Examensarbeit, 2001
118 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Ursprünge des Konzepts der Handlungsorientierung
2.1. Vorbemerkung
2.1. Deutsche Reformpädagogik
2.2.1. Zielsetzung
2.2.2. Kritik
2.2. Amerikanische Pädagogik des Pragmatismus
2.3.1. Kritik
3. Begriffsklärungen
3.1. Politische Bildung
3.2. Handlungsbegriffe
3.2.1. Psychologische Perspektive
3.2.2. Kognitive Handlungstheorie
3.2.3. Handlungstypen nach J. Habermas
3.3. Politisches Handeln
3.3.1. Handeln aus politikdidaktischer Perspektive
3.4. Handlungsorientierung
4. Handlungsorientierte Konzeptionen – Untersuchungskriterien
4.1. Einleitung
4.2. Theoretischer Hintergrund
4.3. Schüler/Subjekt
4.4. Erfahrung/Authentizität
4.5. Handeln/Kooperation
4.6. Aufklärung/Mündigkeit
4.7. Gesellschaft
4.8. Kritik
5. Die methodenorientierte Politikdidaktik (MPD) von Bernd Janssen
5.1. Einleitung
5.2. Theoretischer Hintergrund
5.3. Schüler/Subjekt
5.4. Erfahrung/Authentizität
5.5. Handeln/Kooperation
5.6. Aufklärung/Mündigkeit
5.7. Gesellschaft
5.8. Kritik
6. Das handlungs- und erfahrungsorientierte Lernkonzept und das Methodentrainig von Heinz Klippert
6.1. Einleitung
6.2. Theoretischer Hintergrund
6.3. Schüler/Subjekt
6.4. Erfahrung/Authentizität
6.5. Handeln/Kooperation
6.6. Aufklärung/Mündigkeit
6.7. Gesellschaft
6.8. Kritik
7. Der methoden- und handlungsorientierte Ansatz von Volker Nitzschke und Frank Nonnenmacher
7.1. Einleitung
7.2. Theoretischer Hintergrund
7.3. Schüler/Subjekt
7.4. Erfahrung/Authentizität
7.5. Handeln/Kooperation
7.6. Aufklärung/Mündigkeit
7.7. Gesellschaft
7.8. Kritik
8. Die Sicht der Lehrerrolle in den drei Konzeptionen (Janssen, Klippert, Nitzschke/Nonnenmacher)
8.1. Vorbemerkung
8.2. Lehrerrolle
9. Kritischer Vergleich
9.1. Vorbemerkung
9.2. Vergleich
10. Fazit
Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept der Handlungsorientierung in der politischen Bildung. Das primäre Ziel ist es herauszuarbeiten, ob handlungsorientierte Konzepte tatsächlich in der Lage sind, Schüler zur Mündigkeit zu erziehen, oder ob sie hinter dem Anspruch an aktives Lernen zurückbleiben.
Die Sicht der Lehrerrolle in den drei Konzeptionen (Janssen, Klippert, Nitzschke/Nonnenmacher)
Um dem Konzept der Handlungsorientierung zu entsprechen, bedarf es selbstverständlich einer veränderten Lehrerrolle, die grundsätzlich erst einmal bedeutet, Abschied von der einseitigen Belehrung zu nehmen. Der Lehrende hat innerhalb handlungsorientierter Konzeptionen im weitesten Sinne mehr eine beratende, moderierende, hinweisgebende Funktion.
Trotzdem bleibt er der Lehrer, der aufgrund seiner „institutionellen Verankerung und der qualifikationsbedingten Unterschiedlichkeit“ (Gudjons 2001, S. 143) niemals auf gleicher Stufe mit den Schülern steht. Dies sollte auch im handlungsorientierten Politikunterricht Anerkennung finden, damit sich der Lehrende immerzu den „ständigen Balanceakt“ (ebd., S. 144) zwischen sinnvoller Intervention und ebensolcher Zurückhaltung bewusst macht.
Da in den meisten Fällen, realistisch gesehen, dann doch der Lehrende derjenige ist, der Themen vorschlägt, sofern die Schüler nicht bestimmte Interessen bekunden, ist es wichtig, trotzdem oder gerade deswegen deren Lebenswelt zu beachten. Einerseits sollte der Lehrer an dieser Stelle „politisches Engagement“ (Ackermann 1999, S. 507) kompetent zeigen, andererseits auch entsprechendes Wissen (fachwissenschaftlich und fachdidaktisch) vermitteln. Er muss dabei ständig zwischen zu starker inhaltlicher Beeinflussung und zu wenig Informationsbereitstellung abwägen, um den Schüler nicht eine vorgegebene Meinung zu präsentieren, ihn aber andererseits auch nicht im Unklaren über ein gewisses, dem Thema angemessenes, Grundwissen zu lassen, sodass sinnvolles Arbeiten überhaupt möglich wird.
1. Einleitung: Die Verfasserin begründet ihr erkenntnisleitendes Interesse für das Thema Handlungsorientierung und umreißt die Zielsetzung ihrer kritischen Analyse der verschiedenen Konzeptionen.
2. Ursprünge des Konzepts der Handlungsorientierung: Dieses Kapitel erläutert die Wurzeln in der deutschen Reformpädagogik und dem amerikanischen Pragmatismus nach John Dewey.
3. Begriffsklärungen: Es werden grundlegende Definitionen zu "politischer Bildung", verschiedenen Handlungsbegriffen (psychologisch, kognitiv, nach Habermas) und dem politischen Handeln diskutiert.
4. Handlungsorientierte Konzeptionen – Untersuchungskriterien: Hier werden die Kriterien definiert, nach denen die drei im Hauptteil folgenden Konzeptionen analysiert werden sollen.
5. Die methodenorientierte Politikdidaktik (MPD) von Bernd Janssen: Vorstellung und Untersuchung der von Bernd Janssen entwickelten methodenorientierten Politikdidaktik.
6. Das handlungs- und erfahrungsorientierte Lernkonzept und das Methodentrainig von Heinz Klippert: Analyse des erfahrungsorientierten Lernkonzepts und des Methodentrainings nach Heinz Klippert.
7. Der methoden- und handlungsorientierte Ansatz von Volker Nitzschke und Frank Nonnenmacher: Darstellung des Phasenmodells und des Ansatzes von Volker Nitzschke und Frank Nonnenmacher.
8. Die Sicht der Lehrerrolle in den drei Konzeptionen (Janssen, Klippert, Nitzschke/Nonnenmacher): Vergleich der theoretischen und praktischen Anforderungen an die Rolle des Lehrers in den drei untersuchten Ansätzen.
9. Kritischer Vergleich: Eine vergleichende Synopse der behandelten Konzeptionen hinsichtlich ihrer theoretischen Stringenz und unterrichtspraktischen Relevanz.
10. Fazit: Die Verfasserin resümiert ihre Ergebnisse und bewertet die Umsetzbarkeit der Konzepte in der Schulpraxis.
Handlungsorientierung, Politische Bildung, Politikdidaktik, Mündigkeit, Unterrichtsmethode, Lernkonzept, Schülerorientierung, Lehrerrolle, Demokratieerziehung, Erfahrungslernen, Reflexion, Methodenkompetenz, Partizipation, Politikunterricht, Klippert.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Auseinandersetzung und Darstellung verschiedener Denkansätze zur Handlungsorientierung in der politischen Bildung.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Handelns, die vergleichende Analyse von Konzeptionen (Janssen, Klippert, Nitzschke/Nonnenmacher) und die spezifische Rolle der Lehrkraft.
Die Forschungsfrage untersucht, ob handlungsorientierte Konzepte Schülern tatsächlich Möglichkeiten bieten, Mündigkeit zu erlangen, oder ob sie Gefahr laufen, lediglich handlungsorientierten "Spaß" zu bieten, ohne tiefere Substanz.
Die Autorin führt eine politikdidaktische Analyse und einen kritischen Vergleich verschiedener Fachkonzeptionen auf Basis wissenschaftlicher Literatur und Rahmenpläne durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei ausgewählten Konzeptionen (Janssen, Klippert, Nitzschke/Nonnenmacher) anhand von Kriterien wie Schülerrolle, Erfahrung/Authentizität und Handeln.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Politikdidaktik, Mündigkeit und Methodenkompetenz geprägt.
Die Autorin erkennt zwar die praktische Hilfreichheit an, kritisiert jedoch die theoretische Stringenz und die starke Steuerung durch den Lehrer, die einer echten Mündigkeit entgegenstehen könne.
Die Unterscheidung ist für Janssen wichtig, um methodische Lernwege für unterschiedliche gesellschaftliche Herausforderungen differenziert anzubieten und zu strukturieren, wobei er das "Problem" als sehr weiten Begriff definiert.
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