Forschungsarbeit, 2023
83 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen der waldorfpädagogischen ‚Medienerziehung‘
2.1 Zum waldorfpädagogischen Medienbegriff
2.2 Medienmündigkeit & Medienabstinenz
2.3 Das Modell der ‚indirekten und direkten Medienerziehung‘
2.4 Theoretische Grundlagen im Schulalltag: Das Medienkonzept der RSSW
3 Methodik
3.1 Forschungsdesign
3.2 Datenerhebung
3.2.1 Stichprobenauswahl
3.2.2 Durchführung von Methode
3.2.3 Reflexion der Methodendurchführung: Stichprobenerweiterung
3.3 Datenauswertung
3.3.1 Methodologisches Vorgehen
3.3.2 Das Kodierverfahren
3.3.3 Das Kategoriensystem
4 Ergebnisse
4.1 Darstellung der Ergebnisse
4.1.1 Kategorie 1: Privater Umgang mit digitalen Medien
4.1.2 Kategorie 2: Schulinterner Umgang mit digitalen Medien
4.1.2.1 ‚Medienarbeit an der Schule‘
4.1.2.2 ‚Eindimensionalität‘
4.1.2.3 ‚Einstellung der Lehrkräfte‘
4.1.2.4 ‚Entzug steigert Verlangen‘
4.1.2.5 ‚Mangelnde Grundlagenbildung‘
4.2 Analyse & Diskussion der Ergebnisse
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das theoretische Medienkonzept der Rudolf-Steiner-Schule Wandsbek (RSSW) in der schulischen Praxis tatsächlich umgesetzt wird und welche Auswirkungen dies auf das Mediennutzungsverhalten der Schülerinnen und Schüler hat. Im Fokus steht dabei die Diskrepanz zwischen waldorfpädagogischen Idealen der Medienabstinenz und der Lebensrealität der Jugendlichen in einer digitalisierten Welt.
4.1.1 Kategorie 1: Privater Umgang mit digitalen Medien
Zunächst werden zentrale Aussagen zusammengefasst, die der Interpretation der jeweiligen privaten Medienkonsums der Befragten dienen. Insofern wird ein Einblick in die Nutzungsprofile der Schüler:innen als auch der ehemaligen Waldorfschülerin gewährleistet.
Alle Befragten gaben zunächst an, im Besitz eines Smartphones zu sein (vgl. 1, 41, [00:03:21]; 2, 50, [00:03:26]; 3, 61, [00:07:02]; 4, 74, [00:06:00]). Sowohl Marla als auch Josefine behaupteten, sie davor für längere Zeit ein Tastenhandy nutzten (vgl. 2, 50, [00:05:14]; 4, 74, [00:05:21]). Diese dienten dazu, den Eltern im Notfall Bescheid geben zu können (ebd.).
Zusätzlich gaben bis auf Josefine alle Befragten an, im persönlichen Besitz weiterer Medienträger zu sein: „Jetzt habe ich ein Tablet. Ich habe ein Handy. Ich habe einen Computer, ein Notebook. So ... also ich habe freien Zugang dazu, was ich auch gut finde“ (1, 42, [00:04:21]). David selbst hat eine Xbox (vgl. 2, 50, [00:02:15]) und Marla nutzt verschiedene Medienträger, wie PC, Laptop und Smartphone sowohl privat als auch für die Arbeit (vgl. 4, 73, [00:03:21]). Dadurch käme ebenso die geschätzte Bildschirmzeit von ca. 9h pro Tag bei Marla zustande (ebd.). Sarah und David gaben an, dass sie im Durchschnitt 5-6h pro Tag vor dem Bildschirm verbringen würden (vgl. 1, 42, [00:05:12]; 2, 51, [00:04:57]). Dabei seien auch passives Streaming von Musik oder Serien bei Netflix mitinbegriffen. Zudem verwies Sarah darauf, dass sie ebenso auf ihrem Tablet zeichne, wodurch sich ihre Bildschirmzeit zusätzlich steigere (ebd.). David gab an, dass die Jahreszeit Einfluss auf seine Bildschirmzeit hätte (vgl. 2, 50, [00:02:15]). Im Sommer würde er entsprechend ‚weniger zocken‘ als im Winter (ebd.). Josefine, die selbst keine Medienträger außerhalb ihres Smartphones besitzt (vgl. 3, 65, [00:17:06]), kommt gemäß eigener Einschätzung auf ca. 3-4h Bildschirmzeit pro Tag (vgl. 3, 63, [00:14:08]).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse durch die Diskrepanz zwischen dem schulischen Auftrag zur Medienbildung und der realen Beobachtung des Medienkonsums bei Jugendlichen.
2 Theoretische Grundlagen der waldorfpädagogischen ‚Medienerziehung‘: Dieses Kapitel erläutert die waldorfpädagogischen Kernbegriffe wie Medienmündigkeit und Medienabstinenz sowie das zugrunde liegende Medienkonzept der RSSW.
3 Methodik: Der methodische Teil beschreibt das Forschungsdesign mittels leitfadengestützter Interviews und legt das Vorgehen der Datenerhebung sowie der Analyse nach der Grounded Theory dar.
4 Ergebnisse: Hier werden die durch das Kategoriensystem gewonnenen Daten präsentiert, unterteilt in privaten und schulischen Medienumgang, und kritisch diskutiert.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zusammen und reflektiert die Zukunftsfähigkeit des waldorfpädagogischen Modells.
Waldorfpädagogik, Medienerziehung, Medienabstinenz, Medienmündigkeit, Digitalisierung, Mediennutzung, Schulkonzept, Grounded Theory, Qualitative Forschung, Medienkompetenz, Erziehung, Schulentwicklung, Schülerinterviews, Rudolf-Steiner-Schule, Medienkritik
Die Arbeit untersucht die Umsetzung und Gültigkeit des waldorfpädagogischen Medienkonzepts an der Rudolf-Steiner-Schule Wandsbek und gleicht dieses mit der tatsächlichen Mediennutzung der befragten Schülerinnen und Schüler ab.
Die Themen umfassen die waldorfpädagogische Medienerziehung, das Spannungsfeld zwischen Medienabstinenz und Medienkompetenz, sowie die alltägliche Mediennutzung der Jugendlichen und deren Einstellung zu digitalen Medien.
Das Ziel ist die Überprüfung der Gültigkeit der schulischen Richtlinien zur Medienerziehung im Hinblick auf die heutige Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler.
Es wurde eine qualitative Forschungsmethode gewählt: leitfadengestützte Einzelinterviews (Problemzentriertes Interview nach Witzel), ausgewertet mittels der Grounded Theory.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierte Darstellung und Analyse der Interviewergebnisse unterteilt in verschiedene Kategorien.
Die zentralen Schlagworte sind waldorfpädagogische Medienerziehung, Medienabstinenz, Medienmündigkeit, Digitalisierung, sowie die methodische Auswertung mittels Kategoriensystemen.
Die meisten Befragten sehen einen Nutzen in der zeitweisen Abstinenz im Unterricht, empfinden die strikte Haltung der Schule gegenüber digitalen Medien jedoch oft als realitätsfern oder als unzureichende Vorbereitung auf die moderne Berufswelt.
Die Autorin stellt kritisch fest, dass sich das untersuchte waldorfpädagogische Modell in der Praxis als nur bedingt zukunftsfähig erweist, da der medienpädagogische Anspruch und die Lebensrealität der Lernenden weit auseinanderklaffen.
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