Wissenschaftlicher Aufsatz, 2009
6 Seiten, Note: 1,1
Verstoß gegen das strafrechtliche Analogieverbot
Zum Sachverhalt
Aus den Gründen
Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der richterlichen Auslegung von Straftatbeständen im Hinblick auf das strenge Analogieverbot gemäß Art. 103 Abs. 2 GG. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit die Einordnung eines Kraftfahrzeugs als „Waffe“ im Sinne des § 113 StGB die Grenze zwischen zulässiger richterlicher Interpretation und verbotener Analogie überschreitet.
Verstoß gegen das strafrechtliche Analogieverbot
Das strafrechtliche Analogieverbot ist verletzt, wenn § 113 Abs. 2 Nr. 1 StGB dahingehend ausgelegt wird, dass ein Pkw eine „Waffe“ im Sinne dieser Vorschrift darstellt.
Art. 103 Abs. 2 GG enthält einen strengen Gesetzesvorbehalt, der dem Rechtsanwender nicht nur die Analogie, sondern auch eine über den möglichen Wortsinn hinausreichende Interpretation verbietet. Dies gilt auch für strafschärfende Vorschriften.
Der allgemeine Sprachgebrauch versteht unter Waffen Gegenstände, deren primäre Zweckbestimmung im Angriff oder in der Verteidigung liegt.
Zum Sachverhalt: Der leicht alkoholisierte Bf. wurde wegen zu schnellen, die Vorfahrt nicht beachtenden Fahrens von Polizeibeamten angehalten und kontrolliert. Als einer der Beamten durch das geöffnete Fenster seines Fahrzeugs griff, startete er, um seine Festnahme zu verhindern.
Verstoß gegen das strafrechtliche Analogieverbot: Einführung in die Problematik anhand eines konkreten Fallbeispiels bezüglich der Auslegung des Waffenbegriffs im Strafrecht.
Zum Sachverhalt: Darstellung des zugrunde liegenden Sachverhalts eines Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, der den Anlass für die verfassungsrechtliche Prüfung bot.
Aus den Gründen: Rechtliche Herleitung der verfassungsrechtlichen Maßstäbe für das Bestimmtheitsgebot und das Analogieverbot nach Art. 103 Abs. 2 GG sowie deren Anwendung auf den konkreten Fall.
Analogieverbot, Strafrecht, Art. 103 Abs. 2 GG, Bestimmtheitsgebot, Gesetzesvorbehalt, richterliche Rechtsfortbildung, Waffe, Kraftfahrzeug, StGB, Strafschärfung, Gesetzesauslegung, teleologische Argumentation, Rechtsstaatsprinzip, Normadressat, Tatbestand.
Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtlichen Grenzen richterlicher Strafrechtsauslegung und kritisiert die Ausdehnung des Begriffs „Waffe“ auf Kraftfahrzeuge.
Die zentralen Themen sind das strafrechtliche Analogieverbot, das Bestimmtheitsgebot, die richterliche Gewaltenteilung und die Auslegung von Straftatbeständen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Ausweitung von Strafnormen durch Analogie gegen das Grundgesetz verstößt und die Rechtssicherheit für den Bürger gefährdet.
Es wird eine dogmatische Analyse angewandt, die sich auf den Wortlaut, die historische Entstehung sowie die verfassungsrechtliche Auslegung von Strafnormen stützt.
Im Hauptteil wird erörtert, wie das Bundesverfassungsgericht das Analogieverbot interpretiert und warum eine weite Auslegung von Strafbegriffen zu Lasten des Täters unzulässig ist.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Analogieverbot, Bestimmtheitsgebot, Gesetzesvorbehalt und den Wortsinn als Grenze der richterlichen Interpretation charakterisiert.
Die Arbeit betont, dass Waffen eine primäre Zweckbestimmung zum Angriff oder zur Verteidigung aufweisen, während Kraftfahrzeuge diese Eigenschaft nicht in der geforderten Weise teilen.
Sie beruht auf einer teleologischen Auslegung, die den Wortlaut der Vorschrift überschreitet und damit das Analogieverbot des Art. 103 Abs. 2 GG verletzt.
Der mögliche Wortsinn markiert nach Ansicht des Autors die äußerste Grenze der richterlichen Interpretation und darf nicht durch das Bedürfnis nach Lückenfüllung überschritten werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

