Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten
1. Einleitung
2. Vom Sozialistengesetz bis zur Vereinigung der Freien Gewerkschaften auf dem Halberstädter Kongress 1892
2.1 Das Sozialistengesetz
2.2 Die gesellschaftspolitischen Folgen für die Freien Gewerkschaften
2.3 Der Halberstädter Kongress 1892
3. Arbeit und Kapital vor 1914
3.1 Die wilhelminische Arbeiter- und Sozialpolitik
3.2 Die Gründung von Arbeitgeberverbänden
3.3 Tarifverträge
3.4 Die Gewerkschaften im innerverbandlichen Spannungs-verhältnis
4. Der 1. Weltkrieg
4.1 Burgfrieden
4.2 1915: Kriegsausschuss für die Metallbetriebe Groß-Berlins
4.3 Hilfsdienstgesetz (HDG), 1916
4.4 Die Entfremdung eines Teiles der Arbeiterschaft von den Freien Gewerkschaften
5. Das Stinnes-Legien-Abkommen / Die Zentralarbeitsgemeinschaft (ZAG) [November 1918]
5.1 Die Zentralarbeitsgemeinschaft (ZAG)
5.2 Grundlagen der ZAG
5.3 Die Haltung der Gewerkschaften
5.4 Kritik an der ZAG
5.5 Zur Beurteilung des ZAG-Abkommen
5.6 Carl Legien: Theorien & Ideen vom Klassenkampf
5.7 Eingliederung des Themas in den Forschungsstand
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Verhältnis und den Wandel der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften im Deutschen Kaiserreich bis zum Stinnes-Legien-Abkommen im November 1918, wobei insbesondere der Einfluss von Carl Legien und die Entwicklung der Sozialpartnerschaft analysiert werden.
3.2 Die Gründung von Arbeitgeberverbänden
Wie oben bereits thematisch aufgegriffen, benutzten die Unternehmer verschiedene Strategien, um auf die Arbeitskämpfe der Arbeitnehmer – insbesondere die Arbeitskampfform des Streiks – zu reagieren. Gängige Praxis war es, die Streikenden auf schwarze Listen zu setzen, einhergehend mit einem Ausschluss vom Betrieb. Da die Arbeitgeber oftmals am sprichwörtlichen längeren Hebel saßen, war diese Praxis sehr erfolgreich, da den lokalen gewerkschaftlichen Verbänden zwangsläufig irgendwann das Geld ausgehen musste, mit denen die Streikenden finanziell unterstützt wurden. Doch nachdem die Gewerkschaften seit 1892 finanziell potenter geworden waren, griffen die Unternehmer das Verbandsprinzip der Gewerkschaften auf und gründeten ihrerseits Verbände, nämlich die Arbeitgeberverbände.
Die ersten Arbeitgeberverbände wurden als Reaktion auf einen aktuellen Streik gegründet, sodass sie den Charakter von Anti-Streikverbänden besaßen.
Ab 1903/1904 – Ausgangspunkt hierfür war der Streik der Textilarbeiter im sächsischen Crimmitschau - gründeten sich flächendeckend im Reichsgebiet die Arbeitgeberverbände, die allerdings in den Anfangsjahren eher den Charakter von Anti-Streikverbänden besaßen und zudem eine sehr kurze Lebenserwartung hatten.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern und führt in die zentralen Fragestellungen und die Struktur der Untersuchung ein.
2. Vom Sozialistengesetz bis zur Vereinigung der Freien Gewerkschaften auf dem Halberstädter Kongress 1892: Dieses Kapitel behandelt die Unterdrückung der Arbeiterbewegung durch das Sozialistengesetz und die anschließende organisatorische Konsolidierung auf dem Halberstädter Kongress.
3. Arbeit und Kapital vor 1914: Hier werden die zunehmende Organisierung der Arbeitgeber, die Einführung von Tarifverträgen und das innerverbandliche Spannungsgefüge der Gewerkschaften vor dem Ersten Weltkrieg analysiert.
4. Der 1. Weltkrieg: Das Kapitel untersucht die Auswirkungen des Burgfriedens auf die gewerkschaftliche Arbeit, den Kriegsausschuss in Berlin und das Hilfsdienstgesetz sowie die zunehmende Entfremdung der Basis.
5. Das Stinnes-Legien-Abkommen / Die Zentralarbeitsgemeinschaft (ZAG) [November 1918]: Der Fokus liegt auf der Gründung der ZAG, ihrer Bedeutung für die Sozialpartnerschaft, der Rolle Carl Legiens und der Kritik an dieser neuen Kooperation.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung des ZAG für die spätere Entwicklung der Sozialpartnerschaft in der Bundesrepublik.
Gewerkschaften, Freie Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Sozialistengesetz, Stinnes-Legien-Abkommen, Zentralarbeitsgemeinschaft, ZAG, Carl Legien, Erster Weltkrieg, Tarifverträge, Sozialpartnerschaft, Arbeiterbewegung, Klassenkampf, Burgfrieden, Mitbestimmung
Die Arbeit analysiert das historische Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Unternehmern in Deutschland von der Zeit des Sozialistengesetzes bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.
Im Mittelpunkt stehen die gewerkschaftliche Organisation, der Einfluss staatlicher Repressionen, die Etablierung von Arbeitgeberverbänden und der Aufbau der Sozialpartnerschaft.
Es wird untersucht, wie sich das Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital wandelte und welche Rolle das Stinnes-Legien-Abkommen für die Integration der Arbeiterschaft spielte.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur zur Gewerkschaftsgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Unterdrückung, die Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg, die Rolle der Gewerkschaften während des Krieges und die Etablierung der Zentralarbeitsgemeinschaft.
Die zentralen Begriffe sind Gewerkschaften, ZAG, Carl Legien, Sozialpartnerschaft und Klassenkampf.
Carl Legien war über 30 Jahre lang der führende Kopf der Generalkommission und trieb eine Strategie der Integration der Arbeiterschaft in den Staat sowie der Zentralisierung der Gewerkschaften voran.
Es handelt sich um ein wegweisendes Vertragswerk vom November 1918, das erstmals eine institutionalisierte Form der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften festschrieb.
Weil sie den Grundstein für die heute bekannte Form der Mitbestimmung und den sozialen Konsens legte, indem sie die Gewerkschaften als gleichberechtigte Vertreter der Arbeitnehmer anerkannte.
Die Gewerkschaftsführung wollte eine drohende Revolution von unten vermeiden und durch eine geordnete Interessenvertretung langfristige sozialpolitische Erfolge für die Arbeiterschaft sichern.
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