Masterarbeit, 2009
41 Seiten, Note: magna cum laude
A. Einleitung
B. Rechtslage im Anwendungsbereich des § 42 AO a.F.
I. Der Tatbestand des § 42 AO a.F. im Überblick
II. Kernprobleme auf der Tatbestands- und Konkurrenzebene
1. Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts
a.) Konkretisierung durch die Rechtsprechung
aa.) Merkmal der Unangemessenheit
bb.) Merkmal der Ungewöhnlichkeit
cc.) Subjektives Element der Missbrauchsabsicht
b.) Steuerumgehung
2. Abschirmwirkung des § 42 Abs. 2 AO a.F.
III. Kernprobleme des Verfahrensrechts
1. Korrekturvorschriften
2. Beweislast
IV. Zusammenfassung
C. Rechtslage im Anwendungsbereich des § 42 AO n.F.
I. Tatbestand des § 42 AO n.F.
1. Entstehungsgeschichte im Überblick
a.) Reformüberlegungen des Gesetzgebers
b.) Referentenentwurf vom 16.04.2007
c.) Kabinettsbeschluss vom 8.08.2007
d.) Jahressteuergesetz 2008
2. Struktur der neugefassten Generalklausel
a.) Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts
b.) Missbrauch rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten
aa.) Legaldefinition des Missbrauchs
(1.) Unangemessene rechtliche Gestaltung
(2.) Gesetzlich nicht vorgesehener Steuervorteil
bb.) Umgehung des Steuergesetzes
c.) Konkurrenzen
d.) Rechtsfolge
3. Analyse der Norm
a.) Kodifizierung einer Prüfungsreihenfolge
aa.) Konkurrenzverhältnis zu Einzelsteuergesetzen
(1.) Spezieller Missbrauchstatbestand
(2.) Tatbestand des Einzelsteuergesetzes ist erfüllt
(3.) Tatbestand des Einzelsteuergesetzes ist nicht erfüllt
bb.) Zwischenergebnis
b.) Gesetzliche Definition des Missbrauchsmerkmals
aa.) Begriff der Unangemessenheit
bb.) Begriff des Steuervorteils
cc.) Problematik der Begriffsbildung
dd.) Missbrauchsabsicht
c.) Beweislastverteilung
aa.) „Beweislast“ der Finanzbehörde
bb.) Entkräftung durch den Steuerpflichtigen
cc.) Beachtlichkeit außersteuerlicher Gründe
d.) Korrekturvorschriften
4. Kritische Würdigung der Neuregelung
a.) Überprüfung anhand der Reformziele des Gesetzgebers
b.) Auswirkungen auf die Rechtspraxis
5. AEAO zu § 42
a.) Prüfungsreihenfolge
b.) Missbrauchstatbestand
c.) Beweislastverteilung
6. Zwischenergebnis
II. Auswirkungen auf das Steuerstrafrecht
D. Zusammenfassung/Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Neufassung des § 42 AO durch das Jahressteuergesetz 2008. Ziel ist es, die alte und neue Rechtslage im Hinblick auf den Tatbestand des Gestaltungsmissbrauchs zu vergleichen und zu analysieren, ob die gesetzgeberische Intention einer effektiveren Missbrauchsbekämpfung durch die Neuregelung erreicht wurde und welche praktischen Konsequenzen sich daraus ergeben.
II. Kernprobleme auf der Tatbestands- und Konkurrenzebene
Von zentraler Bedeutung für den Anwendungsbereich des § 42 AO a.F. war, wann eine Steuerumgehung durch den Missbrauch rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten vorliegt. Die Rechtsprechung des BFH hat insoweit für die Praxis handhabbare Abgrenzungskriterien entwickelt. Daneben waren Bedeutung und Reichweite des § 42 Abs. 2 AO a.F. problematisch.
1. Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts
Der Tatbestand des § 42 Abs. 1 Satz 1 AO a.F. setzt voraus, dass ein Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts vorliegt. Eine Legaldefinition enthält § 42 AO a.F. insoweit nicht. Es bedurfte deshalb der Auslegung und Konkretisierung durch die Rechtsprechung.
a.) Konkretisierung durch die Rechtsprechung
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH lag ein Gestaltungsmissbrauch vor, wenn „eine Gestaltung gewählt wird, die – gemessen an dem erstrebten Ziel – unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gründe nicht zu rechtfertigen ist“. Dabei wurde entscheidend auf die wirtschaftliche Zielsetzung unter Berücksichtigung objektiver Umstände abgestellt. Eine missbräuchliche Gestaltung wurde angenommen, wenn „verständige Parteien in Anbetracht des wirtschaftlichen Sachverhalts, insbesondere des wirtschaftlich erstrebten Ziels“, eine solche Gestaltung als unpassend nicht wählen würden.
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Gestaltungsmissbrauchs ein und stellt den Kontext der Neufassung des § 42 AO durch das Jahressteuergesetz 2008 dar.
B. Rechtslage im Anwendungsbereich des § 42 AO a.F.: Dieses Kapitel analysiert die alte Rechtslage, insbesondere die durch die BFH-Rechtsprechung geprägten Tatbestandsmerkmale und die Problematik der Abschirmwirkung gegenüber Spezialvorschriften.
C. Rechtslage im Anwendungsbereich des § 42 AO n.F.: Hier wird die neue Rechtslage detailliert untersucht, beginnend bei der Entstehungsgeschichte bis hin zur kritischen Analyse der neuen Legaldefinition und der geänderten Beweislastverteilung.
D. Zusammenfassung/Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Neuregelung weder zu mehr Klarheit noch zu einer signifikanten Effektivitätssteigerung geführt hat.
§ 42 AO, Gestaltungsmissbrauch, Steuerumgehung, Jahressteuergesetz 2008, Steuervorteil, Unangemessenheit, Beweislast, Generalklausel, Missbrauchsabsicht, Spezialgesetz, Rechtsangleichung, BFH-Rechtsprechung, Steuerpflicht, Finanzverwaltung, Rechtsklarheit
Die Arbeit analysiert den Vergleich zwischen der alten und der neuen Rechtslage des § 42 AO, welcher durch das Jahressteuergesetz 2008 grundlegend neu gefasst wurde, um Steuerumgehungen wirksamer zu bekämpfen.
Im Zentrum stehen die Tatbestandsmerkmale des Gestaltungsmissbrauchs, die Rolle der Rechtsprechung, die neue Legaldefinition des Missbrauchs sowie die praktische Anwendung der neuen Beweislastregelungen.
Das Ziel ist eine kritische Prüfung der Neufassung des § 42 AO dahingehend, ob der Gesetzgeber sein rechtspolitisches Ziel einer "Präzisierung und Effektuierung" der Missbrauchsbekämpfung tatsächlich erreichen konnte.
Die Untersuchung erfolgt anhand der klassischen juristischen Methodenlehre, unter Einbeziehung von Gesetzesmaterialien, finanzwissenschaftlicher Literatur und der relevanten höchstrichterlichen Rechtsprechung des BFH.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rechtslage vor und nach der Neufassung, wobei insbesondere Konkurrenzfragen zu Einzelsteuergesetzen, die Beweislastverteilung und die Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe diskutiert werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind § 42 AO, Gestaltungsmissbrauch, Steuervorteil, Beweislastumkehr und das Verhältnis von Generalklausel zu Spezialvorschriften.
Die Arbeit stellt fest, dass § 42 Abs. 2 Satz 2 AO n.F. eine partielle Beweislastumkehr enthält, die den Steuerpflichtigen stärker belastet, da dieser nun außersteuerliche Gründe nachweisen muss, was als Verschärfung der Rechtslage bewertet wird.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die geplante Korrektur der BFH-Rechtsprechung durch den Gesetzgeber weitgehend gescheitert ist und spezialgesetzliche Normen weiterhin eine Sperrwirkung gegenüber der allgemeinen Generalklausel entfalten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

