Diplomarbeit, 2009
93 Seiten
1. Problemstellung
1.1. Professioneller Fußball
1.2. Leistung
1.3. Leistungsvergütung
2. Motivationsforschung
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Grundlegende Motivationsansätze
2.3. Spezielle Motivationstheorien
2.3.1. Inhaltstheorien
2.3.2. Prozesstheorien
2.3.3. Situationale Theorien
2.3.4. Theorie der Gruppennormen
2.4. Motivation durch leistungsbezogene Vergütung
3. Kritische Betrachtung der Leistungsvergütung im Profifußball
3.1. Monetäre Aspekte
3.2. Verhaltensbedingte Aspekte
4. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Vergütungssystem im deutschen Profifußball und analysiert, inwieweit leistungsabhängige Komponenten tatsächlich die Leistung von Spielern und Mannschaften verbessern. Dabei wird geprüft, ob gängige motivationstheoretische Modelle auf die spezifischen Strukturen des Fußballs übertragbar sind.
1.1. Professioneller Fußball
In der Literatur liegt keine einheitliche Definition der Begriffe „Profession“ und „Professionalisierung“ vor. Unter etymologischen Aspekten ist der deutsche Begriff „Profession“ lateinischen Ursprungs umfasst und alle geistigen und körperlichen Berufe, zu denen sich „öffentlich“ bekannt wird. Als Zuordnungskriterien werden neben dem nur noch untergeordneten Kriterium des „öffentlichen Bekenntnisses“ auch die Einkommenshöhe, das Sozialprestige und die Spezialisierung der Ausbildung genannt. Demnach kann der Begriff der „Professionalisierung“ als ein dynamischer und koordinierter Prozess zur Institutionalisierung verstanden werden. Die Professionalisierung des Sports ist nach Heinemann „die Unterwerfung des Sports oder des Sportlers unter die Anforderungen und Gesetzmäßigkeiten von Beruf und Markt“.
Mit Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963 wurde gleichzeitig der Status des Lizenzspielers geschaffen. Die Vereine, die an der Bundesliga teilnehmen, müssen ihre Kader mehrheitlich, d.h. mit mindestens zwölf Spielern dieses Typus besetzen. Der Deutsche Fußballbund als Bundesligaveranstalter lässt nur solche Spieler zu Spielen zu, die einen Arbeitsvertrag mit ihren Vereinen abgeschlossen haben. In der Fußball-Bundesliga sind daher mit Ausnahme von zahlenmäßig begrenzten Amateuren und Vertragsamateuren nur Profifußballspieler anzutreffen. Darüber hinaus zeigt die Praxis, dass Spieler aufgrund der hohen Gehälter bereits seit vielen Jahren nicht mehr auf Nebenverdienste angewiesen sind.
1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesliga ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Effektivität leistungsorientierter Vergütungsmodelle im Fußball.
2. Motivationsforschung: Das Kapitel erläutert grundlegende Begriffe sowie diverse Motivationstheorien und untersucht, wie Anreize im professionellen Fußballumfeld auf Spieler wirken.
3. Kritische Betrachtung der Leistungsvergütung im Profifußball: Hier werden monetäre und verhaltensbedingte Risiken der Leistungsvergütung analysiert, wobei besonders die Problematik der Leistungsbeurteilung und mögliche dysfunktionale Anreize im Fokus stehen.
4. Thesenförmige Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit in prägnanten Thesen zusammen und zieht ein abschließendes Resümee.
Profifußball, Leistungsvergütung, Motivation, Anreizsysteme, Inhaltstheorien, Prozesstheorien, Motivkongruenz, Spielervergütung, Professionalisierung, Arbeitsmotivation, Leistungsbeurteilung, Prinzipal-Agent-Theorie, Motivstrukturen, Erfolgsmotiv, variable Vergütung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Leistungsvergütungssystemen im Profifußball unter Berücksichtigung motivationstheoretischer Ansätze.
Im Mittelpunkt stehen die Professionalisierung des Fußballs, die Analyse verschiedener Motivationstheorien und die Frage, wie Anreize die Leistung von Spielern beeinflussen können.
Die Arbeit untersucht, ob das gegenwärtige Vergütungssystem in der deutschen Fußballbundesliga mit leistungsabhängigen Komponenten tatsächlich die Leistungen der Spieler und der Mannschaft verbessert.
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Analyse, die betriebswirtschaftliche Instrumente mit motivationstheoretischen Erkenntnissen verknüpft und kritisch auf das Fallbeispiel Profifußball anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Motivationstheorien) und eine kritische Diskussion der Leistungsvergütung, inklusive einer Typisierung von Spielern nach Motivkategorien.
Die wichtigsten Begriffe sind Leistungsvergütung, Profifußball, Anreizsysteme, Motivation, Motivkongruenz und Leistungsbeurteilung.
Das Handgeld ist eine Einmalzahlung zum Vertragsabschluss, die auf historischer Leistung basiert, weshalb sie kaum einen direkten steuernden Anreiz für die laufende Leistung auf dem Spielfeld bietet.
Gruppennormen können das Verhalten der Spieler durch informelle Regeln vereinheitlichen und somit die individuelle Motivationsvarianz reduzieren, was sich positiv oder negativ auf die Gesamtleistung auswirken kann.
Der Autor schlägt ein modifiziertes Modell nach dem "Cafeteria-Ansatz" vor, bei dem Anreize individueller auf die Motivstruktur und das Entwicklungspotenzial des Spielers zugeschnitten werden.
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