Diplomarbeit, 2009
214 Seiten, Note: 2
1. Einführung
1.1. Globale Rahmenbedingungen
1.2. Wissenschaftlicher Ansatz
1.3. Vorgehen
2. Wettbewerb
3. Cluster
3.1. Allgemein
3.1.1. Verschiedene Schulen
3.1.2. Grundlegende Vorteile
3.2. Governance
3.2.1. Allgemein
3.2.2. Governance in Clustern
3.3. Lernen und Innovation
3.4. Externe Verbindungen
4. Global Value Chains
4.1. Grundkonzept
4.1.1. Theorieentwicklung
4.1.2. Aktuelle Forschung
4.1.3. Grundlagen
4.2. Eintrittsbarrieren und Renten
4.3. Governance in GVC
4.3.1. Buyer- und producer-driven
4.3.2. Formen von Governance
4.3.3. Folgen der Governance
4.3.4. Gründe für Governance
4.4. Qualität und Standardisierung in GVC
5. Upgrading
5.1. Nationale Innovationskompetenz
5.2. Unternehmen
5.2.1. Voraussetzungen
5.2.2. Lernprozesse und Arten von Wissen
5.2.3. Formen
5.3. Upgrading in Clustern
5.3.1. Wissensdiffusion und informelle Kontakte
5.3.2. Auswirkung der Governance
5.3.3. Upgrading im Rahmen von „local innovation systems“
5.4. Upgrading in GVC
5.4.1. Auswirkungen der Governance
5.4.2. Formen von Upgrading in GVC
5.4.3. Quasi-Hierarchie
5.4.4. Markt
5.4.5. Netzwerke
5.5. Upgrading zwischen Clustern und GVC
6. Weltmarkt Wein
6.1. Differenzierung der Marktsegmente
6.2. Geschichte
6.3. Produktion
6.3.1. Konzentration in der Weinindustrie
6.3.2. Zukunft
6.4. Handel
6.5. Distribution und Handel
6.5.1. Der globale Markt
6.5.2. Distribution in Deutschland
6.5.3. Vermarktungsstrategien - Distribution
6.6. Struktur der Global Value Chain
6.6.1. Akteure
6.6.2. Verschiedene Weinketten
6.7. Zusammenarbeit
6.8. Upgrading
7. Weinland Südafrika
7.1. Gesamtwirtschaftliche Situation
7.2. Weinwirtschaft
7.2.1. Historische Entwicklung
7.2.2. Aktuelle Situation
7.3. Wettbewerb
7.4. Akteure
7.4.1. Firmenorganisation
7.4.2. Strategien
7.4.3. Struktur
7.5. Zusammenarbeit
7.5.1. Interessenvertretungen
7.5.2. Politik und Strategien
8. Untersuchungsregion Paarl
8.1. Methodik
8.1.1. Untersuchungsregion
8.1.2. Befragung
8.1.3. Operationalisierung
8.2. Allgemeine Daten
8.3. Innovation – Technischer Wandel und Wissensbasis
8.4. Institutionen
8.5. Netzwerke
8.5.1. Business Netzwerk
8.5.2. Governance
8.5.3. Ausländische Firmen
8.5.4. Andere Gruppen
8.6. Interpretation
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen globalen Wertschöpfungsketten (Global Value Chains) und lokalen Clustern am Beispiel der südafrikanischen Weinindustrie. Ziel ist es zu analysieren, wie die Form der Governance innerhalb einer Wertschöpfungskette das Upgrading-Potenzial von Akteuren innerhalb eines regionalen Clusters beeinflusst und welche Rolle lokale Wissensnetzwerke in diesem Zusammenhang spielen.
1. Einführung
Der Prozess der Globalisierung hat in der gesamten Weltwirtschaft und Gesellschaft Veränderungen bewirkt. Die entwickelten Länder des Nordens verlagern hierbei Produktionsschritte, insbesondere arbeitsintensive Schritte, in die „billigeren“ Länder des Südens. Für diese Länder bedeutet die Teilnahme an der Weltwirtschaft eine Chance zur Entwicklung ihrer gesamten ökonomischen Situation. Diese Chance konnten bisher jedoch nicht alle Länder nutzen. Vor allem die Länder des südlichen Afrikas konnten bisher von den Prozessen der Globalisierung nicht profitieren, während die Länder in Ost- und Südostasien in großen Schritten eine aufholende Entwicklung erlebten. Diese Verallgemeinerung auf die nationale Ebene führt jedoch zu der Gefahr, den Erfolg der Partizipation auf makroökonomische Faktoren zu beschränken.
Makroökonomische Faktoren, wie z.B. Wechselkurse, spielen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sicherlich eine Rolle, doch letztendlich sind es die Unternehmen, die sich durchsetzen müssen. Um auf den internationalen Märkten mit hohem Wettbewerb bestehen zu können, muss Qualität zu entsprechenden Preisen angeboten werden. Dies bedeutet für die Unternehmen, dass sie die Qualität ihrer Produkte und ihre Produktivität stetig verbessern müssen. Ein solches Upgrading muss zusammen mit den Beziehungen zu anderen Unternehmen betrachtet werden.
Firmen sind nicht nur in einem begrenzten Raum eingebunden, sondern über vielfältige Beziehung in die globalen Wirtschaftsströme. Diese globalen Wertschöpfungsketten werden oftmals von Unternehmen aus den entwickelten Ländern gesteuert, die damit auch die Zukunft anderer Unternehmen direkt oder indirekt mitbestimmen (GEREFFI 1994). Upgrading von Unternehmen aus den Entwicklungsländern ist abhängig von der Governance der globalen Unternehmen. Dies gilt umso mehr, je weniger innovativ diese abhängigen Unternehmen sind, bzw. inwieweit die Unternehmen in der Lage sind, von den globalen Leadern zu lernen (GEREFFI 1999b, GEREFFI UND KAPLINSKY 2001).
1. Einführung: Dieses Kapitel legt die theoretischen und globalen Rahmenbedingungen dar und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Global Value Chains und Clustern her.
2. Wettbewerb: Es wird die Wettbewerbstheorie, insbesondere der Ansatz des Wettbewerbsdiamanten nach Porter, als theoretisches Fundament erläutert.
3. Cluster: Das Kapitel definiert den Clusterbegriff, diskutiert theoretische Schulen sowie die Rolle von Governance und lokalem Lernen für die Wettbewerbsfähigkeit.
4. Global Value Chains: Hier wird das Konzept der globalen Wertschöpfungsketten eingeführt, einschließlich der Mechanismen von Eintrittsbarrieren, Governance-Typen und der Bedeutung von Qualität und Standardisierung.
5. Upgrading: Dieses Kapitel widmet sich den Upgrading-Prozessen von Unternehmen in Entwicklungsländern, differenziert nach verschiedenen Governance-Modellen und dem Zusammenspiel mit Clustern.
6. Weltmarkt Wein: Das Kapitel analysiert die spezifischen Marktstrukturen, Produktionsverhältnisse und Handelsdynamiken der globalen Weinindustrie.
7. Weinland Südafrika: Es wird die wirtschaftliche und weinwirtschaftliche Situation in Südafrika historisch und aktuell beleuchtet, unter Berücksichtigung der speziellen regionalen Bedingungen.
8. Untersuchungsregion Paarl: Der empirische Hauptteil präsentiert die Methodik und Ergebnisse der Untersuchung in der Region Paarl hinsichtlich Netzwerken, Governance und Innovation.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und der Beantwortung der zentralen Forschungsfragen zur Governance-Abhängigkeit lokaler Akteure.
Global Value Chains, Cluster, Weinindustrie, Südafrika, Upgrading, Governance, Wissensnetzwerke, Wettbewerbsfähigkeit, lokale Innovation, Marktsegmente, Produktion, Wissensdiffusion, Wertschöpfungskette, Paarl, Institutionen
Die Arbeit analysiert, wie lokale Unternehmen in Clustern durch ihre Einbindung in globale Wertschöpfungsketten (GVC) in ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihrem Innovationspotenzial beeinflusst werden.
Im Fokus stehen die Governance-Strukturen globaler Wertschöpfungsketten, das Upgrading von Unternehmen in Entwicklungsländern sowie die Bedeutung regionaler Cluster und Wissensnetzwerke für die industrielle Entwicklung.
Das Ziel ist es, den bisher unzureichend erforschten Einfluss der internen Governance von Clustern und globalen Wertschöpfungsketten auf das Upgrading-Verhalten einzelner Unternehmen zu verstehen.
Die Arbeit kombiniert einen theoretisch-analytischen Teil mit einer deduktiven, quantitativen empirischen Studie, basierend auf einer Befragung von Weinproduzenten in der Region Paarl (Südafrika).
Der Hauptteil behandelt theoretische Konzepte (Cluster, GVC), die Spezifika des globalen Weinmarktes sowie die detaillierte empirische Auswertung der südafrikanischen Weinindustrie.
Paarl dient als konkretes Fallbeispiel, um die theoretischen Hypothesen über lokale Wissensnetzwerke und governance-spezifische Upgrading-Möglichkeiten in der Praxis zu prüfen.
Südafrika bietet nach dem Ende der Apartheid ein ideales Umfeld, um den Übergang lokaler Industrien in globale Märkte unter neuen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu beobachten.
Diese unterscheiden sich primär durch die Akteure, die die Governance dominieren – bei "buyer-driven" sind es große Einzelhändler oder Markenartikler, bei "producer-driven" sind es große industrielle Produzenten.
Die Untersuchung zeigt, dass Produzenten in modularer Governance-Einbindung besser von lokalen Wissensnetzwerken profitieren können als Produzenten in Captive- (Quasi-Hierarchie) oder relationalen Strukturen.
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