5.2 Ausblick und Empfehlungen
5.3 Kritische Würdigung
5.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Waldes für den Einsatz in der medizinischen Rehabilitation durch eine systematische Literaturrecherche. Ziel ist es, evidenzbasierte Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Waldbaden als Intervention zu gewinnen, um Empfehlungen für eine Integration in rehabilitative Behandlungskonzepte abzuleiten und die Förderung von Aktivität und Teilhabe der Patient*innen zu unterstützen.
2.1 Waldbaden
„When people started to practice shinrin-yoku, in the early 1980s, it was based only on common sense and the intuitive idea that being in the beautiful green forests of Japan would be good for us" (Li, 2019, S. 57). So beschreibt Prof. Dr. Li von der Nippon Medical School in Japan, einer der führenden Experten auf dem Gebiet des Waldbadens, die Anfänge dieser Aktivität. 2019 veröffentlichte er das Werk „Into the forest“ und beschreibt dort in dem ersten Kapitel „From a Feeling to a Science“ (Li, S. 57ff) den Entwicklungsprozess des Waldbadens.
Erfunden wurde der Begriff „shinrin-yoku“, in deutscher Sprache „Waldbaden“ (Immich & Schuh, 2019, S. 12), im Jahr 1982 von Akiyama, dem Direktor der „General Agency of Agriculture, Forestry and Fisheries of Japan“ (Li, 2019, S. 57). Dies geschah im Rahmen einer Kampagne zum Schutz des Waldes (Li, 2019, S. 57). Li berichtet im weiteren Verlauf des Kapitels über die Entwicklung dieses Begriffes: „In 1990, a preliminary research group went to Yakushika, […] [which] contains some of Japan’s most pristine forests“ (Li, 2019, S. 61). „That preliminary research trip […] was more a speculative investigation than a scientific inquiry. It was filmed by Japanese television and showed that walking in the forests was associated with improved mood and increased energy“ (Li, 2019, S. 63).
1 Einleitung: Beschreibt das wissenschaftliche Interesse am Waldbaden und führt in die Fragestellung ein, ob das Waldbaden als gesundheitsrelevante Intervention in den deutschen Gesundheitssektor integriert werden könnte.
2 Theoretischer Hintergrund: Erläutert die Ursprünge des Waldbadens, die Einordnung des Waldes als Umweltfaktor im Modell der ICF sowie die Strukturen und Potenziale der medizinischen Rehabilitation.
3 Methodisches Vorgehen: Beschreibt die durchgeführte systematische Literaturrecherche, die Suchstrategie über verschiedene Fachdatenbanken sowie die Ein- und Ausschlusskriterien für die final selektierten Studien.
4 Ergebnisse: Präsentiert und analysiert die Erkenntnisse der 28 ausgewählten Studien hinsichtlich ihrer methodischen Merkmale, somatischer sowie psychologischer Messwerte und der Effektivität verschiedener Interventionsarten.
5 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse, bewertet das Potenzial für die Rehabilitationspraxis kritisch und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze und die praktische Anwendung.
Waldbaden, Shinrin-Yoku, Medizinische Rehabilitation, ICF, Gesundheitsförderung, Prävention, Waldtherapie, systemische Literaturrecherche, psychische Gesundheit, Herzkreislauferkrankungen, Stressbewältigung, Lebensqualität, Interventionsgestaltung, Somatik, Empowerment.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Intervention „Waldbaden“ als wissenschaftlich fundierte Maßnahme in deutschen Rehakliniken zur Unterstützung von Patient*innen eingesetzt werden kann.
Die Arbeitsthemen umfassen die Definition und Geschichte des Waldbadens, die theoretische Verankerung im ICF-Modell, die Analyse aktueller Studien zur Wirksamkeit und die praktische Reflexion innerhalb des Gesundheitssektors.
Die Forschungsfrage lautet: Welches Potenzial bietet der Einsatz des Settings Wald innerhalb von Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation zur Förderung der Aktivität und Teilhabe von Patient*innen und was sind effektive Elemente dieser Intervention?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in Fachdatenbanken wie PubMed, Cochrane Library und BASE durchgeführt, gefolgt von einer inhaltlichen Clusterbildung und quellenbasierten Auswertung der 28 final eingeschlossenen Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, das methodische Vorgehen bei der Literatursuche sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der Studienergebnisse nach somatischen und psychologischen Parametern.
Zentrale Begriffe sind neben Waldbaden und Waldtherapie vor allem medizinische Rehabilitation, ICF, Gesundheitsförderung, Interventionseffekte und Lebenskompetenzen.
Die Auswertung zeigt, dass Waldbaden signifikante Effekte auf die Senkung von Blutdruck und Pulsrate hat sowie die Aktivität des vegetativen Nervensystems, insbesondere des Parasympathikus, steigern kann.
Es wird geschlussfolgert, dass Interventionen, die aus einer Kombination von Gehen, gezielten Aktivitäten und Schulungselementen bestehen, bei Muskel- und Herzkreislauferkrankungen die stärksten Effekte zeigen und langfristig sinnvoll in die Rehabilitationsnachsorge integriert werden könnten.
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