Magisterarbeit, 2002
90 Seiten, Note: 2,4
1. Einleitung
2. Mythen und ihre Funktion
3. Mythenrezeption in Spanien
3.1 Mittelalter (bis 1500)
3.2 Neuzeit
4. Lyrik des Siglo de Oro (Überblick)
4.1 Renaissance
4.2 Barock
5. Warum fiel die Wahl auf Garcilaso und Góngora?
6. Garcilasos mythologische Sonette
6.1 Orpheus-Mythos (Sonett XV „Si quejas y lamentos pueden tanto“)
6.2 Daphne-Mythos (Sonett XIII „A Dafne ya los brazos le crecían“)
6.3 Ironisierung des Leander-Mythos (Sonett XXIX „Pasando el mar Leandro el animoso“)
6.4 Nymphen als Trostspender (Sonett XI „Hermosas ninfas que en el rio metidas“)
7. Góngoras mythologische Sonette
7.1 Liebe als Gefahr
7.1.1 Sonett „La dulce boca que a gustar convida“
7.1.2 Sonett „No destrozada nave en roca dura“
7.2 Orpheus-Variationen
7.2.1 Sonett „Ni en este monte este aire“
7.2.2 Sonett „Herido el blanco pie del hierro breve“
7.3 Pastoraler Diskurs (Sonett „Al tronco Filis de un laurel sagrado“)
8. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit analysiert die Rezeption und Verarbeitung klassisch-mythologischer Stoffe in der spanischen Lyrik des Siglo de Oro am Beispiel der Autoren Garcilaso de la Vega und Luis de Góngora. Ziel ist es, die Funktionen mythologischer Elemente als Ausdruck von Gelehrsamkeit, als didaktisches Mittel sowie als Metapher für persönliche Liebeserfahrungen im Wandel zwischen Renaissance und Barock zu untersuchen.
Orpheus – Mythos: Soneto XV „Si quejas y lamentos pueden tanto“
Zunächst wenden wir uns der Komposition des Sonetts zu. Die beiden Quartette beschreiben als erstes die enorme Einwirkung, die Orpheus´ Klagelieder auf die belebte wie unbelebte Natur haben können; so besitzt er die Kraft Flüsse in ihrem Lauf zu zügeln, enfrenaron el curso de los ríos (V.2), Wälder und Bäume durch seinen Gesang zu bewegen, los árboles movieron con su canto (V. 4), oder gar wilde Tiger und kalte Felsen zu beeinflussen, convertieron a escuchar su llanto los fieros tigres y peñascos fríos (V.5f.). In diesem Zusammenhang wird der berühmte Sänger keinesfalls namentlich genannt. Das lyrische Ich, welches im zweiten Quartett erstmals persönlich auftritt (míos, V.7), beschränkt sich lediglich auf die Darstellung von Orpheus´ Sängerqualitäten und deren Wirkung auf die Umwelt.
In den beiden letzten Versen des zweiten Quartetts wird eine Anspielung auf Orpheus´ Abstieg in die Unterwelt gemacht, bajaron a los reinos del espanto (V.8), wo er nach seiner Frau Eurydike suchte. An dieser Stelle bringt sich das lyrische Ich ins Geschehen ein, indem es seine Lage mit jener des Orpheus vergleicht und dabei das eigene Leid über jenes des thrakischen Sängers stellt, con menos casos que los míos bajaron a los reinos del espanto (V.7f.). Im ersten Terzett steht die Frage, weshalb sein mühseliges Leben (und Werben?) das erhärtete Herz der Geliebten nicht erweichen kann (V.9ff.). Schließlich folgt im zweiten Terzett die Feststellung, daß es schlimmer sei selbst verloren zu sein, als etwas zu verlieren und diesen Verlust zu beweinen (V.12ff.).
1. Einleitung: Definiert den Fokus der Arbeit auf die Verwendung mythologischer Themen in der Lyrik von Garcilaso und Góngora.
2. Mythen und ihre Funktion: Untersucht die Rolle des Mythos als Bildungsmedium und Inspirationsquelle im Wandel der Zeiten.
3. Mythenrezeption in Spanien: Bietet einen geschichtlichen Abriss über die Aufnahme antiker Mythen von der mittelalterlichen Tradition bis ins 15. Jahrhundert.
4. Lyrik des Siglo de Oro (Überblick): Beschreibt die poetischen Tendenzen und den Einfluss des Humanismus in Renaissance und Barock.
5. Warum fiel die Wahl auf Garcilaso und Góngora?: Begründet die Auswahl der beiden Dichter als repräsentative Beispiele für ihre jeweiligen Literaturepochen.
6. Garcilasos mythologische Sonette: Analysiert spezifische Sonette des Autors im Hinblick auf ihre strukturelle und pragmatische Einbettung mythologischer Mythen.
7. Góngoras mythologische Sonette: Untersucht die komplexere und oft dunklere Mythenverarbeitung Góngoras, die eine Abkehr von der renaissancistischen Schlichtheit darstellt.
8. Zusammenfassung der Ergebnisse: Fasst die Erkenntnisse über die unterschiedliche, aber durch den Petrarkismus verbundene Mythenverwendung beider Autoren zusammen.
Siglo de Oro, Garcilaso de la Vega, Luis de Góngora, Mythologie, Metamorphosen, Petrarkismus, Renaissance, Barock, Ovid, Sonett, Lyrik, Literaturgeschichte, Allegorie, Mythosrezeption, Spanien.
Die Magisterarbeit untersucht den Gebrauch und die Funktion klassisch-mythologischer Themen und Figuren in der spanischen Lyrik des Goldenen Zeitalters (Siglo de Oro).
Im Zentrum stehen die poetologische Verwendung von antiken Mythen sowie deren Wandel von der Renaissance-Lyrik hin zum artifiziellen Stil des Barock.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Garcilaso und Góngora mythologische Elemente einsetzten, um ihre poetischen Botschaften zu formulieren und ihre Zugehörigkeit zu den intellektuellen Strömungen ihrer Zeit zu demonstrieren.
Die Arbeit basiert auf einer philologischen Analyse ausgewählter Sonette, wobei insbesondere syntaktische, semantische und pragmatische Aspekte betrachtet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Mythenrezeption und eine detaillierte Einzelanalyse der mythologisch geprägten Sonette beider Autoren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Petrarkismus, Allegorie, Manierismus, Ovid-Rezeption und die spezifische Lyrik-Tradition des 16. und 17. Jahrhunderts in Spanien charakterisieren.
Garcilaso nutzt den Orpheus-Stoff, um sein eigenes Liebesleid in den Vergleich zum tragischen Sänger zu setzen, wobei er oft den Aspekt des leidenden Künstlers in den Vordergrund rückt.
Bei Góngora fungiert die bukolische Natur oft als idealisierter Fluchtpunkt, der jedoch durch die Einbettung mythologischer Figuren mit einer spezifischen Farbmetaphorik und sinnlichen Intensität aufgeladen wird.
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