Bachelorarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung
2. Der Roman Master i Margarita von Michail Bulgakow
2.1. Ein neues Land, eine neue Welt, ein neuer Mensch
2.1.1. Die Neuorientierung der sowjetischen Gesellschaft
2.1.2. Die Literaturtheorie der Zeit: Methode des sozialistischen Realismus
2.2. Die Darstellung des Dämonischen im Roman Master i Margarita
2.2.1. Korowjew-Fagott
2.2.2. Begemoth
2.2.3. Asasello
2.2.4. Voland
2.3. Die Gesellschaftskritik im Roman Master i Margarita
2.3.1. „Gewöhnliche Menschen“
2.3.2. Der Literaturbetrieb
2.3.3. Die Tragödie des Künstlers in der sowjetischen Gesellschaft
2.4. Die Rolle des Dämonischen im Roman Master i Margarita
3. Der Roman Doktor Faustus von Thomas Mann
3.1. Die Darstellung des Dämonischen im Roman Doktor Faustus
3.1.1. „War meine Seel in Hochmut und Stolz zu dem Satan unterwegs gewesen“
3.1.2. Das Teufelsgespräch
3.1.3. Real oder irreal?
3.2. Die Kulturkritik im Roman Doktor Faustus
3.2.1. „Winfried“-Verbindung
3.2.2. Die Münchener Intellektuellen
3.2.3. Der Künstler und die Welt
3.3. Die Rolle des Dämonischen im Roman Doktor Faustus
4. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Transformation und Funktion der Teufelsthematik in Michail Bulgakows "Master i Margarita" und Thomas Manns "Doktor Faustus", um die gesellschafts- und kulturkritischen Implikationen beider Werke unter Einbeziehung des Dämonischen zu analysieren.
3.1.2. Das Teufelsgespräch
Das Teufelsgespräch bildet formal und inhaltlich den Mittelpunkt des gesamten Romangeschehens: es ist gewissermaßen ein Ergebnis von dem, was schon geschehen ist, und gleichzeitig die Voraussage bzw. die Ursache dessen, was noch geschehen wird. Der Dialog enthält viele Anhaltspunkte sowohl für die Realität als auch für die Fiktionalität des Teufels.
Das Ereignis kann von Zeitblom nicht genau datiert werden. Er vermutet jedenfalls, dass es im Zeitraum von 1911 bis 1912 stattgefunden hat, als Leverkühn mit seinem Leipziger Freund Rüdiger Schildknapp in einem kleinen Dorf Palestrina in Italien lebte. Wie der Chronist dem Leser berichtet, fixiert Adrian das Erlebte in Form eines Dialogs unmittelbar nach dem Geschehen auf dem Notenpapier. Wortwörtlich entnimmt Zeitblom die Schilderung des Dialogs der Niederschrift seines Freundes.
Der Teufel, der vor Adrian erscheint, ist keine feste Gestalt. Insgesamt vier Mal wechselt der Teufel innerhalb des Gesprächs sein Aussehen, wobei die erste und die letzte Gestalt identisch sind. Diese Veränderung wird vom Teufel folgend begründet: „Das ist reiner Zufall, wie ich aussehe, oder vielmehr, es macht sich so, es stellt sich so je nach den Umständen her, ohne dass ich auch nur acht darauf gebe.“ (DF, 307) Das äußere Bild des Teufels passt sich also den Umständen an. In diesem Fall korrespondiert es, wie noch im Einzelnen gezeigt werden soll, mit dem Inhalt des mit Leverkühns geführten Gesprächs. Das Einzige, was sich am Teufel nicht verändert, ist seine Stimme: „nasal, deutlich, gelernt wohllautend [...] bewahrt [sie] die Identität bei fließender Erscheinung“ (DF, 320).
1. Einführung: Die Einleitung stellt den vergleichenden Analyseanspruch beider Werke vor, wobei der Zugriff auf das Dämonische als zentrales stilistisches Mittel zur Gesellschafts- und Kulturkritik definiert wird.
2. Der Roman Master i Margarita von Michail Bulgakow: Dieses Kapitel analysiert Bulgakows Roman im Kontext der sowjetischen Gesellschaft der 1930er Jahre und untersucht die Rolle des Teufels Voland als satirische Instanz zur Enthüllung menschlicher Schwächen.
3. Der Roman Doktor Faustus von Thomas Mann: Hier wird Manns Künstlerroman als Parodie auf die deutsche Kulturgeschichte behandelt, wobei die Paktgeschichte zwischen Adrian Leverkühn und dem Teufel als Analogie zur nationalsozialistischen Entwicklung gedeutet wird.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung stellt beide Romane gegenüber, betont Gemeinsamkeiten in der Verwendung des Dämonischen und unterstreicht die jeweilige Schreibintention der Autoren im Hinblick auf die Diagnose gesellschaftlicher Krisen.
Dämonisches, Teufelspakt, Gesellschaftskritik, Kulturkritik, Michail Bulgakow, Thomas Mann, Adrian Leverkühn, Master i Margarita, Doktor Faustus, Moderne, Kunst, Sowjetgesellschaft, Nationalsozialismus, Vieldeutigkeit, Moral.
Die Bachelorarbeit vergleicht den russischen Roman "Master i Margarita" von Michail Bulgakow und den deutschen Roman "Doktor Faustus" von Thomas Mann im Hinblick auf ihre Auseinandersetzung mit dem Dämonischen.
Die Arbeit behandelt die Themen der Gesellschafts- und Kulturkritik, die Rolle des Künstlers in totalitären oder krisenhaften Systemen und die Transformation mythischer Modelle (insbesondere der Faustsage) in der modernen Literatur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie beide Autoren das Dämonische nutzen, um die Krisen ihrer jeweiligen Zeit und die moralischen Abgründe in den gesellschaftlichen Verhältnissen von Russland (1930er Jahre) und Deutschland zu analysieren.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche komparatistische Analyse, die den Textgehalt beider Romane auf Motive, Struktur und inhaltliche Korrespondenzen hin untersucht.
Im Hauptteil werden detailliert die Darstellung der dämonischen Kräfte, die Gesellschaftskritik durch diese Mächte und das Schicksal der zentralen Künstlerfiguren in beiden Romanen separat und vergleichend analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dämonisches, Teufelspakt, Gesellschaftssatire, Kulturgestalt, Krise der Moderne und künstlerische Autonomie.
Während Bulgakows Teufel Voland als satirischer, fast experimenteller Beobachter der sowjetischen Gesellschaft agiert, fungiert der Teufel in Thomas Manns Roman eher als eine psychologische Projektion, die Leverkühns künstlerischen Durchbruch und seinen moralischen Verfall begleitet.
In beiden Werken dient sie als Chiffre für die tödliche Begegnung mit dem Dämonischen bzw. der Krankheit, die einerseits künstlerische Enthemmung ermöglicht, aber andererseits den Untergang der Figur besiegelt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

