Magisterarbeit, 2009
167 Seiten, Note: Gut
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzung
2.1. Psychomotorik
2.2. Motologie- Etablierung der Psychomotorik als Wissenschaftsgebiet
2.3. Motopädagogik
2.4. Mototherapie
2.5. Motodiagnostik
3. Entstehung der Motopädagogik
4. Psychomotorische Strömungen im Wandel der Zeit
4.1. Defizitorientierte Ansätze
4.1.1. Psychomotorische Übungsbehandlung (PMÜ)
4.1.2. Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres
4.2. Fähigkeits- oder kompetenzorientierte Ansätze
4.2.1. Kognitivistische Entwicklungstheorie nach Piaget
4.2.2. Gestaltkreis von Weizsäcker
4.2.3. Handlungsorientierter Ansatz
4.2.4. Kindzentrierte psychomotorische Entwicklungsförderung
4.3. Sinnverstehend- dialogische Ansätze
4.4. Ökologisch- systemischer Ansatz
4.5. Prinzip der Salutogenese in der Psychomotorik
5. Grundlagen für die motopädagogische Arbeit mit Kindern
5.1. Soziologische Grundlagen
5.2. Bedeutung und Aspekte von Bewegung
5.3. Prinzipien der Motopädagogik
5.4. Inhalte und Ziele motopädagogischer Erziehung und Förderung
5.4.1. Qualifikationen im Wahrnehmungsbereich
5.4.2. Qualifikationen im Bewegungsbereich
5.4.3. Qualifikation im emotional- sozialen Bereich
6. Anwendungsgebiete der Motopädagogik
6.1. Motorische Frühförderung im Kleinkindalter
6.2. Psychomotorik als Erziehungsprinzip im Kindergarten
6.3. Psychomotorische Förderung im Unterricht
6.4. Psychomotorik in der Kinder- und Jugendhilfe
7. Evaluierung der Effekte psychomotorischer Förderung
8. Untersuchung
8.1. Methodenwahl
8.2. Durchführung
8.3. Auswertung
8.4. Kategoriesystem
8.5. Auswertung und Interpretation der Kategorien
8.5.1. Auswertung der Kategorien der Interviews mit den Leiterinnen
8.5.2. Auswertung der Kategorien der Interviews mit den Müttern
8.6. Vergleich der Ergebnisse
9. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Ziele, Wünsche und Erwartungen von Eltern und KursleiterInnen im Kontext außerschulischer motopädagogischer Angebote zu erforschen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Gruppen miteinander vereinbaren lassen, um Grundlagen für eine verbesserte Zusammenarbeit und Optimierung der Angebote zu schaffen.
1. Einleitung
In einer Zeit, in der es für alles Normen, Regeln und Vorschriften gibt, wird auch die kindliche Entwicklung immer mehr in Abschnitte und Phasen eingeteilt, die ein Kind zu einem genormten Zeitpunkt erreicht und absolviert haben sollte um nicht als „Nachzügler“ oder „entwicklungsverzögert“ bezeichnet zu werden. (vgl. Zimmer, 2006) Gelingt es einem jungen Menschen nicht diesen Normen zu entsprechen wird er oder sie einem Programm unterzogen, welches die Normalität wieder herstellen soll. Neben Psychotherapie für mentale Probleme und Auffälligkeiten, sowie Heilgymnastik und Haltungsturnen für körperliche Auffälligkeiten gibt es seit 1993 in Österreich eine neue Strömung die Entwicklung von Kinder positiv zu beeinflussen.
Motopädagogik- Was ist das? Ein neues Wundermittel, dessen Wirkung von motorischen Unzulänglichkeiten, über Konzentrationsschwächen bis hin zu sozialem Fehlverhalten alles verbessern und positiv beeinflussen kann?
Im Rahmen meiner Ausbildung zur Motopädagogin wurde mir bewusst, dass im Curriculum „Psychomotorische Basisqualifikation Motopädagogik“ zwar Anleitungen zur praktischen Umsetzung vermittelt werden, theoretische wissenschaftliche Hintergrundinformationen sowie Motivationen und Gedanken der Beteiligten weitgehend ausgespart werden. Beobachtungen bei meinen beruflichen Tätigkeiten im Bereich Sport und Bewegung zeigten mir immer wieder, dass Eltern aufgrund missverständlicher Annahmen teilweise überzogene Erwartungen an ein Angebot haben. Daher weiß ich, dass daraus oftmals ein Spannungsverhältnis zwischen Eltern und Leiterin entstehen kann, welches sich wiederum auf die Kinder und das Arbeitsklima auswirkt. Ich kenne die Diskrepanz zwischen „Kunden“ und „Anbieter“ also sozusagen aus nächster Nähe.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Druck auf die kindliche Entwicklung und definiert das Ziel der Arbeit, Erwartungen und Mythen außerschulischer Motopädagogik zu erfassen.
2. Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel klärt die fachlichen Grundlagen und unterscheidet zentrale Begriffe wie Psychomotorik, Motologie, Motopädagogik, Mototherapie und Motodiagnostik.
3. Entstehung der Motopädagogik: Es wird der historische Ursprung der Motopädagogik, insbesondere die Entwicklung der psychomotorischen Übungsbehandlung durch Ernst J. Kiphard, beschrieben.
4. Psychomotorische Strömungen im Wandel der Zeit: Hier werden verschiedene theoretische Ansätze, von defizitorientierten bis hin zu sinnverstehend-dialogischen und ökologisch-systemischen Modellen, systematisch gegenübergestellt.
5. Grundlagen für die motopädagogische Arbeit mit Kindern: Das Kapitel behandelt soziologische Aspekte, die Bedeutung von Bewegung sowie die Prinzipien und Ziele motopädagogischer Erziehung.
6. Anwendungsgebiete der Motopädagogik: Ein Überblick über die vielfältigen Einsatzbereiche von der Frühförderung bis hin zur Kinder- und Jugendhilfe wird gegeben.
7. Evaluierung der Effekte psychomotorischer Förderung: Dieses Kapitel diskutiert Methoden zur wissenschaftlichen Überprüfung der Wirksamkeit motopädagogischer Interventionen.
8. Untersuchung: Der empirische Teil beschreibt die qualitative Forschungsmethode, das Kategoriesystem und die Analyse der durchgeführten Interviews mit Kursleiterinnen und Eltern.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse reflektiert und der zukünftige Forschungsbedarf im Bereich der Marketingstrategien für motopädagogische Angebote hervorgehoben.
Motopädagogik, Psychomotorik, Kindesentwicklung, Elternerwartungen, Qualitative Forschung, Bewegungsförderung, Motologie, Mototherapie, Motodiagnostik, Lernfelder, Sozialkompetenz, Ganzheitlichkeit, pädagogische Intervention, Interaktionsanalyse, Bewegungsalltag
Die Arbeit untersucht das Feld der außerschulischen Motopädagogik mit dem Ziel, die Ziele, Wünsche und Erwartungen der Eltern und der Kursleiterinnen zu erheben und gegenüberzustellen.
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Psychomotorik, die historische Entwicklung der Motopädagogik, verschiedene pädagogische Ansätze sowie eine empirische Analyse der Erwartungshaltungen von Eltern und professionellen Anbietern.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob sich die Zielvorstellungen und Wünsche von Eltern und KursleiterInnen vereinbaren lassen, um so die Zusammenarbeit zu verbessern und Probleme in der Kommunikation zu identifizieren.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Konkret wurden acht Leitfadeninterviews mit Kursleiterinnen und Müttern durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der Fachbegriffe und Strömungen definiert, und einen empirischen Teil, der die Auswertung und Interpretation der geführten Interviews anhand eines Kategoriesystems darstellt.
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Motopädagogik, Psychomotorik, Kindesentwicklung, Elternerwartungen, Bewegungsförderung und qualitative Forschung.
Die Untersuchung zeigt, dass Eltern oft vage Erwartungen an eine allgemeine Förderung ihrer Kinder haben, während Kursleiterinnen sehr spezifische Ansätze verfolgen, die sich jedoch oft nicht in der theoretischen Ausbildung widerspiegeln.
Ein zentrales Problem ist der mangelnde Informationsfluss zwischen Anbieter und Eltern, was bei Letzteren zu einer gewissen Unsicherheit oder zu falschen Erwartungen bezüglich des Angebots führen kann.
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