Bachelorarbeit, 2017
66 Seiten, Note: 2,0
1 Einführung
1.1 Motivation der Themenwahl
1.2 Stand der Wissenschaft
1.3 Ziel und Abgrenzung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems
2.1 Befestigungen
2.2 Dämmstoffe
2.2.1 Expandiertes Polystyrol
2.2.2 Mineralwolle
2.3 Unterputz und Armierung
2.4 Schlussbeschichtung
3 Datenbestand
3.1 Produktion/ Absatzmarkt
3.1.1 Einschätzung des zukünftigen WDVS-Marktes
3.2 Einbau
3.2.1 Verlegte Dämmstoffarten
3.2.2 Dämmstoffdicken
3.2.3 Wandtypen
3.3 Nutzung - Lebensdauer
3.4 Pflege und Modernisierung
3.4.1 Instandhaltung
3.4.2 Renovierungszyklus
3.4.3 Aufdopplung
3.5 Abbruch
3.5.1 Rechtliche Grundlagen – Das Kreislaufwirtschaftsgesetz
3.5.2 Abfallverzeichnisverordnung (AVV)
3.5.3 Entsorgungskosten
4 Massenermittlungen und Hochrechnungen
4.1 Massenermittlungen an den Beispielen EPS und Mineralwolle
4.1.1 Anteile des gefährlichen Abfalls
4.2 Entsorgungszeitraum
4.2.1 Methode 1
4.2.2 Methode 2
4.2.3 Bewertung beider Ergebnisse
4.3 Einflussfaktoren auf Entsorgungsmengen und -zeitraum
4.3.1 Lebensdauer der Gebäude
4.3.2 Ausweitung der Lebensdauer des WDVS
5 Abfallaufkommen
5.1 Abfallaufkommen im Jahr 2015
5.2 Gegenüberstellung Produktion und Abfall von EPS
5.3 Prognose des Abfallaufkommens anhand vorhandener Literatur
6 Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassungen
6.2 Modellkritik
6.3 Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die zukünftig anfallenden Entsorgungsmengen von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) zu prognostizieren, wobei der Fokus auf den marktführenden Dämmstoffen liegt. Es wird untersucht, welche Massen in den kommenden Jahren aufgrund des Lebenszyklusendes anfallen und welche Randbedingungen, wie etwa der Umgang mit Schadstoffen oder moderne Rückbaumethoden, dabei zu berücksichtigen sind.
1.1 Motivation der Themenwahl
Wärmedämmung ist ein bedeutender Bestandteil für die Verminderung des Energieverbrauchs und der Einsparung von Energiekosten von Gebäuden. Damit auch ein wichtiger Baustein der Energiewende. Zur Wärmedämmung von Außenwänden von Neu- und Altbauten werden überwiegend seit mehr als 50 Jahren Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) verwendet. Dabei werden Dämmplatten direkt auf die Wand geklebt, eventuell mit einer zusätzlichen Dübelung versehen, und zum Abschluss verputzt. Seit den siebziger Jahren werden Dämmstoffplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS) verbaut, welches mit einem Marktanteil von ca. 80% der meistverbaute Dämmstoff ist. Die WDVS der ersten Generation müssen mittlerweile überarbeitet werden. Die Bearbeitungen umfassen z.B. die Erneuerung des Anstrichs oder allgemeine Renovierung des Systems. Außerdem müssen die aktuellen Anforderungen in Hinsicht der Energieeffizienz erfüllt werden, wofür eine Aufdopplung benötigt wird. Insbesondere haben auch viele WDVS das Ende ihres Lebenszyklus erreicht, die deshalb entfernt und durch aktuellere Systeme ersetzt werden müssen. Das hat zur Folge, dass anfallende Abfallmengen in den folgenden Jahren bzw. Jahrzehnten zunehmen werden.
In Bezug auf den Rückbau eines Gebäudes wird unter den konventionellen und selektiven Methoden unterschieden. Während des konventionellen Rückbaus wird die Bausubstanz größtenteils durch Zertrümmern abgebaut und für den Transport in Teile zerlegt. Dadurch entsteht eine stark gemischte Abfallmenge, die hinsichtlich der Entsorgung sehr kostspielig sein kann, da eine Trennung in einer Sortieranlage erforderlich ist. Oft liegt jedoch ein Gemisch vor, das durch Schad- und Störstoffe verunreinigt ist und nachträglich nicht mehr sortiert werden kann.
Die selektive Methode zeichnet sich durch einen getrennten Rückbau der Bauteile nach ihrer Funktion oder Materialzusammensetzung aus. Ziel dieses Verfahrens ist die Wiederverwendung, sortenreine Verwertung und das Aussortieren von Stör- und Fremdstoffen aus den jeweiligen Abfallfraktionen. Bevorzugt wird der selektive Rückbau in der umgekehrten Reihenfolge des Aufbaus.
1 Einführung: Diese Einleitung motiviert die Themenwahl aufgrund steigender Abfallmengen nach dem Lebenszyklus von WDVS und unterscheidet zwischen konventionellem und selektivem Rückbau.
2 Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems: Das Kapitel erläutert die technischen Komponenten eines WDVS, wie Dämmstoffe (EPS, Mineralwolle), Befestigungen, Putze und Armierungen, sowie deren Kombination.
3 Datenbestand: Es werden der Lebenszyklus, der Absatzmarkt sowie Parameter wie Dämmstoffdicke und Wandtypen analysiert, um die Grundlage für die Mengenberechnungen zu schaffen.
4 Massenermittlungen und Hochrechnungen: Dieses Kapitel führt eigene Berechnungen zu den verbauten Massen durch und vergleicht verschiedene Methoden zur Prognose des zukünftigen Entsorgungszeitraums.
5 Abfallaufkommen: Hier werden aktuelle statistische Daten zum Abfallaufkommen dargelegt, die Produktion von EPS dem Abfall gegenübergestellt und Prognosen anhand existierender Literatur bewertet.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Reflexion des verwendeten Modells und ein Ausblick auf zukünftige Potenziale wie den selektiven Rückbau und die thermische Verwertung.
Wärmedämmverbundsystem, WDVS, EPS, Mineralwolle, Abfallwirtschaft, Rückbau, Recycling, Lebenszyklus, Aufdopplung, Schadstoffentsorgung, HBCD, energetische Verwertung, Kreislaufwirtschaft, Gebäudebestand, Entsorgungskosten.
Die Arbeit befasst sich mit der Abschätzung der zukünftigen Abfallmengen, die durch das Ende der Nutzungsdauer von verbauten Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) in Deutschland entstehen.
Die zentralen Felder sind der technische Aufbau von WDVS, der aktuelle Gebäudebestand und die darin verbauten Materialien, rechtliche Rahmenbedingungen der Entsorgung sowie verschiedene Prognosemethoden für Rückbaumengen.
Ziel ist es, Prognosen über anfallende Entsorgungsmassen zu erstellen und dabei zu bewerten, wie sich Faktoren wie die Materialzusammensetzung und Sanierungsmethoden (wie die Aufdopplung) auf das Abfallaufkommen auswirken.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturrecherchen zu bestehenden Studien und eigenen mathematischen Hochrechnungen basierend auf Marktstatistiken und Dämmstoffanteilen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der WDVS-Struktur/Produktion, die Berechnung der bisher verbauten Materialmassen und die Entwicklung von Szenarien für den Entsorgungszeitraum und das anfallende Abfallvolumen.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie WDVS, EPS, Mineralwolle, Lebenszyklus, Kreislaufwirtschaft, Selektiver Rückbau und HBCD-Entsorgung.
Die Aufdopplung verlängert die Nutzungsdauer der Komponenten und verschiebt den Zeitpunkt des notwendigen Rückbaus, was kurz- bis mittelfristig die anfallenden Entsorgungsmengen reduziert.
Sie dient als rechtlicher und ökologischer Leitfaden, wobei die Arbeit besonders die Herausforderung der stofflichen Verwertung gegenüber der derzeit dominierenden thermischen Verwertung von WDVS-Abfällen hervorhebt.
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