Examensarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 1,0
TEIL I Sprache als Forschungsgegenstand bei Chomsky
1 Kompetenz und Performanz
2 I- und E-Language
3 Sprachfähigkeit im engen und im weiten Sinn
4 Relationen zwischen Chomskys Begriffspaaren
TEIL II Spezifisch Mensch und spezifisch Sprache
1 Nichtgrammatische Aspekte der Sprache
1.1 Der sensomotorische Aspekt der Sprache
1.1.1 Der motorische Sprachaspekt
1.1.2 Die Sprachperzeption
1.1.3 Die Sprachproduktion oder das Vermögen zu Imitieren
1.2 Der konzeptuell-intentionale Aspekt der Sprache
1.3 Die fünf Hypothesen von Hauser/Chomsky/Fitch
2 Der Spracherwerb und grammatische Aspekte der Sprache
2.1 Der Spracherwerb bei Tier und Mensch
2.2 Der menschliche Spracherwerb und seine Regularitäten
2.2.1 Sprache als menschliche Notwendigkeit
2.2.2 Uniformität in den Entwicklungsphasen
2.2.3 Geschwindigkeit des Erstspracherwerbs
2.2.4 Die Komplexität der Sprache
2.2.4.1 Die Rekursion
a) Finite Elemente
b) Die Kreativität - Infinites aus Finitem
c) Diskrete Infinitheit
2.2.4.2 Kritik an der Recursion-Only Hypothesis
2.2.5 Platons Problem oder die Unzulänglichkeit des Stimulus
2.2.5.1 Positive und negative Evidenz beim Spracherwerb
2.2.5.2 Die Unzulänglichkeit des Stimulus
a) Quantitative Unterdeterminiertheit
b) Qualitative Unterdeterminiertheit
c) Unterdeterminiertheit durch Fehlen negativer Evidenz
d) Überdeterminiertheit des Stimulus
2.2.5.3 Antwort auf Platons Problem
2.2.6 Die Motherese Hypothesis als Gegenthese
2.3 Die Universalgrammatik oder das Angeborensein der Sprachfähigkeit
2.4 Der Mutterspracherwerb
2.4.1 Full Competence Hypothesis
2.4.2 Gradual Development Hypothesis
2.4.3 Fixierungsphasen während des Spracherwerbs
2.5. Das FOXP2-Gen – Ein naturwissenschaftlicher Beweis?
Die vorliegende Hausarbeit untersucht aus der Perspektive von Noam Chomsky, worin das spezifisch Menschliche der Sprache und das spezifisch Sprachliche des Menschen bestehen. Ziel ist es, durch die Analyse grundlegender Dichotomien und Konzepte wie Kompetenz/Performanz, I-Language/E-Language sowie der Sprachfähigkeit im engen (FLN) und weiten (FLB) Sinn, die sprachwissenschaftlichen Rahmenbedingungen für die Annahme einer angeborenen Sprachfähigkeit zu erörtern und diese kritisch zu beleuchten.
2.2.4.1 Die Rekursion
Wie bereits mehrfach angesprochen, unterscheidet sich die tierische von der menschlichen Sprache. Der Hauptgrund besteht darin, dass es der tierischen Sprache an „the rich expressive and open-ended power of human language“ mangelt. Der Mensch hingegen besitzt diese aufgrund seiner rekursiven Fähigkeit, von der HCF annehmen, dass sie keine Analogie im Tierreich findet. Hier sei noch einmal auf die dritte Hypothese von HCF verwiesen, die besagt, dass Tiere zu keiner kreativen Produktion von neuen bedeutungsfähigen Ausdrücken in neuen Situationen in der Lage sind. Zu solch einer kreativen Erzeugung sind jedoch rekursive Regeln nötig. Doch was genau sind rekursive Regeln?
Chomsky sagt, dass die Kenntnis der Sprache „at the very least a recursive procedure, which is enumerating the infinite set of expressions“ ist. Der Mensch ist also fähig, „einerseits beliebig viele Sätze zu produzieren bzw. zu verstehen und andererseits Sätze u. a. danach zu beurteilen, ob sie in der eigenen Sprache möglich sind oder nicht.“ Das Generieren von potentiell unendlichen Ausdrücken geschieht dadurch, dass „ein und dieselbe syntaktische Operation [...] immer wieder durchgeführt“ wird. Eine Regel, die wiederholt angewandt werden kann, nennt man rekursiv. Dabei ist die Grammatik, die im endlichen menschlichen Gehirn repräsentiert ist, selbst endlich.
TEIL I Sprache als Forschungsgegenstand bei Chomsky: Dieses Kapitel führt in Chomskys grundlegende Begriffspaare ein, um den Forschungsgegenstand "Sprache" präziser zu definieren und interdisziplinäre Missverständnisse zu vermeiden.
TEIL II Spezifisch Mensch und spezifisch Sprache: Dieser Teil untersucht durch Vergleiche mit Tieren und Analysen des Spracherwerbs, welche Sprachaspekte dem Menschen spezifisch sind und ob diese als angeboren gelten können.
Noam Chomsky, Sprachfähigkeit, Universalgrammatik, Rekursion, I-Language, Kompetenz, Performanz, Spracherwerb, Platons Problem, FLN, FLB, diskrete Infinitheit, FOXP2-Gen, Sprachtheorie, Generative Grammatik
Die Arbeit analysiert Noam Chomskys Sprachtheorie, um zu bestimmen, was das spezifisch Menschliche der Sprache und das spezifisch Sprachliche des Menschen ausmacht.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung sprachwissenschaftlicher Begriffe (Kompetenz/Performanz, I-Language/E-Language), die Untersuchung der Rekursion und die Erörterung, ob und wie Sprache dem Menschen angeboren ist.
Das Ziel ist es, den Forschungsgegenstand der Sprache terminologisch präzise zu definieren und Chomskys Annahmen über die genetische Verankerung der menschlichen Sprachfähigkeit wissenschaftlich zu untermauern oder einzuordnen.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig eine vergleichende Methode (Tier versus Mensch) sowie den Vergleich kognitiver Strukturen und die Analyse des kindlichen Spracherwerbs.
Der Hauptteil befasst sich mit der Differenzierung von Sprachfähigkeit im weiten und engen Sinn, der Rekursionstheorie, dem Spracherwerbsprozess und dem Problem der Stimulusarmut.
Wichtige Begriffe sind Universalgrammatik, Rekursion, I-Language, Kompetenz, Performanz sowie die Unterscheidung zwischen FLN (faculty of language in the narrow sense) und FLB (faculty of language in the broad sense).
Es beschreibt das Lernbarkeitsproblem, wie Menschen so schnell und sicher eine komplexe Grammatik erwerben können, obwohl der sprachliche Input, den sie erhalten, unzureichend oder "arm" ist.
Obwohl das Gen oft als "Sprachgen" bezeichnet und zur Erklärung der genetischen Verankerung von Sprache herangezogen wird, kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass seine Relevanz für die spezifisch menschliche Sprachfähigkeit (FLN) nach aktuellem Stand zweifelhaft ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

