Bachelorarbeit, 2019
63 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Die genuin nationalsozialistische Jugendliteratur – eine quellenkritische Betrachtung
3. Praktiken zur Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur
3.1. Exklusion und Inklusion
3.2. Das Heimat-Ideologem
3.3. Zelebration der „Volksgemeinschaft“ und „Gemeinschaftserleben“
3.4. Das Führer-Gefolgschafts- und Dienst-Ideologem
3.5. Verbalisierung der „Volksgemeinschaft“
4. Die Jugendlichen als Teil der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur
4.1. Die Darstellung der Jugendlichen
4.1.1. Mädchen
4.1.2. Jungen
4.2. Die besondere Bedeutung der Jugend in der „Volksgemeinschaft“
4.3. Die Erwartungen an die Jugendlichen
5. Zusammenführung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der „Volksgemeinschaft“ in zehn genuin nationalsozialistischen Jugendbüchern dargestellt wurde, welche Rollen jugendliche Protagonisten dabei einnahmen und welche Erwartungen an sie als Mitglieder dieser Gemeinschaft gestellt wurden.
3.1. Exklusion und Inklusion
Wie in der „Volksgemeinschafts“-Forschung schon vielfach thematisiert wurde, spielte die Ausgrenzung zur Stilisierung einer „Volksgemeinschaft“ eine sehr große Rolle in der NS-Propaganda. „[D]ie NS-Volksgemeinschaft, darin ist die Forschung sich einig, konstituierte sich ganz wesentlich über Prozesse von Inklusion und Exklusion.“
Die Exklusion bestimmter Individuen und wiederum Inklusion anderer war grundlegend, um in den Köpfen der Deutschen überhaupt ein Gemeinschaftsdenken zu verankern. Aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs ging der Gedanke hervor, dass das kollektive Erleben und Empfinden eines gemeinsamen Gegners nicht nur ein „wichtiges Kriterium des Rassendenkens“ darstellte, sondern sich aus diesem rassischen Zugehörigkeitsgefühl auch die Gemeinschaft herausbilden sollte, also „[…] durch Abgrenzung, Ausgrenzung und die Erzeugung von Feindbildern das Zusammengehörigkeitsgefühl einer angeblich bedrohten „schicksalhaften Volksgemeinschaft“ zu stärken.“ In der nationalsozialistischen Auslegung bedeutete das, diejenigen, die aus ihrer Perspektive für die Niederlage 1918 verantwortlich waren, also Juden und Marxisten, zum „Volksfeind“ zu erklären und aus der Gemeinschaft auszuschließen, sodass das eigentlich inklusiv gedachte Prinzip der „Volksgemeinschaft“ exklusiv wurde.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der „Volksgemeinschaft“ als Analysemodell ein und begründet die Untersuchung der nationalsozialistischen Jugendliteratur zwischen 1933 und 1945.
2. Die genuin nationalsozialistische Jugendliteratur – eine quellenkritische Betrachtung: Das Kapitel kategorisiert die verwendeten Quellen und beleuchtet die ideologischen Hintergründe sowie die Rolle der Instanzen, die diese Literatur förderten oder ablehnten.
3. Praktiken zur Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur: Dieses Kapitel analysiert systematisch die propagandistischen Mittel, von Exklusionsmechanismen bis hin zur Bedeutung des "Führers", um die "Volksgemeinschaft" literarisch zu konstruieren.
4. Die Jugendlichen als Teil der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur: Hier werden die Rollenbilder von Jungen und Mädchen sowie die spezifischen Erwartungen an die Jugend als Zukunftsträger der nationalsozialistischen Ideologie untersucht.
5. Zusammenführung und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert, inwieweit die untersuchten Jugendbücher eine homogene Vorstellung von der „Volksgemeinschaft“ vermittelten.
Volksgemeinschaft, Nationalsozialismus, Jugendliteratur, NS-Propaganda, Exklusion, Inklusion, Identität, Führergefolgschaft, Erziehung, Jugendorganisationen, Antisemitismus, Ideologie, Kameradschaft, Sozialisation, Literaturanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit der Repräsentation und Konstruktion des Begriffs „Volksgemeinschaft“ innerhalb der spezifisch nationalsozialistischen Jugendliteratur, die zwischen 1933 und 1943 entstanden ist.
Zentrale Themen sind Mechanismen der sozialen Exklusion und Inklusion, die Bedeutung des Heimatbegriffs, das Führer- und Gefolgschaftsverständnis sowie die Rolle und Erwartungen an Jugendliche in diesem politisierten literarischen Kontext.
Es soll untersucht werden, ob und wie das Bild der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur homogen gestaltet wurde und welche Funktion die jugendlichen Charaktere dabei einnehmen.
Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Analyse von zehn ausgewählten Jugendbüchern durch, die durch eine quellenkritische Einordnung in den historischen Kontext der NS-Literaturpolitik ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der literarischen Praktiken (z.B. Ausgrenzung von „Volksfeinden“, Heimatvermittlung) und eine Untersuchung der jugendlichen Rollenbilder und der an sie gerichteten normativen Erwartungen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Volksgemeinschaft, Nationalsozialismus, Jugendliteratur, Exklusion, Führergefolgschaft und politische Indoktrination.
Die Arbeit zeigt, dass die Jugendliteratur Feindbilder, insbesondere jüdische Personen und Marxisten, verwendet, um durch Abgrenzung ein geschlossenes, oft rassistisch motiviertes Gemeinschaftsgefühl bei den "arischen" Jugendlichen zu erzeugen.
Die Elterngeneration wird in den Büchern häufig abgewertet und als Repräsentant einer veralteten Welt dargestellt, während die Jugend als die „neue“, aktive und ideologisch überlegene Kraft porträtiert wird.
Die Konversion dient als literarisches Mittel, um den Übertritt von „Gemeinschaftsfremden“ (z.B. Marxisten) in die „Volksgemeinschaft“ zu legitimieren, sofern sie nachweist, die „richtige“ nationalsozialistische Einstellung angenommen zu haben.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in den untersuchten Werken weitestgehend homogen ist und in allen Fällen als romantisierendes Konstrukt zur Schaffung systemkonformer Ideale dient.
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