Masterarbeit, 2005
244 Seiten, Note: 1,3
1) Die Stadt Bonn von 1945 bis zum Jahre 1989
1.1 Entwicklungsgeschichte der Bundeshauptstadt Bonn
1.1.1 Politische Situation nach dem zweiten Weltkrieg
1.1.2 Die Wahl der Stadt Bonn als Bundeshauptstadt und Regierungssitz
1.1.3 Die Hauptstadt Bonn als anfängliches Provisorium
1.1.4 Städtebauliche Topografie von Bonn
1.2 Entwicklung der Stadt Bonn als Regierungssitz
1.2.1 Keimzellen der Hauptstadt Bonn
1.2.2 Die anfängliche Architektur
1.2.3 Neubauten und ihre Repräsentationsfunktion
1.2.4 Das Ende des Provisoriums
1.2.5 Bauten und Umbauten in der Folgezeit
1.3 Verständnis und Präsentation des neuen politischen Systems
1.3.1 Hauptstadt und Architektur
1.3.2 Demokratie und Architektur
1.3.3 Die ersten bauten der “demokratischen Architektur” der Bundesbauten Bonns
1.3.4 Die Repräsentationsfunktion der späteren Architektur Bonn
2) Nutzung und Wandel der Regierungsbauten 1989 - 2005
2.1 Wiedervereinigung Deutschlands
2.1.1 Der Umzug des Regierungssitzes
2.1.2 Berlin als alte und neue Bundeshauptstadt
2.1.3 Konsequenzen für die Stadt Bonn
2.2 Nutzung der Regierungsobjekte
2.2.1 Kontinuierliche und temporäre Nutzung
2.2.2 Auslastung der Bonner Parlamentsgebäude durch Neunutzer
2.2.3 Regierungsbauten als historische Orte
2.3 Denkmalschutz und Denkmalpflege der Bonner Regierungsbauten
2.3.1 Das Denkmalrecht
2.3.2 Bereits ausgewiesene Einzeldenkmäler
2.3.2.1 Der “Lange Eugen”
2.3.2.2 Haus Carstanjen
2.3.3 Die unscheinbaren Denkmäler der Regierung
2.3.4 Umsetzungsprobleme der Denkmalpflege
2.3.4.1 Plenarbereich von Günter Behnisch
2.3.5 Regierungsviertel als komplexer Denkmalbereich
3) Zukunftsperspektiven
3.1 Der Wandel der Stadt Bonn
3.1.1 Regierungswechsel - kulturelle und städtische Veränderungen
3.1.2 Neuorientierung - Bonn auf dem Weg zur UN Stadt
3.1.3 Rückbesinnung auf eigene Identität
3.2 Umnutzung des Bundesviertels
3.2.1 Investoren und Neuplanungen - Auweitung des IKBB
3.2.2 Zukunftspläne und Denkmalpflege
3.2.3 Kompromisse und Abrisse der Denkmäler
3.3 Konzepte zur Neugestaltung
3.3.1 Konzepte der Neunutzung
3.3.2 Städtebauliche Zukunftsentwicklung
3.3.3 Resumee
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und architektonische Gestaltung der Regierungsbauten in Bonn, insbesondere vor dem Hintergrund des provisorischen Hauptstadtstatus nach 1949, des späteren Umzugs nach Berlin und der daraus resultierenden Herausforderungen für den Denkmalschutz und die zukünftige städtebauliche Neunutzung.
1.2.3 Neubauten und ihre Repräsentationsfunktion
Auch wenn sich in der wahllos erfolgenden architektonischen Gestaltung die auf den provisorischen Charakter Bonns ausgerichtete Planung zeigte, so gab es doch bereits in den 1960er Jahren prägnante Neubauten, die den provisorischen Charakter Bonns zunächst als einzelne und isolierte Bauten durchbrachen.
Ein solcher auf die dauerhafte Angemessenheit einer Repräsentationsfunktion angelegte Bau ist der 1963/64 auf Veranlassung von Bundeskanzler Erhard im Park des Palais Schaumburg errichtete Kanzlerbungalow, der als Wohnhaus des Bundeskanzlers inmitten eines unter Naturschutz stehenden Baumbestandes von dem Architekten Sepp Ruf aus München in Zusammenarbeit mit der Bundesbaudirektion errichtet wurde. Die Anlage gliedert sich entsprechend der Funktionen Wohnen und Begegnen in zwei quadratische, einander versetzt-zugeordnete eingeschossige Atriumsbauten, die sich harmonisch in die Parksituation einfügen. Die Großzügigkeit der Konzeption wird mitbestimmt durch die Beschränkung in der Verwendung der Werkstoffe. Im Innern, auf den Terrassen und im Atriumshof liegen durchgehende Travertinplatten. Die im Innern und im Äußeren durchgehenden unbehandelten Holzdecken in brasilianischer Kiefer bilden einen Kontrast zu den Klinkerwänden Im kleineren Baukörper befinden sich vorwiegend die Privaträume des Bundeskanzlers. Sie sind nach innen orientiert. Im Gegensatz dazu öffnet sich der größere und höhere Bauteil, der ausschließlich der Begegnung und den Empfängen vorbehalten ist, mit seinem Geschoss und hohen Glaswänden zu den Außenräumen des Parks.
Die dauerhaftere Darstellung der Repräsentationsfunktion dieses Gebäudes spiegelt sich wider in der durch die Architektur ausgedrückten Repräsentation und angemessenen Würde, die deutlich wird in der architektonischen Diszipliniertheit und der unaufdringlichen Gestaltung, deren Maßstäbe und Proportionen bis ins Detail hin ausgewogen und konsequent gebildet wurden. Durch seine Schwerelosigkeit, Weiträumigkeit, sachliche Eleganz und Offenheit wirkt der Kanzlerbungalow heiter trotz seiner strengen Ordnung. Er verzichtet auf Effekte und ist ausgewogen in einer Harmonie, die sich auch in der Raumausstattung widerspiegelt. Die Konturen der Räume sind fließend und je nach Bedürfnissen veränderbar, denn durch Versenkwände im Empfangs- und Speiseraum können größere Raumeinheiten hergestellt werden. Die horizontal geführten Fensterwände öffnen sich zum Park hin wie auch zum Innenhof. Nur wenige Stahlstützen halten das weit ausragende, schwebende Dach.
1) Die Stadt Bonn von 1945 bis zum Jahre 1989: Analyse der politischen und architektonischen Entwicklung Bonns vom provisorischen Sitz der Bundesorgane zur etablierten Bundeshauptstadt.
2) Nutzung und Wandel der Regierungsbauten 1989 - 2005: Untersuchung der Folgen der Wiedervereinigung für die städtebauliche Landschaft Bonns und der damit verbundenen Herausforderungen für den Denkmalschutz.
3) Zukunftsperspektiven: Diskussion der städtebaulichen Neunutzung, der Rolle als UN-Stadt und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung bei gleichzeitigem Erhalt des historischen Erbes.
Bonn, Bundeshauptstadt, Regierungsviertel, Regierungsbauten, Architektur, Denkmalschutz, Denkmalpflege, Demokratie, Wiedervereinigung, UN-Stadt, Städteplanung, Provisorium, Repräsentation, Umnutzung, Bonner Republik
Die Arbeit befasst sich mit der wechselvollen Geschichte der Bonner Regierungsbauten von 1945 bis zum Jahr 2005 und deren architektonischer sowie denkmalschützerischer Bedeutung.
Die Themen umfassen die politische Geschichte Bonns, die Architektur demokratischer Institutionen, die städtebaulichen Veränderungen nach dem Regierungsumzug nach Berlin und die Herausforderungen bei der Erhaltung dieser Bauwerke als historische Zeugnisse.
Das Ziel ist die Erörterung, wie der Denkmalwert der historischen Regierungsbauten Bonns beurteilt werden kann und ob dieser aus ästhetischen Elementen oder den historischen Bedingtheiten abgeleitet werden muss.
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse der architektonischen Entwicklung sowie eine fachliche Betrachtung der denkmalrechtlichen Situation in Nordrhein-Westfalen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entstehungsgeschichte, den architektonischen Wandel nach der Wiedervereinigung und die fachlichen Auseinandersetzungen um den Schutz des Regierungsviertels.
Zentrale Begriffe sind Bonner Republik, Provisorium, architektonische Repräsentation, Demokratie, Denkmalschutz und Strukturwandel.
Der provisorische Charakter führte zu einer oft als schlicht oder unauffällig wahrgenommenen Architektur, da Investitionen in langfristige, prunkvolle Großbauten bewusst vermieden oder politisch untersagt wurden.
Das einunddreißiggeschossige Abgeordnetenhochhaus markiert nicht nur das Ende des provisorischen Charakters durch seine moderne architektonische Präsenz, sondern ist auch ein international anerkanntes Symbol für Bonn als Regierungssitz.
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