Bachelorarbeit, 2014
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Legasthenie
2.1 Begrifflichkeiten und Forschung
2.2 Definition und Symptomatik
3. Kurzdarstellung der Montessori Pädagogik
4. Diskussion
4.1 Schriftspracherwerb
4.2 Sinnesmaterialien
4.2.1 Eigenschaften der Sinnesmaterialien
4.2.2. Bedeutung der Sinneswahrnehmung für Legasthenie
4.2.3 Differente Sinneswahrnehmung (Ein Blick in die Praxis)
4.2.4. Lektionen nach Montessori
4.2.5 Relevanz des pädagogischen Ansatzes für Legasthenie
5. Kritik
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Montessori-Pädagogik, insbesondere der spezifischen Sinnesmaterialien, als Instrument zur gezielten Förderung und Unterstützung bei Kindern mit der Teilleistungsstörung Legasthenie.
4.2.3 Differente Sinneswahrnehmung (Ein Blick in die Praxis)
Hellwig konzentriert sich im Training mit Legasthenikern auf folgende Wahrnehmungsbereiche: die sensomotorischen Prozesse der taktilen Ebene, die optische Differenzierungsfähigkeit, sowie die gestörte phonologische Bewusstheit. Die Unterscheidungsfähigkeit akustischer Laute, sowie visueller Symbole gelte als Voraussetzung zum Schriftspracherwerb, sowie zum Erlernen des Lesens. (vgl. Hellwig 2009, S. 12)
Besonders ähnlich klingende Laute bereiteten Legasthenikern oftmals Schwierigkeiten. Sie ließen Buchstaben aus, fügten andere Buchstaben hinzu, beherrschten die Buchstaben-Laut-Zuordnung nicht. Hellwig sieht in Anlehnung an Betz und Breuninger die gestörte Raum-Lagewahrnehmung als Ursache für das Unvermögen zu erkennen, in welcher Lage sich ein Buchstabe befindet. (vgl. Hellwig 2009, S. 12)
Dennoch sei es schwierig von den Symptomen ausgehend zu erkennen, welcher Wahrnehmungskanal gestört sei. Denn für eine gestörte Raum-Lagewahrnehmung könne sowohl die taktile Ebene verantwortlich sein, als auch die optische Differenzierungsfähigkeit. Hellwig befürwortet daher eine ganzheitliche Wahrnehmungsförderung. (vgl. ebd, S. 12) Unter diesem Aspekt ist der Einsatz des ganzheitlichen Systems der Sinnesmaterialien an dieser Stelle als wertvoll zu bewerten.
Hellwig fasst Kinder mit Figur-Grund- und Raum-Lage-Wahrnehmungs-Störung unter dem Oberbegriff gestörte Raumlagewahrnehmung zusammen. Symptomatisch zeige sich dies, durch Verwechslung ähnlich aussehender Buchstaben bzw. der nicht bestehenden Option diese unterscheiden zu können. Sie arbeitet mit diesen Kindern auf taktil-kinästhetischer Ebene, in dem sie die Kinder zuerst unterschiedliche geometrische Körper, in unterschiedlichen Positionen und Größen im Tastkasten, ertasten lässt.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Fragestellung zur Wirksamkeit von Montessori-Materialien bei Legasthenie und steckt den Rahmen sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit ab.
2. Legasthenie: Es wird der aktuelle Forschungsstand zu Begrifflichkeiten, Definitionen und Symptomatiken der Legasthenie unter Berücksichtigung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen behandelt.
3. Kurzdarstellung der Montessori Pädagogik: Dieser Teil führt in die Grundlagen der Pädagogik Maria Montessoris ein, wobei der Fokus auf Entwicklungs- und Lernpsychologie sowie der Bedeutung der vorbereiteten Lernumgebung liegt.
4. Diskussion: Das zentrale Kapitel analysiert den Schriftspracherwerb, die spezifische Funktion der Sinnesmaterialien zur Wahrnehmungsschulung, deren praktische Anwendung im Lektionen-Modell und ihre Bedeutung für die Förderung von Legasthenikern.
5. Kritik: Hier werden bekannte kritische Diskurse zur Montessori-Pädagogik, wie etwa die naturalistische oder individualisierungskritische Position, theoretisch reflektiert und eingeordnet.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einschätzung, dass trotz ungeklärter Ursachenfragen ein individueller, sinnesorientierter Ansatz hohe Bedeutung für die Förderung legasthener Kinder besitzt.
Legasthenie, Montessori-Pädagogik, Sinnesmaterialien, Wahrnehmungsförderung, Schriftspracherwerb, Teilleistungsstörung, taktile Ebene, Feinmotorik, Pädagogische Lern- und Förderdiagnostik, Selbsttätigkeit, Individueller Lernweg, Frühförderung, Sinnesschulung, Raumlageorientierung, Lerntherapie.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Montessori-Lernmaterialien genutzt werden können, um bei Kindern mit Legasthenie gezielt beeinträchtigte Wahrnehmungsfunktionen zu fördern.
Die Arbeit verknüpft die wissenschaftliche Legasthenieforschung mit den pädagogischen Grundsätzen Maria Montessoris, speziell im Bereich der Sinnesschulung und der Unterrichtsorganisation.
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Relevanz und die praktischen Möglichkeiten des Montessori-Ansatzes zur Unterstützung von Legasthenikern zu evaluieren und als Förderansatz kritisch zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine theoretische wissenschaftliche Arbeit, die den aktuellen Forschungsstand, Literaturanalysen und punktuell Erkenntnisse aus der Praxis zur Bewertung des Themas heranzieht.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Schriftspracherwerb, der Analyse der Montessori-Materialien, der praktischen Lektionstechnik (Drei-Zeiten-Methode) und der Relevanz für Wahrnehmungsprozesse bei Legasthenikern.
Zentrale Begriffe sind Legasthenie, Sinnesmaterialien, differente Sinneswahrnehmung, Selbsttätigkeit und individuelle Förderung.
Sie gilt nach Montessori als Schlüssel für Bildungsprozesse; für Legastheniker ist sie von Bedeutung, da sie durch Konzentration auf das Material helfen kann, Lernbarrieren durch Misserfolge abzubauen.
Mittels taktil-kinästhetischer Arbeit werden diese Buchstaben durch Ertasten (z.B. Sandbuchstaben) erfahrbar gemacht, um die Raum-Lage-Wahrnehmung gezielt zu trainieren und die Unterscheidungsfähigkeit durch das Muskelgedächtnis zu unterstützen.
Die Lektionen strukturieren die Einführung in das Material. Sie gewährleisten eine objektive, einfache Vermittlung ohne Überforderung, was für Kinder mit Legasthenie essenziell ist, um wieder positive Lernerfolge zu erzielen.
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