Diplomarbeit, 2008
107 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
2 Das Verbundprojekt IT-FoodTrace
3 Formen der Befragung
3.1 Standardisierungsgrad
3.1.1 Voll-standardisiert
3.1.2 Teil-standardisiert
3.1.3 Nicht-standardisiert
3.2 Kommunikationsform
3.2.1 Mündliche Befragung
3.2.2 Schriftliche Befragung
3.2.3 Telefonische Befragung
3.2.4 Online-Befragung
3.3 Delphi-Befragung als spezielle Form der Befragung
3.3.1 Anwendungszwecke und Einsatzgebiete
3.3.2 Typen von Delphi-Befragungen
3.3.3 Das klassische Delphi-Design
4 Gütekriterien der Befragung
4.1 Objektivität
4.2 Reliabilität
4.3 Validität
5 Formale Kriterien zur Fragebogenmodellierung
5.1 Begriff und Zielsetzungen eines Fragebogens
5.2 Fragenformulierung
5.2.1 Fragenformen
5.2.1.1 Offene Fragen
5.2.1.2 Geschlossene Fragen
5.2.1.3 Halboffene Fragen (Hybridfragen)
5.2.1.4 Direkte Fragen/indirekte Fragen
5.3 Antwortvorgaben und Skalen
5.3.1 Skalenniveaus
5.3.1.1 Nominalskalen
5.3.1.2 Ordinalskalen
5.3.1.3 Intervallskalen
5.3.1.4 Ratioskalen
5.3.2 Skalierungen zur Einstellungsmessung
5.3.2.1 Rating-Skala
5.3.2.2 Likert-Skala
5.3.3 Antworttendenzen
5.4 Aufbau des Fragebogens
5.4.1 Fragensukzession
5.4.2 Funktionsfragen
5.4.2.1 Einleitungs-/Eisbrecherfragen
5.4.2.2 Übergangs-/Überleitungsfragen
5.4.2.3 Filter- und Trichterfragen
5.4.2.4 Kontrollfragen
5.4.2.5 Schlussfragen
5.5 Layout
5.5.1 Einleitungstext
5.5.2 Schlussformel
5.6 Pretest
5.6.1 Aufgaben
5.6.2 Verfahren
5.6.2.1 Pretestverfahren im Feld
5.6.2.2 Kognitive Verfahren
5.6.2.3 Andere Verfahren
5.7 Rücklauf
6 Gestaltungsmöglichkeiten des Delphi-Fragebogens
6.1 Einsatz geschlossener Fragen
6.1.1 Fragetypen
6.1.1.1 Kompetenzfrage bzw. Selbsteinschätzung der Experten
6.1.1.2 Zeitintervalle/Zeitraum der Verwirklichung
6.1.1.3 Bewertung von Szenarien
6.1.1.4 Numerische Schätzfragen
6.1.1.5 Weitere mögliche Fragetypen
6.1.2 Bündelung von Fragetypen
6.2 Einsatz offener Fragen
6.2.1 Offene Fragen in der quantitativen Befragungsrunde
6.2.2 Offene Fragen in der qualitativen Befragungsrunde
6.3 Gestaltung des Feedbacks
6.3.1 Feedback bei Zeitpunkten bzw. –intervallen
6.3.2 Feedback bei der Bewertung von Sachverhalten
6.4 Gestaltung des Layouts
7 Zusammenfassung und Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Unterstützung bei der Fragebogenmodellierung im Rahmen des Verbundprojekts IT-FoodTrace. Dabei sollen theoretische Grundlagen erarbeitet werden, die als Anleitung für die Erstellung eines Delphi-Fragebogens dienen, um Expertenmeinungen zu Folgen der IT-FoodTrace-Technologie systematisch zu erfassen.
3.1 Standardisierungsgrad
Man unterscheidet Befragungen üblicherweise nach dem Grad ihrer Standardisierung in voll-standardisierte, teil-standardisierte und nicht-standardisierte Befragungen.6
3.1.1 Voll-standardisiert
Der voll-standardisierten Befragung liegt ein strikt einzuhaltender Fragebogen vor. In diesem sind die Anzahl und Formulierung der Fragen, ihre Reihenfolge sowie die Antwortmöglichkeiten vollständig vorgegeben. Mit der Standardisierung wird das Ziel verfolgt, von allen befragten Personen, miteinander vergleichbare Antworten auf ein und dieselbe Frage zu erhalten. Die Antwortvorgaben dienen dazu den Sinn der Frage verständlicher zu machen und helfen dabei die Auswertung der Antworten schneller und vollständiger zu erfassen.7
Ein Beispiel für eine solche Frage ist:
„Wie viele Stunden am Tag nutzen sie das Internet?“ (Zutreffendes bitte ankreuzen)
Eine Stunde am Tag []
Eine bis zwei Stunden []
Länger []
Kürzer []
Ohne Antwortvorgaben, hätte man wahllose, miteinander nicht vergleichbare Antworten, wie „gar nicht“, „ich habe kein Internetzgang“, „kommt drauf an…“, usw. erhalten. Hier liegt der Vorteil standardisierter Befragungen; neben der Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der Antworten, sind die Ergebnisse auch leichter zu quantifizieren. Da keine Fragen hinzugefügt werden können und die Formulierung der Fragen nicht verändert werden kann, weisen die standardisierten Befragungen eine hohe Zuverlässigkeit (Reliabilität, vgl. Kapitel 4.2) auf. Einschränkungen ergeben sich bei der Gültigkeit (Validität, vgl. Kapitel 4.3) der Fragestellung und der Antwortvorgaben, wenn diese nicht die wahre Situation der Befragten erfasst. Durch die Vorformulierung der Fragen und Antwortmöglichkeiten wird der Informationsgehalt beschnitten und es werden teilweise künstliche Antworten generiert. Standardisierte Befragungen eignen sich deswegen eher zur Erfassung bekannter Themengebiete. Durch klare Formulierung der Fragen und leicht unterscheidbarer Antwortmöglichkeiten können diese am einfachsten abgedeckt werden.8
1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in das Forschungsvorhaben IT-FoodTrace und Definition des Ziels, einen Delphi-Fragebogen zur Folgenabschätzung zu modellieren.
2 Das Verbundprojekt IT-FoodTrace: Beschreibung des Forschungsverbundes IT-FoodTrace und der geplanten IT-gestützten Dokumentation der Wertschöpfungskette.
3 Formen der Befragung: Übersicht über verschiedene Befragungsarten, differenziert nach Standardisierungsgrad und Kommunikationsform, inklusive der Delphi-Befragung.
4 Gütekriterien der Befragung: Erläuterung der wissenschaftlichen Kernkriterien Objektivität, Reliabilität und Validität für die empirische Sozialforschung.
5 Formale Kriterien zur Fragebogenmodellierung: Detaillierte Darstellung der Grundlagen zur Konstruktion, von der Fragenformulierung über Skalenniveaus bis hin zum Pretest.
6 Gestaltungsmöglichkeiten des Delphi-Fragebogens: Spezifische Anwendung der Modellierungskriterien auf das Delphi-Design, einschließlich Fragetypen und Feedback-Strategien.
7 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der erarbeiteten Grundlagen und Bestätigung der Notwendigkeit konzeptioneller Planung bei der Fragebogenentwicklung.
Fragebogenmodellierung, Delphi-Studie, IT-FoodTrace, empirische Sozialforschung, Standardisierung, Objektivität, Reliabilität, Validität, Skalierungsverfahren, Likert-Skala, Pretest, Total-Design-Methode, Expertenbefragung, Feedback-Gestaltung, Wertschöpfungskette
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Unterstützung bei der Erstellung eines Fragebogens für eine Delphi-Studie im Kontext des Verbundprojekts IT-FoodTrace.
Im Zentrum stehen die Formen der empirischen Befragung, die wissenschaftlichen Gütekriterien, die Techniken der Fragen- und Skalenkonstruktion sowie spezifische Gestaltungsaspekte für Delphi-Fragebögen.
Ziel ist es, theoretische Grundlagen und eine Art "Anleitung" für die Modellierung eines Delphi-Fragebogens zu schaffen, um die Folgenabschätzung der IT-FoodTrace-Technologie zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Methoden der empirischen Sozialforschung und überträgt diese Erkenntnisse gezielt auf das Instrument der Delphi-Befragung.
Der Hauptteil gliedert sich in allgemeingültige Kriterien zur Fragebogenmodellierung (Kapitel 5) und spezifische Gestaltungsmöglichkeiten für den Delphi-Fragebogen (Kapitel 6).
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Fragebogenmodellierung, Delphi-Studie, Gütekriterien, Skalierungsverfahren und IT-FoodTrace charakterisieren.
Durch die Anwendung standardisierter Fragebögen, Expertenauswahl, Anonymität, statistische Gruppenauswertung und wiederholte Befragungsrunden, ergänzt durch die Einhaltung der Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität.
Der Pretest ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Fragebogenkonstruktion, um Verständnisprobleme und technische Schwierigkeiten vor dem eigentlichen Einsatz der Studie zu identifizieren und zu beheben.
Das Feedback dient dazu, Experten über die Einschätzungen der anderen Teilnehmer zu informieren, was ihnen ermöglicht, ihre eigenen Ansichten zu überdenken oder zu revidieren, um so eine fundierte Gruppenmeinung zu bilden.
Es handelt sich um einen von Don Dillman entwickelten Empfehlungskatalog für die Ausgestaltung, das Design und die praktische Implementation von Befragungen, um die Rücklaufquoten, insbesondere bei postalischen Studien, signifikant zu erhöhen.
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