Bachelorarbeit, 2021
95 Seiten, Note: 1,0
I. EINLEITUNG
1. Übersehene Akteure der Pflegefamilie
2. Ziele der Arbeit und inhaltliche Gliederung
THEORETISCHER TEIL
II. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1. Die Familie – Pluralisierte Familien- und Lebensformen heute
2. Hilfen zur Erziehung: Die Familienpflege
3. Die Pflegekinderhilfe
4. Die Pflegefamilie
5. Das Pflegekind
6. Die Herkunftsfamilie
III. STAND DER FORSCHUNG
1. Pflegefamilien in Daten und Zahlen
2. Studien zu leiblichen Kindern in Pflegefamilien
IV. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. (Pflege-) Familien als soziale Systeme mit Besonderheiten
1.1 Die Familiensystemtheorie
1.2 Die Bindungstheorie
1.3 Pflegefamilien und ihre Besonderheiten
2. Leibliche Kinder in intrafamilialen Spannungsfeldern
2.1 Spannungsfeld: Leibliches Kind – Pflegeeltern
2.2 Spannungsfeld: Leibliches Kind- Pflegekind
3. Zusammenfassung
EMPIRISCHER TEIL
V. QUALITATIVES UNTERSUCHUNGSDESIGN
1. Methodisches Vorgehen zur Datenerhebung
2. Auswahl der Stichprobe
3. Durchführung
4. Auswertung der Daten
VI. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
VII. DISKUSSION
1. Inhaltliche Diskussion
2. Methodische Diskussion
VIII. IMPLIKATIONEN
1. Empfehlungen für die Praxis der Pflegekinderhilfe
2. Anregungen für die weitere Forschung
IX. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erleben von jungen Erwachsenen, die als leibliche Kinder in Pflegefamilien aufgewachsen sind. Ziel ist es, die Auswirkungen der Aufnahme eines Pflegekindes auf die familiäre Dynamik und das persönliche Wohlbefinden dieser "übersehenen Akteure" zu rekonstruieren, um eine kindzentrierte Perspektive für die Soziale Arbeit zu etablieren.
Die Pflegefamilie – Pluralisierte Familien- und Lebensformen heute
„Wir sollen für Geschichte ein Foto einer Antiquität mitbringen!“ erklärt der Sohn seiner Mutter in der Karikatur mit dem Titel „Familienmodellhumor“ (Plassmann 2020) (Abb. 1) und die zum Schmunzeln anregende Antwort der Mutter gibt Anlass über den Begriff Familie im Kern nachzudenken. Das von Plassmann veranschaulichte Familienbild Plaumanns beschreibt eine selten gewordene, gefährdete Spezies familialer Lebensformen und lässt anklingen, dass sich Familie als tradierte Gewissheit, die sich in einem verheirateten Ehepaar mit gemeinsamen eigenen Kindern widerspiegelt sich in der heutigen Zeit verliert.
Die Familie ist als Lebensform fest in unserem Alltag verwurzelt und bildet für viele Menschen eine der wichtigsten zwischenmenschlichen Gemeinschaften. Die Begriffsklärung, was Familie bedeutet, hat einen subjektiven Charakter und bleibt auch aus dem Grund häufig mehrdeutig und vielschichtig. So existieren im alltäglichen Sprachgebrauch sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was eine Familie bestimmt. Mit „Familie ist da, wo Kinder sind“, formulierte Richard von Weizäcker einen Satz mit dem die meisten Menschen übereinstimmen.
Bei der Definition des Begriffs Familie können rechtliche, biologische, funktionale und psychologische Sichtweisen unterschieden werden und je nachdem, welche Familiendefinition zugrunde gelegt wird, können bestimmte Beziehungskonstellationen als Familie aufgefasst werden. Das sozialpädagogische Arbeiten mit Familien bedarf einer familienpsychologischen Näherung an den Familienbegriff. Dies wird vor allem dann deutlich, wenn man bedenkt, dass für psychosoziale Arbeitsfelder die Familienpsychologie eine wichtige Grundlage für professionelles Handeln darstellt und Kenntnisse über psychologische Prozesse und Zusammenhänge in der Familie als Basis für die Planung und Umsetzung individuell angemessener Hilfemaßnahmen dienen.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Rolle leiblicher Kinder in Pflegefamilien als oft übersehene Akteure und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
II. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Es werden zentrale Fachbegriffe definiert, um das Verständnis für die komplexe Lebenssituation von Pflegefamilien im Kontext der Hilfe zur Erziehung zu schaffen.
III. STAND DER FORSCHUNG: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den nationalen und internationalen Forschungsstand und identifiziert die Forschungslücke bezüglich leiblicher Kinder.
IV. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Die systemtheoretischen Aspekte von (Pflege-)Familien und die Bindungstheorie werden als theoretisches Fundament der Arbeit vorgestellt.
V. QUALITATIVES UNTERSUCHUNGSDESIGN: Der empirische Forschungsteil beschreibt das methodische Vorgehen, die Stichprobenwahl und die Datenauswertung.
VI. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Hier werden die Ergebnisse der Interviews strukturiert nach Phasen der Familienentwicklung und verschiedenen Systemebenen präsentiert.
VII. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und in den wissenschaftlichen Fachdiskurs eingeordnet.
VIII. IMPLIKATIONEN: Basierend auf den Forschungsergebnissen werden praxisorientierte Empfehlungen für die Arbeit der Jugendhilfe gegeben.
IX. FAZIT: Eine abschließende Zusammenfassung betont die positive Einstellung der leiblichen Kinder und die Notwendigkeit, sie stärker als aktive Mitgestalter in den Hilfeprozess einzubeziehen.
Pflegefamilie, leibliche Kinder, Pflegekinder, Familiensystemtheorie, Bindungstheorie, Jugendhilfe, Hilfe zur Erziehung, Geschwisterbeziehung, qualitative Inhaltsanalyse, Familienalltag, Rollenkonflikt, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Unterstützungssysteme, transgenerationale Beziehungen.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Rolle leiblicher Kinder in Pflegefamilien und deren subjektivem Erleben des Zusammenlebens mit Pflegekindern.
Zentrale Themen sind familiäre Dynamiken, die Veränderung von Beziehungsstrukturen, die Auswirkungen der Aufnahme auf das eigene Aufwachsen und die Rolle der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist die Rekonstruktion der Perspektive leiblicher Kinder, um deren Bedürfnisse und Rolle im Pflegeverhältnis wissenschaftlich zu beleuchten und für Fachkräfte sichtbar zu machen.
Es handelt sich um eine qualitative Studie mit leitfadengestützten Experteninterviews, die nach der Methode der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung mittels Familien- und Bindungstheorie sowie die empirische Analyse der Aussagen von jungen Erwachsenen, die in Pflegefamilien aufgewachsen sind.
Pflegefamilie, leibliche Kinder, Familiensystem, Bindungstheorie, Jugendhilfe, Rollenkonflikte und Sozialisation.
Ja, die Arbeit stützt sich explizit auf subjektive Berichte von neun jungen Erwachsenen, darunter vier Geschwisterpaare, die ihre Erfahrungen retrospektiv schildern.
Die Untersuchung zeigt, dass die Geschwisterbeziehung eine zentrale Rolle spielt und für viele der leiblichen Kinder eine bedeutende Ressource sowie ein Lernfeld für persönliche Kompetenzen darstellt.
Ja, negative Aspekte wie Eifersucht, Konkurrenz um elterliche Aufmerksamkeit, Belastungsgefühle und Rollenkonflikte werden in der Arbeit adressiert und durch Fallbeispiele belegt.
Die Autorin empfiehlt, leibliche Kinder von Beginn an aktiv als soziale Akteure in den Hilfeplanungsprozess einzubeziehen und ihre Bedürfnisse im Rahmen der Pflegekinderhilfe explizit zu würdigen.
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