Magisterarbeit, 2007
158 Seiten, Note: 1,5
1. EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG: POP UND LITERATUR
1.2 VORGEHENSWEISE UND FRAGESTELLUNG
1.3 FORSCHUNGSSTAND
2. LESARTEN DES POPULÄREN VOR 1968
2.1 KRITISCHE THEORIE: DER TOD DER KUNST
2.1.1 Die Neuberwertung der Kunst
2.1.2 Die manipulierende Kunst
2.2 ANTIKUNST: DIE WIEDERGEBURT DER KUNST
2.2.1 Die künstliche Kunst
2.2.2 Die filmische Kunst
2.3 EXKURS: ZUM UMGANG MIT POP IN DEN CULTURAL STUDIES
3. GRENZVERSCHIEBUNGEN
3.1 POSTMODERNE LITERATUR
3.1.1 Pluralität und Oberfläche
3.1.2 Der Tod des Autors
3.1.3 Postmoderne, Popliteratur und 1968
3.2 LITERATURDEBATTEN
3.2.1 Wozu Dichter?
3.2.2 Die Demokratisierungsthese
3.2.3 Die Faschismusthese
3.2.4 Angriff aufs Monopol
3.3 PRODUKTIVE REZEPTION BEI ROLF DIETER BRINKMANN
3.3.1 Der Film in Worten
3.3.2 Materialaufnahme
3.3.3 Janusköpfigkeit des Pop
3.4 BESTANDSAUFNAHME
4. VERORTUNG
4.1 ATYPISCHER SCHRIFTSTELLER
4.2 LITERATUR VON UNTEN
4.3 NEUE LITERATUR
4.3.1 Alltag, Populärkultur und Enthierarchisierung
4.3.2 Essays und Kolumnen I: „New Criticism“
4.3.3 Essays und Kolumnen II: Neue Vorbilder
5. TECHNIK DES WIDERSTANDS: CUT-UP-PROSA
5.1 ATYPISCHE PROSA
5.2 DISKUSSION: DIE METALITERARISCHE EBENE
5.2.1 Der vorkonditionierte Rezipient
5.2.2 Räume, Diskurse, Auswege
5.3 UMSETZUNG: DIE CUT-UP-EBENE
5.3.1 Dekonditionierung durch „snapshots“
5.3.2 Dekonditionierung durch Integration des Zufalls
6. SCHEINAFFIRMATION: LYRIK
6.1 ATYPISCHE LYRIK
6.2 STILLSTAND UND RESIGNATION
6.3 DESTRUKTION DES POP
6.3.1 Die große Hoffnung im Populären
6.3.2 Die falschen Versprechungen der Popkultur
6.3.3 Vergleich der Lyrik Brinkmanns und Fausers
7. POP AUF DER DARSTELLUNGSEBENE: ROHSTOFF
7.1 REZEPTION
7.2 TYPISCHE PROSA
7.2.1 Topos und Zeit
7.2.2 Allgemeinverbindlichkeit
7.2.3 Alltagssprache
7.3 MEDIENREFLEXION
7.3.1 Musik
7.3.2 Werbung/Marken
7.4 UNTERWEGSSEIN
7.4.1 Die Stadt als Mittelpunkt des Unterwegs
7.4.2 Gegensatzpaar Stadt/Land
7.4.3 Unter dem Pflaster - der Strand
7.5 INDIVIDUALITÄT UND AUßENSEITERDASEIN
7.5.1 Ich-Zentrierung
7.5.2 Entfremdung
7.6 KULTURKRITIK
7.6.1 Politische Revolution
7.6.2 Revolution im Kleinen
7.6.3 Gegen- und Gegengegenkultur
8. FAZIT
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, das literarische Werk von Jörg Fauser im Kontext der Popliteratur zu verorten und zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Fauser die theoretischen Überlegungen von Akteuren wie Susan Sontag, Leslie A. Fiedler und Rolf Dieter Brinkmann zu Pop, Literatur und Postmoderne aufgreift und wie sich sein Verständnis einer „neuen Literatur“ in Abgrenzung zu tradierten Literaturvorstellungen und einer konservativen Kulturkritik manifestiert.
3.1.2 Der Tod des Autors
Diese Doppelkodierung ist zugleich als Chance für den Leser zu verstehen, der im Zuge dessen zum „Co-Autor“ wird. Der Text bietet dem Rezipienten verschiedene Lesarten an, er macht Angebote an den Leser, der sich als Kenner an der gesamten Bandbreite der popkulturellen Referenzen erfreuen kann, sie mit eigenen Erfahrungen abgleicht, gedanklich weiter schreibt, Genreüberschneidungen wahrnimmt und dadurch seine Kompetenz als Leser ausgeschöpft sieht.
„Der postmoderne Text, verbal oder nicht, lädt ein zur Performanz: er will geschrieben, verändert, beantwortet, ausgelebt werden, und ein großer Teil postmoderner Kunst bezeichnet sich ausdrücklich als Performanz und überschreitet damit die Genre-Abgrenzungen.“
Die Suche nach dem einen wahren Sinn, die einstige Aufgabe der Literaturwissenschaft einen Text „auszulegen“ und durch detaillierte Analyse seinen Sinn sichtbar zu machen, ist in der Postmoderne, wie es Sontag prophezeite, obsolet geworden. Der Rezipient flieht endgültig vor der Interpretation und bearbeitet einen Text nicht mehr nach literaturwissenschaftlichen Analysemethoden, sondern versucht nunmehr seine Multiplizität herauszuarbeiten – er erfährt einen Text.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Komplexität des Begriffs Popliteratur und stellt die Forschungsfragen sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit dar.
2. LESARTEN DES POPULÄREN VOR 1968: Dieses Kapitel analysiert die kulturtheoretischen Grundlagen der Popkultur vor den Umbrüchen der späten 1960er Jahre, insbesondere durch die Kritische Theorie und erste Ansätze der Cultural Studies.
3. GRENZVERSCHIEBUNGEN: Hier wird der Begriff der postmodernen Literatur im Kontext der Literaturdebatten von 1968 und der produktiven Rezeption von Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann theoretisch fundiert.
4. VERORTUNG: Dieses Kapitel betrachtet Jörg Fauser als "atypischen Schriftsteller", der sich durch die heterogene Nutzung verschiedener Medien und Genres einer klassischen Kategorisierung entzieht.
5. TECHNIK DES WIDERSTANDS: CUT-UP-PROSA: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifische Schreibtechnik der Cut-Up-Prosa bei Fauser als Methode zur Dekonditionierung und metaliterarischen Kritik.
6. SCHEINAFFIRMATION: LYRIK: Das Kapitel untersucht Fausers Lyrik, die sich kritisch mit der Warenförmigkeit der Popkultur auseinandersetzt und deren Janusköpfigkeit offenlegt.
7. POP AUF DER DARSTELLUNGSEBENE: ROHSTOFF: Diese detaillierte Analyse widmet sich dem Roman Rohstoff als Schlüsselwerk, das verschiedene popliterarische Themenkomplexe wie Alltag, Unterwegssein und Kulturkritik vereint.
8. FAZIT: Das Fazit resümiert die Entwicklung von Fausers Werk im Vergleich zur heutigen Popliteratur und bewertet dessen subversiven Charakter.
Jörg Fauser, Popliteratur, Postmoderne, Cut-Up, Literaturtheorie, Rolf Dieter Brinkmann, Subversion, Literaturdebatten 1968, Kritische Theorie, Kulturindustrie, Rohstoff, Schreibtechnik, Gegenkultur, Medienreflexion, Autorenschaft.
Die Arbeit untersucht das literarische Werk von Jörg Fauser im Licht der Popliteratur und analysiert, wie Fauser durch eigene Schreibweisen und Medientechniken eine kritische Distanz zur tradierten Hochkultur und zur zeitgenössischen Populärkultur aufbaut.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Pop und Literatur, die Auswirkungen der Postmoderne auf das Schreiben, die Funktion von Literatur in der Gesellschaft sowie die Analyse spezifischer literarischer Techniken wie dem Cut-Up.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jörg Fauser durch eine spezifische "neue Literatur" gesellschaftliche Machtapparate und deren Diktat in der Sprache subversiv unterwandert und dabei eigene, authentische Lesarten jenseits der Hochkultur anbietet.
Die Arbeit nutzt kulturwissenschaftliche Ansätze, Literaturdebatten der 1960er Jahre sowie eine textnahe Analyse von Fausers Frühwerk, Lyrik und seinem Roman Rohstoff vor dem Hintergrund einschlägiger Literaturtheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Pop, Postmoderne, Literaturdebatten) und die praktische Analyse von Fausers Werken, von der frühen experimentellen Cut-Up-Prosa über die Lyrik bis hin zur linearen Prosa in Rohstoff.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jörg Fauser, Popliteratur, Subversion, Cut-Up, Literaturkritik und Postmoderne charakterisiert.
Im Gegensatz zu vielen heutigen Pop-Autoren, die oft bei einer rein nostalgischen oder affirmativen Darstellung stehen bleiben, nutzt Fauser popkulturelle Elemente stets als Ausgangspunkt für eine scharfe Kritik und als Möglichkeit, herrschende Strukturen und Ideologien durch eine radikale, experimentelle Schreibweise zu dekonstruieren.
Rohstoff dient als Schlüsseltext, in dem Fauser seine Erfahrungen als Schriftsteller, seine Kritik an der 68er-Bewegung und seine Auseinandersetzung mit der Literaturwelt autobiographisch reflektiert und damit ein Manifest einer neuen Literaturgarde schafft.
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