Diplomarbeit, 2003
86 Seiten, Note: 1
Vorwort
Einleitung
Erster Teil
I. Das Spiel – Urphänomen menschlichen Lebens
1. Das Wesen des Spiels
1.1 Der Interdisziplinäre Blick
1.2 Der Erziehungswissenschaftliche Blick
2. Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung
2.1 Bezugsebenen und Merkmale kindlichen Spiels
2.2 Funktionstheorien der frühen Psychologie
2.3 Die Vertiefung pädagogisch-psychologisch orientierter Spieltheorien der neueren Zeit und ihre geistigen Vertreter
2.3.1 Friedrich Fröbel: Spiel als höchste Stufe der Kindesentwicklung
2.3.2 Maria Montessori: „Arbeit“ statt „Spiel“
2.3.3 Sigmund Freud: Triebverzicht und Ersatzbefriedigung
2.3.4 Jean Piaget: Spiel als Aktivitätsform der geistigen Entwicklung
2.3.5 D.W. Winnicott: Vom Spiel zur Kreativität
2.3.6 Jean Château: Spiel und Disziplinentwicklung
2.4 Versuch einer Zusammenfassung
II. Das Puppenspiel in der Erziehung
1. Ursprünge des Puppenspiels
2. Die Bedeutung des Rollenspiels und der Übergangs-Objekte
3. Zur Symbolik des Puppenspiels
3.1 Das Symboldenken der Kinder
3.2 Die Bedeutung von Märchen
3.3 Archetypen und ihre Bedeutung
4. Inhaltliche Aspekte und Formen des Puppenspiels
4.1 Die Verschiedenen Spieltypen
4.2 Die unterschiedlichen Spielformen
5. Pädagogische Aspekte des Puppenspiels in der Grundschule
5.1 Zusammenhang zwischen Spielform und Absicht
5.2 Sozialerzieherische Aspekte des Puppenspiels
5.3 Puppenspiel im Lernbereich Sprache
5.4 Phantasietätigkeit und kreatives Verhalten
5.5 Spielfreude und seelische Entwicklung
6. Zur wesenswichtigen Besonderheit des Handpuppenspiels
Zweiter Teil
I. Theoretische Grundlagen
1. Sozioökonomische und Gesellschaftstheoretische Begründungszusammenhänge für eine Kooperation von Schule, Jugendhilfe und Polizei
1.1 Gesamtgesellschaftliche Tendenzen
1.2 Die Tendenz der steigenden Gewaltbereitschaft als Folge von sozialer Desintegration
1.3 Zusammenfassende Betrachtung
2. Rechtliche Rahmenbedingungen
2.1 Der Gesetzliche Auftrag der Polizei
2.2 Der Gesetzliche Auftrag der Schule
2.3 Der Gesetzliche der Jugendhilfe
2.4 Zusammenfassende Betrachtung
3. Prävention: Versuch einer Begriffsbestimmung
II. Das Puppenspiel der Polizeipuppenbühne Aurich
1. Die Einrichtung und Situationsbeschreibung
2. Die Aus- und Fortbildung der Polizeipuppenspieler
3. Analyse und Charakterisierung des bisherigen Kriminalpräventiven Programms
3.1 Das methodisch-didaktische Konzept
3.1.1 Die Zielsetzung und die Zielgruppe
3.1.2 Der Inhalt und die Umsetzung
3.2 Das Puppenspiel in der Schule
3.2.1 Der Spieltyp und die Spielform
3.2.2 Inhalt und Ablauf des Spiels
3.2.3 Die Reflexionen
3.3 Zusammenfassende Betrachtung
4. Das Projekt: „Wortstark – Kids gegen Gewalt“
4.1 Beschreibung des Projekts u. Rahmenbedingungen
4.2 Das methodisch-didaktische Konzept
4.2.1 Die Zielsetzung und die Zielgruppe
4.2.2 Inhalt und Umsetzung
4.2.3 Projektverlauf
4.3 Möglichkeiten, Chancen und Grenzen
5. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht das Puppenspiel als pädagogische Methode in der schulischen Präventionsarbeit am Beispiel der Polizeipuppenbühne Aurich. Ziel ist es, die Eignung und den pädagogischen Mehrwert dieser Methode zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Gewaltprävention bei Grundschulkindern zu evaluieren und Ansätze für eine kooperative Arbeitsweise zwischen Polizei und Schule aufzuzeigen.
3.1 Das Symboldenken der Kinder
Im Rollen- und Puppenspiel spielen Kinder ihre eigenen Geschichten. Diese sind wie Träume und Märchen in eine symbolische Sprache gekleidet. Diese Symbolsprache hat mit den Gesetzen der Logik und den Kategorien von Zeit und Raum (naturwissenschaftliche Gesetze) wenig zu tun. Im Gegenteil, Tiere können selbstverständlich reden und Tote können zum Leben erweckt werden. Es sind die Kategorien Intensität und Assoziation, d.h. die Gesetze der Gefühle, die dominierend in der Symbolsprache zur Anwendung kommen.
Welche Ausprägungen das Symboldenken der Kinder in den unterschiedlichen Entwicklungsstufen nehmen kann, wurde von Madeleine L. Rambert untersucht. Sie unterscheidet die Entwicklungsstufen im Ausdruck des Symboldenkens nach dem geistigen Alter:
von 4-5 Jahren: Phase des gemimten Symbols: Das Kind bis zum geistigen Alter von 4-5 Jahren drückt sich eher durch das Spiel als durch das Wort aus. Es kann seine Sorgen und Konflikte in der Regel nicht in eine symbolische Geschichte oder Zeichnung projizieren. Die Handlung kommt vor dem Wort. Das Kind äußert sich eher im Mienenspiel und ist quasi „Schauspieler in einem Drama“.
5-6 Jahren: Phase der symbolischen Identifikation: Ungefähr ab dem 5. Lebensjahr ist das Kind fähig, seinen Konflikt, seine Gefühle in eine Zeichnung oder Geschichte zu projizieren. Durch das Spiel mit Handpuppen ist eine Erweiterung der Ich-Wünsche möglich. (Identifikationsphase). Im Spiel werden jedoch noch keine symbolischen Wesen angewendet.
6-7 Jahren: Zwischenphase: In der Zwischenphase lässt das Kind symbolische Wesen (Hexe/Zauberer) auftreten. Das Kind bleibt jedoch an das Spiel gebunden, um seine Gedanken auszudrücken, d.h. in dieser Phase dienen die Figuren als Ausdrucksmittel für seine Gedanken und Gefühle. Identifikationsäußerungen erfolgen, wie beim Erwachsenen, unter der Wirkung der Emotion, des Wunsches und der Furcht.
I. Das Spiel – Urphänomen menschlichen Lebens: Dieses Kapitel erörtert das Wesen des Spiels aus interdisziplinärer Sicht und beleuchtet die Bedeutung für die kindliche Entwicklung durch verschiedene psychologische Spieltheorien.
II. Das Puppenspiel in der Erziehung: Hier wird der historische Ursprung des Puppenspiels analysiert und die psychologische Bedeutung von Symbolen, Märchen und Archetypen für den pädagogischen Einsatz dargestellt.
I. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel thematisiert die gesellschaftlichen Hintergründe von Gewalt und Desintegration sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfe und Polizei.
II. Das Puppenspiel der Polizeipuppenbühne Aurich: Dies ist der Praxisteil, der die Arbeit der Polizeipuppenbühne detailliert beschreibt, methodisch reflektiert und das Projekt "Wortstark – Kids gegen Gewalt" vorstellt.
Puppenspiel, Präventionsarbeit, Polizeipuppenbühne, Sozialpädagogik, Kindliche Entwicklung, Gewaltprävention, Schulpädagogik, Rollenspiel, Symbolsprache, Soziale Kompetenz, Kooperation, Grundschule, Erziehung, Psychologie, Handpuppendialog.
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Puppenspiels als sozialpädagogische Methode innerhalb der Präventionsarbeit an Schulen, wobei die Polizeipuppenbühne Aurich als Fallbeispiel dient.
Zentrale Themen sind die Theorie des Spiels, die psychologische Bedeutung des Puppenspiels für Kinder, die gesetzlichen Grundlagen für die Kooperation zwischen Polizei und Schule sowie die praktische Umsetzung präventiver Programme.
Das Ziel ist es, den pädagogischen Wert des Puppenspiels in der Gewaltprävention zu analysieren und zu klären, wie dieses Medium effektiv genutzt werden kann, um soziale Kompetenzen bei Grundschülern zu fördern.
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung in Verbindung mit einer praxisorientierten Fallstudie (qualitative Analyse), die auf Interviews, Beobachtungen und der Auswertung der pädagogischen Arbeit basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine phänomenologische Theorie des Spiels, eine rechtliche Analyse der institutionellen Kooperation und eine detaillierte Reflektion der Praxis der Polizeipuppenbühne Aurich.
Die zentralen Begriffe sind Puppenspiel, Gewaltprävention, Soziales Lernen, Kooperation, Polizeipuppenbühne und kindliche Entwicklung.
Die Lehrkräfte bewerten das Puppenspiel überwiegend positiv als motivierendes Hilfsmittel im Unterricht, wünschen sich jedoch eine stärkere inhaltliche Einbindung in den Unterrichtsalltag sowie eine tiefergehende Reflexionsmöglichkeit.
Die Herausforderung liegt primär in unterschiedlichen Sprachcodes und professionellen Definitionen des Begriffs "Prävention" sowie in der Gefahr der Rollenvermischung zwischen pädagogischem Auftrag und polizeilicher Gefahrenabwehr.
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