Bachelorarbeit, 2020
46 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Konzepte
2.1 Das Schulgeschichtsbuch
2.1.1 Begriffsbestimmung
2.1.2 Funktion
2.1.3 Schulbuchforschung
2.2 Multiperspektivität
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Funktion in Schulgeschichtsbüchern
2.3 Stereotype, Ethnozentrismus, Rassismus
2.3.1 Stereotype
2.3.2 Ethnozentrismus
2.3.3 Rassismus
2.4 Imperialismus, Kolonialismus, Erster Weltkrieg
2.4.1 Imperialismus
2.4.2 Kolonialismus
2.4.3 Erster Weltkrieg
2.5 Afrikanische Gesellschaften
2.5.1 Togo
2.5.2 Kamerun
2.5.3 Deutsch-Ostafrika
2.5.4 Deutsch-Südwestafrika
3. Empirische Untersuchung
3.1 Methodik der Analyse
3.1.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.1.2 Untersuchungsmaterial
3.1.3 Auswertungsverfahren
3.2 Darstellung der Ergebnisse
3.2.1 Kategorie Gesellschaft und Kultur
3.2.2 Kategorie Politik
3.2.3 Kategorie Macht
3.2.4 Kategorie Herrschaft
3.2.5 Kategorie Entwicklung
3.2.6 Kategorie Handel
3.2.7 Kategorie Widerstand und Aufstände
4. Schlusswort
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht, ob die Darstellung afrikanischer Gesellschaften in Schulgeschichtsbüchern der Epoche des Imperialismus, Kolonialismus und des Ersten Weltkriegs multiperspektivisch und differenziert erfolgt. Ziel ist es, den Wandel der Schulgeschichtsbücher im Längsschnitt von 1968 bis 2016 kritisch zu analysieren und aufzuzeigen, ob die eurozentrische Perspektive zugunsten einer afrikanischen Einbeziehung aufgebrochen wurde.
2.3 Stereotype, Ethnozentrismus, Rassismus
Der Begriff Stereotyp bezeichnet im Allgemeinen ein vereinfachendes, verallgemeinerndes oder klischeehaftes Bild oder aber ein vielleicht ungerechtfertigtes Vorurteil über sich selbst, andere Personen oder eine Sache.
Im speziellen meint der Begriff Stereotyp, emotional aufgeladene Bilder und Vorstellungen (Konstruktionen) vom Eigenen und vom Anderen. Sie werden meist auf eine Gruppe angewandt und sind besonders resistent gegenüber Erfahrungen, die dieses Bild revidieren würden, was dazu führt, dass sie sich als besonders langlebig erweisen. Man unterscheidet dabei zwischen Hetero- und Autostereotypen (Selbst- und Fremdbildern). Sie werden von der Nutzergruppe als Abbildung der Realität wahrgenommen, lassen aber lediglich Rückschlüsse auf die Wahrnehmungen und Werte dieser Nutzergruppe zu und geben somit nicht die Realität wieder.
„Katz und Braly definieren Stereotype als ‚einen starren Ausdruck, der nur in geringem Maße mit der Realität übereinstimmt, und dadurch zustande kommt, dass wir zuerst urteilen und dann hinschauen‘. In neueren Definitionen werden Stereotype als ‚eine Reihe von Überzeugungen über die Mitglieder einer sozialen Gruppe‘ oder als ‚Assoziation einer Reihe von Merkmalen mit einer Kategorie‘ verstanden.“ (Petersen und Six, 2008, S.21) Bei Menschen herrscht eine generelle Bereitschaft zur sozialen Kategorisierung. Stereotype können sich dabei über sehr breite Merkmalskategorien, wie auch über kleinere soziale Kategorien ausbilden. Stereotype über eine Fremdgruppe sind in der Regel negativer als solche über die eigene Gruppe.
1. Einleitung: Vorstellung der Problematik sowie der Fragestellung bezüglich einer multiperspektivischen Darstellung afrikanischer Gesellschaften in Schulbüchern.
2. Theoretische Konzepte: Erörterung der Grundlagen zu Schulbüchern, Funktionsweisen von Multiperspektivität sowie Definitionen von Rassismus, Imperialismus und Kolonialismus.
3. Empirische Untersuchung: Methodologische Vorgehensweise anhand der qualitativen Inhaltsanalyse, Auswahl des Materials und detaillierte Darstellung der Ergebnisse in verschiedenen Kategorien.
4. Schlusswort: Zusammenführende Reflexion der Ergebnisse, die eine anhaltende eurozentrische Perspektive in den untersuchten Schulbüchern feststellt.
Afrikanische Gesellschaften, Schulgeschichtsbücher, Multiperspektivität, Kolonialismus, Imperialismus, Eurozentrismus, Rassismus, Stereotype, Geschichtsdidaktik, Qualitative Inhaltsanalyse, Herrschaft, Widerstand, Schulbuchanalyse, Identität, Sendungsbewusstsein.
Die Arbeit analysiert, ob deutsche Schulgeschichtsbücher afrikanische Gesellschaften im Kontext des Kolonialismus und Ersten Weltkriegs differenziert und multiperspektivisch darstellen.
Neben dem Kolonial- und Imperialismusdiskurs werden die Begriffe Stereotyp, Ethnozentrismus und Rassismus theoretisch sowie empirisch untersucht.
Das Ziel ist festzustellen, ob aktuelle und ältere Schulbücher über eine rein eurozentrische Sichtweise hinausgehen und afrikanische Perspektiven einbeziehen.
Die Autorin verwendet die qualitative, strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring, um vier ausgewählte Schulgeschichtsbücher systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung der Methodik und die detaillierte Darstellung der Analyseergebnisse anhand definierter Kategorien wie Macht, Kultur und Handel.
Wichtige Begriffe sind Multiperspektivität, eurozentrische Geschichtsschreibung, Kolonialismus und Schulbuchforschung.
Neuere Exemplare versuchen laut Analyse stärker, auch Perspektiven der Afrikaner einzubeziehen, bleiben jedoch in ihrer Gesamtheit weiterhin stark eurozentrisch geprägt.
Afrikanische Gesellschaften werden in den untersuchten Büchern überwiegend als einheitliches, wehrloses Opfer dargestellt, während die Pluralität der dortigen Kulturen kaum Berücksichtigung findet.
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