Bachelorarbeit, 2021
44 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung und Forschungsstand
2. Politische Karikaturen Maria Theresias
3. Die Repräsentation Maria Theresias als rex hungariae
3.1 Maria Theresia zu Pferd von Frank Leopold Schmittner
3.2 Der Kupferstich und seine ikonografische Bedeutung
3.3 Schmittners Kupferstich im Kontext der Zeit
4. Die Repräsentation Maria Theresias als Ehefrau und Mutter
4.1 Maria Theresia im Kreis ihrer Familie von Martin van Meytens
4.2 Das Gemälde und seine ikonografische Bedeutung
4.3 Van Meytens‘ Gemälde im Kontext der Zeit
5. Das Gemälde und der Kupferstich des 18. Jahrhunderts
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die visuelle Legitimierung weiblicher Herrschaft im 18. Jahrhundert am Beispiel von Maria Theresia. Der Fokus liegt darauf, wie durch gezielte Bildpolitik in Kupferstichen und Gemälden der Anspruch auf den Thron gefestigt und das Bild einer rechtmäßigen Herrscherin unter prekären politischen Umständen konstruiert wurde.
3.1. Maria Theresia zu Pferd von Frank Leopold Schmittner
Schmittners Kupferstich ist, wie für das Medium üblich, in schwarz-weiß gehalten. Durch die bildgebende Technik, in der mithilfe eines sog. Stichels das zu druckende Motiv in eine Kupferplatte eingeritzt wird, erscheinen die dargestellten Szenen durch viele kleine, feine Linien auf dem Papier.
Der Stich zeigt eine Frau, die im Damensitz auf einem dunklen Ross auf einen Hügel reitet. Sie trägt ein aufwendiges Gewand mit Spitze und Schleifen, eine Perlenkette, die ebenfalls eine große Schleife ziert, Perlenohrringe, feine Handschuhe und eine Krone, welche mit einem Kreuz in der Mitte versehen ist. Die Krone hat zusätzlich einzelne Pendilien an beiden Seiten, welche neben dem Gesicht der Frau herunterhängen. Auf der Krone, in einem Bogen, ist eine unbestimmbare Person zu erkennen. Über diesem Bogen befindet sich eine weitere dargestellte Figur, die mit einem Herz dargestellt wurde. In der linken Hand hält die Frau die Zügel eines geschmückten Pferdes, welches ähnlich prunkvoll ausgestattet wurde, wie die Reiterin selbst: Das Tier trägt ein luxuriöses Geschirr, in die geflochtene Mähne und den Schweif wurden ebenfalls Schleifen eingearbeitet. In ihrer Rechten hält die Dame ein Schwert in die Höhe, Richtung Himmel. Die Schwertspitze ist von einem Pflanzenkranz umringt, welcher von einer Hand gehalten wird, die aus der großen, dunklen Wolke, die in der Mitte des Gemäldes schwebt, ragt. Über dem Kranz lässt sich die Aufschrift Corona Iustitia (Krone der Gerechtigkeit) lesen. Es wirkt fast so, als würde sich die Wolkendecke genau an der Stelle, wo das Schwert in den Himmel ragt, öffnen.
1. Einleitung und Forschungsstand: Die Einleitung beleuchtet die historische Ausgangslage Maria Theresias als weibliche Regentin und ordnet ihre Rolle in den Forschungsstand zur Herrscherrepräsentation ein.
2. Politische Karikaturen Maria Theresias: Dieses Kapitel analysiert die prekäre Anfangsphase der Herrschaft und die Nutzung verleumderischer Karikaturen als politisches Instrument gegen die junge Regentin.
3. Die Repräsentation Maria Theresias als rex hungariae: Hier wird die Inszenierung Maria Theresias im ungarischen Krönungskontext und die Bedeutung des Reiterbildnisses als visuelle Machtdemonstration untersucht.
4. Die Repräsentation Maria Theresias als Ehefrau und Mutter: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung des Familienporträts von Martin van Meytens als Symbol für dynastische Stabilität und Fruchtbarkeit.
5. Das Gemälde und der Kupferstich des 18. Jahrhunderts: Ein Vergleich der medialen Strategien, der Reichweite und der politischen Wirkung von Druckgrafik im Gegensatz zum repräsentativen Ölgemälde.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Maria Theresia ihr Geschlecht und ihre Rolle strategisch zur Konsolidierung ihrer Herrschaft nutzte.
Maria Theresia, Herrschaftslegitimation, Ikonografie, Kupferstich, Familienporträt, Österreichischer Erbfolgekrieg, Pragmatische Sanktion, rex hungariae, höfische Repräsentation, Bildpolitik, Dynastie, visuelle Kommunikation, 18. Jahrhundert, Weibliche Herrschaft, Staatskunst.
Die Arbeit analysiert die Strategien der Herrschaftslegitimation von Maria Theresia durch visuelle Medien, insbesondere durch Kupferstiche und Gemälde.
Die Arbeit behandelt die dynastische Selbstdarstellung, die Rolle der Geschlechterrollen im 18. Jahrhundert und die Bedeutung von Kunst als Mittel der politischen Propaganda.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Maria Theresia durch geschickte Bildinszenierung ihre Position als rechtmäßige Regentin festigte und das Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität und männlichem Herrschaftsanspruch überbrückte.
Die Autorin nutzt für die detaillierte Analyse der Bildquellen die kunsthistorische Methode nach Erwin Panofsky.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse politischer Karikaturen als Kontext, das Reiterbildnis von Schmittner zur Krönung als rex hungariae und das Familienporträt von Van Meytens als Inszenierung von Fruchtbarkeit und dynastischer Stärke.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildpolitik, Herrscherrepräsentation, Legitimation, dynastische Kontinuität und Ikonografie.
Das Wappen dient als starkes Symbol der Identifikation mit dem Königreich Ungarn, auch wenn die seitenverkehrte Darstellung als technischer Fauxpas der damaligen Kupferstecher gedeutet wird.
Es fungierte als "visuelle Propaganda", um die Sicherung der Thronfolge durch zahlreiche Kinder sowie die glückliche Ehe unter Beweis zu stellen und damit die dynastische Zukunft zu garantieren.
Ja, die Arbeit thematisiert, dass Franz Stephan von Lothringen zwar oft als Familienoberhaupt dargestellt wird, Maria Theresia jedoch in der Bildsprache als die regierende Monarchin und legitimierte Herrscherin (z.B. durch die Nähe zu den Kronen) hervorgehoben wird.
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