Masterarbeit, 2018
120 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Was ist Demenz?
2.1. Demenzen allgemein
2.2. Leichte kognitive Beeinträchtigungen
2.3. Alzheimer-Demenz
2.3.1. Ursachen
2.3.2. Frühe Phase
2.3.3. Mittlere Phase
2.3.4. Späte Phase
2.3.5. Präsenile Alzheimer-Demenz
2.4. Vaskuläre Demenzen
2.5. Frontotemporale Demenzen
2.6. Andere Demenzen
2.7. Diagnose von Demenzerkrankungen
2.8. Vorsorge und Behandlung von Demenzerkrankungen
3. Forschung mit Demenzkranken
3.1. Allgemeine berufsethische Grundlagen für Studiendesigns
3.2. Therapeutische und nicht-therapeutische Forschung
3.3. Forschung mit nicht-einwilligungsfähigen Patient*innen
3.4. Selbstbestimmte Zustimmung
3.4.1. Informed Consent
3.4.1.1. Informed Consent allgemein
3.4.1.2. Informed Consent und Demenz
3.4.2. Advance Directives
3.4.2.1. Advance Directives allgemein
3.4.2.2. Begrenzte Vorstellbarkeit und Konkretheit
3.4.2.3. Personelle Kontinuität der Patient*innen
3.4.2.4. Zwischenfazit
3.4.3. Stellvertretende Zustimmung
3.5. Nicht-Schadens-Prinzip und Nutzen-Risiko-Analyse
3.6. Ethische Bewertung der Forschung mit Demenzkranken
4. Umgang mit Unruhe
4.1. Unruhe
4.2. Selbstbestimmung allgemein
4.3. Selbstbestimmung in der Pflege
4.4. Umgang mit Unruhe
4.4.1. Freiheitsentziehende Maßnahmen und Medikamente
4.4.2. Fiktive Realitäten
4.5. Selbstbestimmung oder Fürsorge?
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung bei Demenz und dem Fürsorgeprinzip, insbesondere im Kontext von wissenschaftlicher Forschung und pflegerischer Praxis. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern eine selbstbestimmte Lebensführung und eine Partizipation an Forschung trotz kognitiver Einschränkungen gewahrt werden können und wo der Schutz der vulnerablen Patientengruppe durch das Fürsorgeprinzip ethisch begründet ist.
2.3. Alzheimer-Demenz
„Mit einem Anteil von über 60 Prozent ist die Alzheimer-Demenz die häufigste aller Demenzerkrankungen.“ Sie ist eine neurodegenerative zerebrale Krankheit, deren Ursachen nach wie vor unbekannt sind. Der Verlauf erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Während dieser Zeit werden Nervenzellen zerstört und es treten sogenannte neurotische Plaques und Neurofibrillenveränderungen auf. Dies schlägt sich in der Symptomatik nieder, die jedoch in Dauer und Stärke individuell variiert. Die ersten betroffenen Regionen sind diejenigen, die für das Behalten neuer Informationen zuständig sind, was erklärt, warum die Krankheit mit Klagen über Gedächtnisausfälle und mit Gedächtnisstörungen beginnt. Funktionell führen die Hirnveränderungen zu einer Deafferenzierung (Unterbrechung des neuronalen Signaltransports zum Gehirn) des limbischen Systems, einer nachhaltigen Schädigung neokortikaler Feedforward- und Feedback-Systeme und zu einer cholinergen Denervation des Neokortex. Das limbische System ist unter anderem zuständig für emotionale Zustände (Amygdala) und Gedächtnisprozesse (Hippocampus). Eine Deafferenzierung des limbischen Systems führt somit zu den typischen Alzheimer Symptomen und kann massive Auswirkungen im täglichen Leben der Patient*innen haben.
Die Veränderungen des Gehirns betreffen anfangs vor allem den zerebralen Kortex und das für die Lernfähigkeit und Affektkontrolle bedeutsame limbische System. Als klares Kennzeichen einer Alzheimer-Demenz gelten Ablagerungen aggregierter Proteine, neuritischer Plaques und neurofibrillärer Bündel (Tangles). Diese können derzeit allerdings erst durch eine Hirnbiopsie posthum nachgewiesen werden. Der zerebrale Kortex gliedert sich in fünf Lappen. Dazu gehören der Frontallappen, der sich an der motorischen Kontrolle und an kognitiven Aktivitäten wie Planen und Entscheiden beteiligt, der Parietallappen, der für die Empfindungen wie Berührung, Schmerz und Temperatur zuständig ist, der Okzipitallappen, der visuelle Informationen bearbeitet und der Temporallappen, der für das Hören verantwortlich ist.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende diagnostische Relevanz von Demenzerkrankungen in der alternden Gesellschaft und führt in die ethische Spannung zwischen dem Streben nach Selbstbestimmung und dem notwendigen Schutz durch das Fürsorgeprinzip ein.
2. Was ist Demenz?: Dieses Kapitel bietet einen medizinischen Überblick über verschiedene Demenzformen, deren Verläufe, Schweregrade und Diagnosekriterien, um die ethischen Problemstellungen differenziert betrachten zu können.
3. Forschung mit Demenzkranken: Hier wird die ethische Legitimität der Forschung mit besonders vulnerablen Personengruppen diskutiert, wobei der Fokus auf Einwilligung, informierter Zustimmung, Schadensminderung und der Rolle von (Forschungs-)Verfügungen liegt.
4. Umgang mit Unruhe: Dieser Teil befasst sich mit den pflegeethischen Herausforderungen bei unruhigem Verhalten, wobei insbesondere kritische Interventionen wie Medikation, Fixierung oder der bewusste Einsatz von Täuschung reflektiert werden.
5. Fazit: Das Fazit führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Selbstbestimmung und Fürsorge in einem relationalen, unterstützenden Kontext auszubalancieren.
Demenz, Alzheimer, Selbstbestimmung, Autonomie, Forschungsethik, Pflegeethik, Fürsorgeprinzip, Vulnerabilität, Informed Consent, Advance Directives, Demenzforschung, Medikation, Fixierung, Patientenverfügung, Ethik der Demenz.
Die Arbeit untersucht das ethische Spannungsverhältnis zwischen dem Respekt vor der Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz und der fürsorgerischen Pflicht, diese Patienten vor Schaden zu schützen, insbesondere in Forschungskontexten und der stationären Pflege.
Die zentralen Felder sind die ethischen Voraussetzungen für Forschung mit demenziell Erkrankten (Forschungsethik), die Komplexität der Entscheidungskompetenz sowie der Umgang mit herausforderndem Verhalten, wie Unruhe in der pflegerischen Betreuung (Pflegeethik).
Ziel ist es zu erarbeiten, inwieweit Selbstbestimmung trotz Demenz als Prinzip ethischen Handelns gewahrt werden kann, ohne dabei das Gebot der Fürsorge zu vernachlässigen.
Es handelt sich um eine ethische Analyse, die auf der Auswertung medizinischer, pflegewissenschaftlicher und philosophischer Literatur zum Thema Demenz, Autonomie und Forschungsethik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Fundierung, eine detaillierte Diskussion über die Bedingungen für Forschung mit nicht-einwilligungsfähigen Personen sowie eine Reflektion über den pflegerischen Umgang mit herausforderndem Verhalten mittels freiheitsentziehender Maßnahmen oder fiktiver Realitäten.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Demenz, Selbstbestimmung, Fürsorgeprinzip, Vulnerabilität, Informed Consent und Forschungsethik definieren.
Die Arbeit hinterfragt, ob Schein-Elemente wie „Phantombushaltestellen“ ethisch vertretbar sind, da sie zum einen beruhigend auf Erkrankte wirken können, aber zum anderen eine Täuschung darstellen, die die Autonomie des Einzelnen in Frage stellt.
Nein. Die Arbeit betont, dass Demenz und Autonomie nicht unvereinbar sind und Entscheidungskompetenz als graduelle Fähigkeit verstanden werden muss, die individuell und für spezifische Situationen geprüft werden sollte.
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