Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bildung und Emanzipation - der Versuch einer Begriffsdefinition
3. Geschichte der Erwachsenenbildung
3.1. Moderne Volksaufklärung 1800-1890
3.2. Institutionalisierung der Erwachsenenbildung 1890-1930
3.3. Paradigmenwechsel der Erwachsenenbildung im Kontext der Bildungsreform 1960-1980
3.4. Lebenslaufbezogene Weiterbildung 1980-2000
4. Gegenwartsbetrachtung der Erwachsenenbildung
4.1. Aktuelle theoretische Auseinandersetzungen zur Bildung in Erwachsenenbildung
4.2. Der Bildungsdiskurs in der Praxis am Beispiel der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung
4.2.1. Friedrich-Ebert-Stiftung
4.2.2. Rosa-Luxemburg-Stiftung
5. Kritische Erwachsenenbildung als Widerstand gegen die Verwertungslogik?
5.1. Kritik der gegenwärtigen Erwachsenenbildung
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen emanzipatorischem Bildungsanspruch und gesellschaftlichen Herrschaftsstrukturen innerhalb der Erwachsenenbildung. Im Kern steht die Forschungsfrage, inwieweit sich die Vorstellung von Bildung historisch gewandelt hat und ob heutige Konzepte wie lebenslanges Lernen noch Raum für eine emanzipatorische Praxis bieten oder primär ökonomischen Verwertungslogiken dienen.
3.1. Moderne Volksaufklärung 1800-1890
Die Ursprünge der Erwachsenenbildung beginnen mit dem Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert und somit mit dem Umbruch von der Feudalgesellschaft zur bürgerlich modernen Gesellschaft (vgl. Olbrich und Siebert, S. 39 ff.). Dieser Wandel verursachte neben gesellschaftspolitischen Veränderungen auch eine massive sozioökonomische Verschiebung der bisherigen Verhältnisse (vgl. ebd.). Diese Umstände begünstigten die Herausbildung einer Erwachsenenbildung, erklärt Hans Tietgens:
„Gerade dann, wenn überlieferte Weltbilder in Frage gestellt werden, wenn tradierte Normen ihre Selbstverständlichkeit einbüßen, wenn der Einzelne auf sich selbst zurückgeworfen wird, wenn neue Umgangsformen mit der Wirklichkeit gefunden werden müssen, erscheint Erwachsenenbildung als etwas besonders Dringliches [...]“ (Tietgens 1991, S. 5).
Eine der populärsten Formen zu Beginn der Erwachsenenbildung ist die gesellige Bürgerbildung, die häufig in Form von Lesegesellschaften vorzufinden war (Olbrich und Siebert 2001, S.41 ff.). Der Großteil der Mitglieder war Teil des gebildeten Bürgertums, die sich von den höfischen und ständischen Vorstellungen unabhängig machen wollten. Dabei setzten sie sich inhaltlich mit Naturwissenschaften, Ökonomie, aber auch mit der Kritik an gesellschaftlichen Zuständen auseinander (vgl. ebd.). Die meist demokratischen Vereinssatzungen der Lesegesellschaften und die Revolution in Frankreich hatten zunehmende Repressionen durch den Adel zur Folge (vgl. ebd.). Das Bildungsverständnis der Lesegesellschaften entstand in Abgrenzung zu bisherigen Machtstrukturen und fungierte somit als Katalysator für die Befreiung der Menschen aus der Feudalherrschaft und für die individuelle Aneignung von Wissen (vgl. ebd.). Dennoch war die Bildung durch Lesegesellschaften nur einem kleinen Teil der Bevölkerung vorbehalten. Parallel zu den intellektuellen Vereinen bildete sich die Volksbildung heraus, welche vor allem Handwerker und Bauern beruflich fortbilden sollte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Bildung als Instrument der Stabilisierung von Herrschaftsverhältnissen und als Ziel der Emanzipation ein.
2. Bildung und Emanzipation - der Versuch einer Begriffsdefinition: In diesem Kapitel wird der Versuch unternommen, die Begriffe Bildung und Emanzipation im Kontext ihrer historischen und heutigen Bedeutung zu definieren.
3. Geschichte der Erwachsenenbildung: Es erfolgt eine chronologische Untersuchung der historischen Entwicklung der Erwachsenenbildung von der Volksaufklärung bis zum Jahr 2000.
4. Gegenwartsbetrachtung der Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel analysiert das aktuelle Bildungsverständnis und die Praxis der Erwachsenenbildung insbesondere unter den Vorzeichen der Ökonomisierung.
5. Kritische Erwachsenenbildung als Widerstand gegen die Verwertungslogik?: Das Kapitel widmet sich der kritischen Erwachsenenbildung als Gegenentwurf zur Verwertungslogik und reflektiert deren Möglichkeiten und Grenzen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Potenzial einer emanzipatorischen Bildungsarbeit in der heutigen Zeit.
Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Bildung, Emanzipation, Verwertungslogik, lebenslanges Lernen, Kompetenzbegriff, Friedrich-Ebert-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Kritische Erwachsenenbildung, Transformation, Neoliberalismus, Arbeitsmarkt, Gesellschaftskritik, Mündigkeit.
Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis von Bildung in der Erwachsenenbildung zwischen dem Anspruch auf Emanzipation des Subjekts und der Funktionszuweisung für ökonomische Verwertungsinteressen.
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung der Erwachsenenbildung, die begriffliche Definition von Bildung und Emanzipation, die ökonomische Ausrichtung heutiger Weiterbildung sowie die kritische Gegenposition dazu.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie sich die Vorstellung von Bildung in der Erwachsenenbildung gewandelt hat und welche emanzipatorische Grundgedanken darin unter den Bedingungen der Verwertungslogik noch (oder nicht mehr) auffindbar sind.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer diskursanalytischen Betrachtung von Dokumenten und Schriften ausgewählter Bildungsakteure wie der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Im Hauptteil wird erst begrifflich und dann historisch analysiert, wie sich der Bildungsbegriff von der frühen Volksaufklärung über die Industrialisierung bis zur heutigen "Weiterbildungsrepublik" und dem Postulat des lebenslangen Lernens entwickelt hat.
Zentrale Begriffe sind Erwachsenenbildung, Emanzipation, Verwertungslogik, lebenslanges Lernen, Kompetenzorientierung und Kritische Erwachsenenbildung.
Der Neoliberalismus fokussiert Bildung zunehmend auf die individuelle "Humankapitalbildung", indem Lernen als Anpassungsleistung an Marktverhältnisse und zur Steigerung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit interpretiert wird.
Ja, während die Friedrich-Ebert-Stiftung teils stark in der neoliberalen Verwertungslogik verhaftet bleibt, positioniert sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung expliziter als Gegenentwurf und Forum für kritisches Denken, wenngleich beide Stiftungen mit den Zwängen des heutigen Bildungssystems konkurrieren.
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