Bachelorarbeit, 2020
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
1.4. Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1. (De)Familisierung als Kategorisierungsvariable von Wohlfahrtsstaaten und ihre Verknüpfung mit der Sozialen Arbeit
2.2. Kinderschutz
2.2.1. Begriffsklärung
2.2.2 Kinderschutz auf internationaler Ebene
3. Komparative Methodik
3.1. Darstellung der Methode
3.2. Begründung der Methodenauswahl
4. Kinderschutzsysteme in Deutschland, Schweden und Tschechien
4.1. Vergleichskriterien
4.2. Wohlfahrtsstaatskonzepte
4.3. Konzepte Sozialer Arbeit
4.4. Kinderschutzkonzepte
5. Diskussion
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit wohlfahrtsstaatliche Typologien, basierend auf dem Grad der (Ent-)Familisierung, die Interventionsbereitschaft nationaler Kinderschutzsysteme in Deutschland, Schweden und Tschechien erklären können.
2.2.1. Begriffsklärung
Der Begriff des Kinderschutzes wird in unterschiedlichen Ländern und von unterschiedlichen Organisationen und AutorInnen unterschiedlich (umfassend) benutzt. Kern der Begriffsverwendung ist aber der Schutz von Kindern davor, einen Schaden zu erleiden, der sie in Überleben, Entwicklung und/oder Wohlergehen beeinträchtigt (O´Donnell, 2004, S. 8; UNICEF, 2008, S. 1). Unter Kindern können dem Artikel 1 der UN-Kinderrechtskonvention nach alle Menschen verstanden werden, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die nach dem auf sie anzuwendenden nationalen Recht noch nicht volljährig sind (BMFSFJ, 2019a, S. 12). Diese Definition wird auch in dieser Arbeit verwendet.
Ausführende Akteure des Kinderschutzes sind Staaten und diejenigen Stellen, die vonseiten des Staates für diese Aufgabe eingesetzt worden sind. Wenn die Verwendung des Begriffes Kinderschutz auch bisweilen darüber hinaus geht, ist er doch besonders auf erlittenen Schaden im Familienkontext ausgerichtet oder bezieht sich zumindest zumeist auf Erwachsene als Schädigende (James & James, 2012, S. 95-96).4 In dieser Arbeit wird sich auf Schaden, der in der Familie erlitten wird, bezogen.
Für den Kinderschutz ist immer ein Wertekonflikt typisch, wie zueinander in Gegensatz stehende Rechte von Kindern und ihren Eltern ausbalanciert werden können (Pölkki, 2004, S. 125). Als Handlungen, die Kindern Schaden zufügen können, stand zunächst körperliche Gewalt im Fokus wissenschaftlicher und politischer Aufmerksamkeit. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden allerdings zunehmend weitere Verhaltensweisen als schädigend angesehen bzw. es wurde die Wichtigkeit des Schutzes von Kindern vor diesen Schädigungsformen (an)erkannt. Dies betrifft sexuellen Missbrauch, Ausbeutung, Vernachlässigung und emotionale Misshandlung (O´Donnell, 2004, S. 8; UNICEF, 2006, S. 1; James & James, 2012, S. 95-96). So bezieht sich der Schutz von Kindern also nicht nur auf aktive gefährdende Verhaltensweisen, sondern auch auf passive Verhaltensweisen wie Vernachlässigung im körperlichen oder psychischen Sinne oder auch im Sinne eines Nichtbeschützens des Kindes vor anderen Gefahrenquellen (James & James, 2012, 96).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Kinderschutzes als Forschungsgegenstand ein und definiert das Ziel, Wohlfahrtsstaatsmodelle als Erklärungsgröße für Kinderschutzsysteme zu analysieren.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden Konzepte wie (De)Familisierung vorgestellt und als Kategorisierungsvariablen für Wohlfahrtsstaaten sowie deren Einfluss auf die Soziale Arbeit diskutiert.
3. Komparative Methodik: Es werden die methodischen Ansätze der fallvergleichenden Kausalanalyse erläutert und begründet, warum Deutschland, Schweden und Tschechien als Vergleichsfälle gewählt wurden.
4. Kinderschutzsysteme in Deutschland, Schweden und Tschechien: Dieses Kapitel vergleicht die Systeme hinsichtlich Wohlfahrtsstaatskonzepten, Ansätzen der Sozialen Arbeit und spezifischen Kinderschutzkonzepten.
5. Diskussion: Die Ergebnisse aus dem Ländervergleich werden hier vor dem Hintergrund der aufgestellten Hypothesen kritisch reflektiert und diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Datenlage und deutet die Bedeutung der Ergebnisse für die zukünftige Forschung an.
Kinderschutz, Wohlfahrtsstaat, Familienpolitik, (De)Familisierung, Soziale Arbeit, Interventionsbereitschaft, Deutschland, Schweden, Tschechien, Kindeswohlgefährdung, vergleichende Sozialarbeitswissenschaft, Kinderrechte, Unterstützungssysteme, internationale Forschung, Kausalanalyse
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von wohlfahrtsstaatlichen Modellen und der Ausgestaltung von Kinderschutzsystemen in einem internationalen Vergleich.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Wohlfahrtsstaatlichkeit, die Rolle der Familie, die Konzepte Sozialer Arbeit und die daraus resultierende Interventionsbereitschaft staatlicher Kinderschutzsysteme.
Ziel ist es zu verstehen, ob und wie verschiedene Wohlfahrtsstaatstypologien – insbesondere hinsichtlich ihres (Ent-)Familisierungsgrades – unterschiedliche Ausprägungen von Kinderschutzsystemen erklären können.
Die Untersuchung nutzt eine fallvergleichende Kausalanalyse für die Länder Deutschland, Schweden und Tschechien, basierend auf einer Auswertung von Rechtsgrundlagen und Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Methodik sowie den detaillierten Vergleich der Länder hinsichtlich ihrer Wohlfahrtsstaatskonzepte, Sozialarbeitskonzepte und spezifischen Kinderschutzsysteme.
Wichtige Begriffe sind Kinderschutz, (De)Familisierung, Interventionsbereitschaft, Wohlfahrtsstaat, Soziale Arbeit und Kindeswohlgefährdung.
Tschechien wurde als postkommunistisches Land gewählt, um eine Forschungslücke in der internationalen Kinderschutzliteratur zu schließen und eine refamilisiert ausgerichtete Wohlfahrtsstaatstypologie abzubilden.
Sie dient als zentrale Messvariable, um zu untersuchen, inwieweit Staaten bei Kindeswohlgefährdungen präventiv oder reaktiv sowie in welchem Ausmaß intervenieren.
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