Diplomarbeit, 2003
130 Seiten, Note: 3
1. Don Juan im Zentrum literarischen Schaffens – Ein historischer Überblick
1.1. Spanien im 17. Jahrhunderts als Ausgangspunkt für eine zeitlose Figur: Tirso de Molinas „Burlador de Sevilla y Convidado de Piedra“
1.2. Molières „Dom Juan ou le Festin de pierre“
1.3. Lorenzo Da Ponte / Wolfgang Amadeus Mozart: Il dissoluto punito o sia Il Don Giovanni
1.4. Don Juan im 19. Jahrhundert – Hoffmann, Byron, Grabbe, Puschkin, Lenau
1.5. Don Juan im 20. Jahrhundert
1.5.1. Ödön von Horváth: „Don Juan kommt aus dem Krieg“
1.5.2. Max Frisch: „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“
2. Zeitgenössische Beiträge zur Don-Juan-Figur. Ausgewählte Beispiele
2.1. Erich Wolfgang Skwara: „Pest in Siena“
2.1.1. Autor und Rezeptionsdokumente
2.1.2. „Pest in Siena“
2.2. Peter-Paul Zahl: „Don Juan oder Der Retter der Frauen“
2.2.1. Autor und Rezeptionsdokumente
2.2.2. „Don Juan oder Der Retter der Frauen. Eine Komödie nach Motiven von Tirso de Molina“
2.3. Ernst Raser: „Herr Johann. Don Juan aus Wien“
2.3.1. Autor und Rezeptionsdokumente
2.3.2. „Herr Johann. Don Juan aus Wien“
2.4. Siegfried Obermeier: „Don Juan. Der Mann, den die Frauen liebten“
2.4.1. Autor und Rezeptionsdokumente
2.4.2. „Don Juan. Der Mann, den die Frauen liebten“
2.5. Hanns-Josef Ortheil: „Die Nacht des Don Juan“
2.5.1. Autor und Rezeptionsdokumente
2.5.2. „Die Nacht des Don Juan“
3. Persönliche Assoziationen zur Figur Don Juan. Eine Umfrage
3.1. Interpretation und Bewertungen der Statistiken
3.2. Zusammenfassung und abschließende Kommentare zu den Interviews
4. Zusammenschau der zeitgenössischen Don-Juan-Figuren mit den Ergebnissen der Umfrage
Die Diplomarbeit untersucht die literarische Gestaltung des Don-Juan-Mythos in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur um 2000 und setzt diese in Bezug zu den persönlichen Assoziationen und Vorstellungen der breiten Öffentlichkeit, die mittels einer breit angelegten Umfrage erhoben wurden.
1.1. Spanien im 17. Jahrhunderts als Ausgangspunkt für eine zeitlose Figur: Tirso de Molinas „Burlador de Sevilla y Convidado de Piedra“
Tirso de Molina, 1584 als Gabriel Téllez in Madrid geboren, gilt als der „Schöpfer“ des Don Juan10, wobei er bei der Konstruktion seiner Figur auf überlieferte Motive und Legenden zurückgriff, die sowohl den Verführer aus Sevilla als auch das Motiv der redenden Statue unabhängig voneinander thematisierten. „Motivgeschichtlich gesehen, liegt das Verdienst Tirsos darin, daß er die beiden Themenkreise endgültig miteinander verband und das Leben Don Juans mit dem furchtbaren Strafgericht Gottes, das der steinerne Gast – Don Gonzalo de Ulloa – vollzieht, enden läßt.“11 Tirsos ‚comedia’ ist gemäß den gesellschaftlichen Normen seiner Zeit sowohl von katholischen Moral- und Bußebegriffen als auch den sozialen Kategorien „Rang“ und „Ehre“ geprägt.
Der „Burlador de Sevilla“ ist unter diesem Gesichtspunkt ein charakteristisches Stück der spanischen Literatur des 17. Jahrhunderts, die „geradezu eine Kasuistik der Ehre entwickelt [hat]. […] Die Ehre der Frau ist vor der Heirat auf ihre Unschuld reduziert, auf einen makellosen Ruf, den auch nicht die Spur eines Verdachts beflecken darf. Heirat oder das Blut des Verführers allein könnten den Makel wieder abwaschen.“12 Tirsos Don Juan befördert sich durch die Wahl seiner Sexualpartnerinnen immer wieder mitten in das Minenfeld von dramatischen Entehrungen, denn die Ehre des Mannes ist nicht nur durch sein eigenes Handeln definiert, vielmehr entehrt ihn auch „[…] die Treulosigkeit seiner Braut oder Frau – ja der bloße Verdacht raubt ihm seine Ehre.“13
1. Don Juan im Zentrum literarischen Schaffens – Ein historischer Überblick: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss der Entwicklung der Don-Juan-Figur in der Weltliteratur, von den spanischen Ursprüngen bis hin zu Variationen im 20. Jahrhundert.
2. Zeitgenössische Beiträge zur Don-Juan-Figur. Ausgewählte Beispiele: Hier werden spezifische zeitgenössische Werke analysiert, um zu zeigen, wie die Figur an der Wende zum 21. Jahrhundert literarisch neu interpretiert wird.
3. Persönliche Assoziationen zur Figur Don Juan. Eine Umfrage: Dieser Teil dokumentiert die methodische Herangehensweise und die Ergebnisse einer empirischen Umfrage, bei der das Bild der Bevölkerung von Don Juan in verschiedenen Alters- und Berufsgruppen untersucht wurde.
4. Zusammenschau der zeitgenössischen Don-Juan-Figuren mit den Ergebnissen der Umfrage: Das letzte Kapitel führt die Ergebnisse der Literaturanalyse und der Umfrage zusammen, um Diskrepanzen und Übereinstimmungen zwischen literarischer Darstellung und öffentlicher Wahrnehmung zu diskutieren.
Don Juan, Weltliteratur, Literaturgeschichte, Don Giovanni, Mythos, Rezeptionsanalyse, Zeitgenössische Literatur, Verführer, Erotik, Geschlechterrollen, Literaturumfrage, Identitätsfindung, Maskerade, Soziokulturelle Prägung, Motivgeschichte
Die Arbeit untersucht, wie sich die literarische Figur des Don Juan über Jahrhunderte entwickelt hat und wie sie von der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur sowie der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird.
Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Analysen klassischer und zeitgenössischer Don-Juan-Adaptionen mit einer empirischen Umfrage, um gesellschaftliche Vorstellungsbilder und Klischees aufzudecken.
Das Ziel ist es, den "Mythos Don Juan" im zeitgenössischen Kontext zu hinterfragen und zu ergründen, ob ein substantieller Unterschied zwischen der literarischen Ausgestaltung der Figur und dem Bild besteht, das sich das allgemeine Publikum von ihr macht.
Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Werke mit einer quantitativen Umfrage unter 200 Personen, um ein umfassendes Bild der Rezeptionsgeschichte zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, die detaillierte Besprechung zeitgenössischer Romane (u.a. von Skwara, Zahl, Raser, Obermeier und Ortheil) sowie die Auswertung der Umfragedaten.
Don Juan, Weltliteratur, Mythos, Rezeptionsanalyse, Zeitgenössische Literatur, Erotik und Geschlechterrollen sind die zentralen Begriffe.
Die Umfrage zeigt, dass Filmfiguren und Schauspieler wie Johnny Depp oder Antonio Banderas das Bild der Öffentlichkeit von Don Juan maßgeblich prägen und oft sogar das literarische Wissen verdrängen.
Die Befragten zeichnen überwiegend ein positives Bild: Don Juan gilt ihnen als attraktiver Verführer und Träumer, wobei die negative Konnotation als Verbrecher oder Lüstling in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich hinter das idealisierte Heldenbild zurücktritt.
Während die Literatur Don Juan oft als reflektierende, melancholische oder in einer Identitätskrise steckende Figur darstellt, empfindet die breite Öffentlichkeit ihn als eine reale, historisch greifbare und attraktive Gestalt, die kaum mit komplexen philosophischen Problemen assoziiert wird.
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