Masterarbeit, 2022
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Thematischer Hintergrund
2.1. Demografischer Wandel und Migration: Betroffenheiten, Folgen und Diskurse
2.2. Die demografischen Perspektive auf Migration und die Kritik an eigeninteressierter Zuwanderung
2.3. Historische Perspektive
3. Theoretische Ansätze, Forschungsstand und Hypothesen
3.1. Bedrohungstheorie
3.2. Kontakttheorie
3.3. Ziel dieser Arbeit
3.4. Hypothesen
4. Daten und Methode
4.1 Daten und Operationalisierung
4.2 Methodisches Vorgehen
5. Ergebnisse
5.1. Deskriptive Ergebnisse
5.2. Random Intercept-Only-Modelle
5.3. Random Intercept-Modelle
5.4. Random Coefficient-Modelle
5.5. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
6. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss der demografischen Bevölkerungsentwicklung auf die individuellen Einstellungen gegenüber Migration in europäischen Ländern. Ziel ist es, zu analysieren, ob demografische Betroffenheit – etwa durch Alterung oder Schrumpfung – als gruppenbedrohender Makrofaktor wirkt und die Haltung der BürgerInnen gegenüber Zuwanderung beeinflusst.
Die Verknüpfung der Diskurse um Demografie und Migration: Zwei Narrative
Mit Blick auf die Diskurse, die die Themen Migration und demografischer Wandel miteinander verknüpfen, werden zwei gegenläufige Narrative parallel zueinander diskutiert. So wird das Thema Migration in der Demografiedebatte von der extremen Rechten aufgegriffen, die im Slogan einer „aktiven Bevölkerungspolitik“ die Forderung einer Geburtenförderung für die Deutschen mit dem Kampf gegen „Masseneinwanderung“ (vgl. Schultz 2019: 161) verbindet, um das „Replacement“ (übersetzt: Austausch) der deutschen Bevölkerung durch „Fremde“ durch eine „Reproduction“, also die Reproduktion der einheimischen Bevölkerung zu verhindern (vgl. ebd.: 162).
In diesen rechten Diskursen wird Migration mit Blick auf den demografischen Wandel als bedrohlich verhandelt, so warnt Tilo Sarrazin in seinem Buch Deutschland schafft sich ab vor „qualitativen Verschiebungen in der Geburtenentwicklung Deutschlands“ und vor einer „Zunahme des Anteils bildungsferner Migranten“ (vgl. Sarrazin 2010: 353). Mit Hilfe seiner antimuslimischen Ansichten entwirft Sarrazin damit eine demografische Dystopie, die seiner Ansicht nach aus der Gleichzeitigkeit demografischer Alterung- und Schrumpfung und unveränderter Zuwanderung resultiere: „Bei unveränderter demografischer Dynamik und unveränderter Einwanderung ist der Islam in Deutschland und Europa langfristig auf dem Weg zur Mehrheitsreligion“ (ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Verflechtung von internationaler Migration und demografischem Wandel in der EU ein und begründet die Relevanz der Untersuchung individueller Einstellungen vor dem Hintergrund konträrer politischer Narrative.
2. Thematischer Hintergrund: Dieses Kapitel erörtert die Diskurse um demografischen Wandel und Migration sowie die historische Entwicklung dieser Thematik in verschiedenen Regionen der EU, insbesondere unter Berücksichtigung osteuropäischer und südeuropäischer Erfahrungen.
3. Theoretische Ansätze, Forschungsstand und Hypothesen: Hier werden zentrale soziologische Theorien, insbesondere die Bedrohungstheorie und Kontakttheorie, dargelegt und daraus Hypothesen für die empirische Analyse abgeleitet.
4. Daten und Methode: Dieser Abschnitt beschreibt die Datengrundlage des European Social Survey (2018), die Operationalisierung der Variablen sowie die methodische Entscheidung für Mehrebenenanalysen.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren schrittweise die deskriptiven Befunde sowie die statistischen Berechnungen der verschiedenen Regressionsmodelle, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen und zu diskutieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass die objektiv messbare demografische Betroffenheit keinen entscheidenden direkten Einfluss auf die Haltung gegenüber Zuwanderung hat, während sozioökonomische Sicherheit eine zentrale Rolle spielt.
Demografischer Wandel, Migration, Europäische Union, Bedrohungstheorie, Kontakttheorie, European Social Survey, Mehrebenenanalyse, Sozioökonomische Sicherheit, Fremdenfeindlichkeit, Bevölkerungsalterung, Bevölkerungsschrumpfung, Diskursanalyse, Integration, Einstellungen, Individuelle Sicherheit.
Die Arbeit untersucht, ob der demografische Wandel – wie Bevölkerungsalterung oder Schrumpfung – in verschiedenen EU-Ländern die Einstellungen der Bevölkerung gegenüber Zuwanderern beeinflusst.
Die zentralen Felder sind die soziologische Migrationsforschung, die Analyse gesellschaftlicher Diskurse um demografische Notwendigkeiten und die Bedeutung persönlicher wirtschaftlicher Unsicherheit.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob eine demografische Betroffenheit eines Landes zu einer positiveren Sicht auf Migration als wirtschaftliche Bereicherung oder zu negativeren Ängsten führt.
Die Autorin verwendet quantitative Mehrebenenanalysen (Multilevel-Modelling) basierend auf den Daten des European Social Survey 2018.
Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze (Bedrohungs- und Kontakttheorie), operationalisiert Variablen auf individueller und Länderebene und testet Hypothesen mittels Random-Intercept- und Random-Coefficient-Modellen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der demografische Wandel, die Bedrohungstheorie, individuelle Sicherheitswahrnehmungen und der Migrationsdiskurs im EU-Vergleich.
Die historische Perspektive dient dazu, die unterschiedlichen Ausgangslagen der EU-Länder (z. B. Transformationserfahrungen in Osteuropa) zu erklären, die heute die Einstellungen zu Migration prägen.
Das Fazit zeigt überraschenderweise, dass die objektiv messbare demografische Betroffenheit eines Landes keinen direkten nachweisbaren Effekt auf die individuelle Haltung gegenüber Zuwanderern ausübt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

