Masterarbeit, 2022
90 Seiten
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Fragestellungen und Aufbau dieser Arbeit
4. Kontext und Vorgeschichte der Gründung des Völkerbundes
4.1 Die Pariser Friedenskonferenz und die Gründung des Völkerbundes
4.2 Die USA und die Rolle Wilsons während des Ersten Weltkrieges
4.2.1 Die Rolle der USA während des Ersten Weltkriegs
4.2.2 Die Rolle Woodrow Wilsons beim Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg
4.2.3 Kriegs- und Friedensziele der USA und das 14-Punkte-Programm Wilsons
4.3 Der Einfluss der Bolschewiki auf die Friedensverhandlungen
5. Die Völkerbundverhandlungen und deren Ergebnisse
5.1 Die Völkerbundverhandlungen
5.2 Die bei den Völkerbundverhandlungen verhandelnden Großmächte
5.2.1 Die Rolle Deutschlands
5.2.2 Die Rolle Russlands
5.2.3 Die Rolle der USA
5.2.4 Die Rolle Frankreichs
5.2.5 Die Rolle Großbritanniens
5.2.6 Die Rolle Italiens
5.2.7 Die Rolle Japans
5.3 Selbstbestimmung der Völker als Thema bei den Völkerbundverhandlungen
5.4 Rassismus als Einflussfaktor bei den Verhandlungen
5.4.1 Rassismus mit langer Vorgeschichte
5.4.2 Kants Rassentheorie
5.4.3 Wilsons Werte und die politische Praxis
5.4.4 Das Verhältnis von Gleichheitsanspruch und Kolonialismus
5.5 Der Völkerbund und die Frage der nationalen Selbstbestimmung
5.5.1 Die Völkerbundsatzung und die Kolonien
5.5.2 Das Mandatsmodell des Völkerbundes
5.6 Deutschlands Kolonien als Mandatsgebiete des Völkerbundes
6. Die nach den Prinzipien des Völkerbundes praktizierte Politik am Beispiel der Kolonie Deutsch-Ostafrika
6.1 Die Kolonialisierung Afrikas
6.2 Deutsch-Ostafrika als Kolonie des Deutschen Reiches
6.2.1 Das Streben des Deutschen Reiches nach Kolonien
6.2.2 Entstehung der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika
6.2.3 Die Entwicklung zur deutschen Kolonialmacht
6.2.4 Der Versuch der Sozialisation und Anpassung der indigenen Bevölkerung in Deutsch-Ostafrika
6.2.5 Kämpfe in Deutsch-Ostafrika während des Ersten Weltkriegs
6.3 Die Aufteilung Deutsch-Ostafrikas in Mandatsgebiete des Völkerbundes
6.4 Tanganyika unter britischer Mandatschaft und die Frage der Selbstbestimmung im Sinne des Völkerbundes
6.4.1 Die britische Herrschaftsphilosophie in Tanganyika
6.4.2 Wirtschaftspolitische Ziele
6.4.3 Umstellung des Verwaltungssystems
6.4.4 Bildungspolitik und Erziehungsstrategien
6.4.5 Aufbruch
7. Der lange Weg Tanganyikas in die formale Unabhängigkeit
7.1 Änderungen der internationalen Verhältnisse und deren Einflüsse
7.1.1 Einflussfaktoren nach dem Ersten Weltkrieg
7.1.2 Die Weltwirtschaftkrise und die Infragestellung des Kolonialsystems
7.1.3 Der Zweite Weltkrieg - Neuordnung der Welt und das Recht auf Selbstbestimmung der Völker
7.2 Tanganyika unter der Ägide der UNO
7.3 Tanganyika und die „zweite Kolonisation“
7.4 Die Unabhängigkeit der Republik Tanganyika
7.5 Die Entwicklung Tansanias nach der Unabhängigkeit bis heute
8. Zusammenfassung
8.1 Die Verhandlungsposition der kolonialen Völker
8.2 Die Fortdauer des kolonialen Zeitalters
8.3 Völkerbund-Mandatsvertrag und die britische Kolonialpolitik
8.4 Die gesellschaftlichen Folgen der Kolonisation
8.5 Veränderung der kolonialen Dynamik
9. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht die Gründung des Völkerbundes unter der Berücksichtigung der nationalen Selbstbestimmung und analysiert kritisch, inwieweit dieses Prinzip bei den Verhandlungen sowie in der praktischen Mandatspolitik, insbesondere am Beispiel des ehemaligen Deutsch-Ostafrika (Tanganyika), umgesetzt wurde. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Diskrepanz zwischen dem proklamierten Ideal der Selbstbestimmung und der realen, von europäischen Machtinteressen dominierten Kolonialpolitik.
4.1 Die Pariser Friedenskonferenz und die Gründung des Völkerbundes
Die Gründung des Völkerbundes hatte eine lange Vorgeschichte. Seit Menschengedenken spielten internationale Konflikte und Kriege eine Rolle und immer wieder gab es nach den Kriegen Bemühungen, zwischenstaatliche Beziehungen entsprechend vertraglich zu gestalten (Conze 2018, S. 224). Konkrete Friedensmodelle bzw. -konzepte universeller Friedensordnung hatte es in Europa schon seit der frühen Neuzeit gegeben. Und mehrfach hatten sich große Denker mit dieser Problematik und deren Lösung auseinandergesetzt, ohne jedoch damit die praktizierte Politik beeinflussen zu können. So konzipierten beispielsweise der Herzog von Sully Mitte des 17. Jahrhunderts und der Abbé de Saint-Pierre Ende des 18. Jahrhunderts Pläne zur Neuordnung Europas durch Gründung von Staatenbündnissen (Baumgart 1974, S. 137).
Ende des 18. Jahrhunderts erarbeitete Immanuel Kant in seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ ein Konzept zur Sicherung des Friedens. Kant hatte selbst Erfahrungen mit Kriegen gemacht und stellte die Frage nach der Möglichkeit eines stabilen Friedens unter den Völkern. Er sah die Notwendigkeit einer internationalen Friedensordnung und regte die Gründung einer Staatenföderation als Instrument und Ideal internationaler Friedenssicherung an. Kant brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass eine institutionelle Verrechtlichung internationaler Beziehungen in Form eines Staatenbundes auf der Basis eines Gesellschaftsvertrags des vernünftigen und gerechten Miteinanderlebens, in dessen Zentrum die Freiheit des Menschen steht, möglich sei.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung des Völkerbundes als Antwort auf den Ersten Weltkrieg und stellt die Fragestellung zur Umsetzung der nationalen Selbstbestimmung von Völkern dar.
2. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Literatur und Quellenlage zu den Völkerbundverhandlungen und diskutiert die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Bewertung der Ereignisse von 1919.
3. Fragestellungen und Aufbau dieser Arbeit: Hier werden die zentralen Forschungsfragen der Arbeit sowie das methodische Vorgehen und die Struktur der Untersuchung definiert.
4. Kontext und Vorgeschichte der Gründung des Völkerbundes: Das Kapitel beleuchtet die historischen Vorläufer des Völkerbundprojekts und die Rolle Woodrow Wilsons sowie der USA und des Bolschewismus im Ersten Weltkrieg.
5. Die Völkerbundverhandlungen und deren Ergebnisse: Es wird die Dynamik der Pariser Friedenskonferenz analysiert, wobei besonders die Interessen der Großmächte, der Faktor Rassismus und die Entstehung des Mandatsmodells im Zentrum stehen.
6. Die nach den Prinzipien des Völkerbundes praktizierte Politik am Beispiel der Kolonie Deutsch-Ostafrika: Dieser Teil untersucht die Umsetzung der Völkerbundprinzipien am konkreten Beispiel von Tanganyika unter britischer Mandatsverwaltung.
7. Der lange Weg Tanganyikas in die formale Unabhängigkeit: Hier wird der Prozess der Dekolonisierung Tanganyikas von der Zwischenkriegszeit über den Zweiten Weltkrieg bis hin zur staatlichen Souveränität analysiert.
8. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse hinsichtlich der Verhandlungspositionen der kolonialen Völker, der britischen Kolonialpolitik und der langfristigen Folgen der Kolonisation.
9. Fazit: Das Fazit bewertet die Arbeit insgesamt und stellt heraus, dass die Hoffnung vieler Völker auf Selbstbestimmung durch die Großmächte im Zuge der Völkerbundverhandlungen enttäuscht wurde.
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Die Arbeit analysiert die Gründung des Völkerbundes im Kontext der nationalen Selbstbestimmung nach dem Ersten Weltkrieg und prüft die Diskrepanz zwischen idealistischer Rhetorik und der imperialen Realpolitik.
Die zentralen Felder sind die Friedenskonferenz von Paris, die Rolle der Großmächte, rassistische Strukturen in der damaligen internationalen Politik und die koloniale Praxis in Tanganyika.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Prinzip der Selbstbestimmung durch eurozentrische Sichtweisen und strategische Eigeninteressen der Siegermächte korrumpiert wurde.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer breiten Auswertung von zeitgenössischen Quellen, diplomatischen Berichten und wissenschaftlicher Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Mandatssystems und untersucht am konkreten Fallbeispiel von Deutsch-Ostafrika (Tanganyika), wie die Mandatsmacht Großbritannien ihre Verwaltungshoheit ausübte.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Völkerbund, Selbstbestimmungsrecht, Imperialismus, Mandatsgebiet und neokoloniale Machtverhältnisse strukturiert.
Ein tief verinnerlichter Rassismus legitimierte die Annahme, bestimmte Völker seien noch nicht selbstverwaltungsfähig, wodurch westliche Kolonialmächte ihre Vorherrschaft als Mandatsträger rechtfertigen konnten.
Wilsons Versprechen der Selbstbestimmung weckte weltweit Hoffnungen auf Unabhängigkeit bei kolonisierten Völkern, was zu einem verstärkten politischen Erwachen und der Intensivierung von Unabhängigkeitsbewegungen führte.
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