Masterarbeit, 2022
91 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Die Klasse der Auxiliare
2.1.1 Die Finitheit als Auxiliarfunktion
2.2 Theta-Rollen
2.3 Zeitstrukturen
3. Erklärungsansätze
3.1 Das Prinzip von Argumentblockierung und Deblockierung nach Haider (1984)
3.1.1 Grundlagen
3.1.2 Blockierung und Deblockierung bei Partizipien und dem Element zu
3.1.3 Deblockierung im satzwertigen Infinitiv
3.1.4 Das System von Blockierung und Deblockierung
3.1.5 Konsequenzen des Zusammenhangs von zu und dem Merkmalbündel INFL
3.1.6 Infinite Verben im Deutschen und deren Bildung
3.2 Die Bedeutung von Theta-Rollen nach von Stechow und Sternfeld (1988)
3.2.1 Theta-Rollen und Kasuszuweisung an Ketten
3.2.2 Theta-Kriterium
3.2.3 Theta-Kriterium und Kasustheorie
3.3 Die Zustandsveränderung, die syntaktische Transitivität sowie die Idiosynkrasie als Determinanten der Perfekauxiliarselektion nach Strobel (2008)
3.3.1 Alternative Perfektauxiliarselektion
3.3.2 Weitere Ansätze
3.3.3 Kritik an der Unakkusativitätshypothese
3.4 Der semantisch-syntaktische Ansatz nach Keller und Sorace (2003)
3.4.1 Unakkusativitätshypothese und gespaltene Intransitivität
3.4.2 Auxiliarselektion
3.4.3 Unpersönliches Passiv
4. Diskussion der Ansätze und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Auxiliarverhalten deutscher Verben bei Perfektkonstruktionen zu systematisieren und die Determinanten für die Wahl zwischen „haben“ und „sein“ zu identifizieren. Dabei wird untersucht, inwieweit semantische, syntaktische oder semantisch-syntaktische Ansätze eine Erklärung für die binäre Auxiliarwahl und auftretende Idiosynkrasien liefern können.
3.1.2 Blockierung und Deblockierung bei Partizipien und dem Element zu
Das zuvor dargestellte Merkmalbündel INFL wird in Form eines Verbs realisiert: (14) Es schneit/ schneite. Bei der Bildung des Partizips II, bei dem das Vollverb nicht flektiert wird, ist hinsichtlich der Realisierung ein Auxiliar obligatorisch sowie diesbezüglich eine Alternanz zwischen haben und sein festzustellen: (15) (a) Es hat geschneit. (b) Es ist geschehen. Ohne das Auxiliarelement werden nicht alle Argumente des Verbs im Satz realisiert, was in (16) deutlich wird: (16) (a) das verlorene Argument (b) * das ein Argument verlorene Verb. Der Grund für die Ungrammatikalität von (16b) ist die Realisierung des Subjekts trotz Objektbezug. Lediglich durch die Blockierung des Subjekts ist ein Objektbezug, wie in (16a), möglich (vgl. Haider 1984: 27). Diese Kausalität beruht auf dem Realisationsprinzip des Kasussystems: (17) Realisationsprinzip Wenn ein funktionales Element einen strukturellen Kasusindex realisiert, dann gibt es einen externen Index. (Haider 1984: 27)
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung der Auxiliarselektion im Deutschen unter Berücksichtigung von „haben“ und „sein“ vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlage: Definiert die Klasse der Auxiliare, erläutert die Bedeutung von Theta-Rollen und analysiert die Zeitstrukturen des Deutschen als Basis für die weitere Untersuchung.
3. Erklärungsansätze: Detaillierte Prüfung verschiedener linguistischer Theorien zur Auxiliarwahl, einschließlich Haiders Blockierungsansatz, des Thetakriteriums sowie syntaktisch-semantischer Modelle.
4. Diskussion der Ansätze und Ausblick: Vergleicht die skizzierten Ansätze kritisch hinsichtlich ihrer Plausibilität und diskutiert die Notwendigkeit weiterführender Forschung in diesem linguistischen Teilbereich.
Auxiliarselektion, Perfektkonstruktionen, Deutsche Sprache, haben, sein, Argumentblockierung, Deblockierung, Theta-Rollen, Unakkusativitätshypothese, Zustandsveränderung, syntaktische Transitivität, Idiosynkrasie, Hilfsverben, Partizip II, Infinitiv.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Untersuchung, warum deutsche Verben bei der Bildung von Perfektkonstruktionen entweder das Hilfsverb „haben“ oder „sein“ selegieren.
Im Fokus stehen die grammatischen Strukturen, die für die Auxiliarwahl verantwortlich sind, wie zum Beispiel die Bedeutung von Verbklassen, syntaktische Transitivität und semantische Konzepte wie Zustandsveränderungen.
Das Ziel ist eine Annäherung an eine wissenschaftliche Erklärung des Auxiliarverhaltens deutscher Verben, indem verschiedene existierende Erklärungsmodelle skizziert und deren Erklärungskraft bewertet wird.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-linguistische Analyse, bei der existierende Ansätze wichtiger Sprachwissenschaftler (wie Haider, Strobel oder Keller & Sorace) herangezogen, analysiert und kritisch miteinander verglichen werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen wie Theta-Rollen sowie verschiedene Erklärungsansätze, angefangen bei Haiders Prinzip der Argumentblockierung bis hin zu den semantisch-syntaktischen Ansätzen von Keller und Sorace.
Wichtige Begriffe sind Auxiliarselektion, Perfektkonstruktionen, Argumentblockierung, Unakkusativitätshypothese und Zustandsveränderung.
Laut Strobel ist die Zustandsveränderung eine primäre Determinante: Verben, die eine solche denotieren (transformative Verben), neigen dazu, „sein“ zu selegieren, während Verben ohne dieses Merkmal eher „haben“ wählen.
Diese wird durch eine zweifache Lexematisierung eines Wortes begründet, wobei das identische Wort je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen trägt, was zu einer unterschiedlichen Auxiliarwahl führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

