Bachelorarbeit, 2009
58 Seiten, Note: 2,0
1. Geschichtlicher Hintergrund
2. Allgemeine Definition und Symptomatik von ADHS
3. Neuropathologie des Zentralen Nervensystems
3.1. Embryonale und frühkindliche Hirnentwicklung
3.2. Funktion und Neuropatholgie des Kortex
3.3. Funktion und Neuropathologie weiterer Hirnbereiche
4. Neurobiologische Ätiopathogenese für ADHS
4.1. Untersuchungsmethoden in der ADHS-Forschung
4.1.1. Positronen-Emissions-Tomopgraphie (PET) und Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT)
4.1.2. Magnetresonanztomographie (MRT)
4.1.3. Elektroenzephalogramm (EEG)
4.2. Untersuchungsgebiete
4.3. Frühkindliche Entwicklung des dopaminergenen Systems
5. Möglichkeiten der Diagnose
5.1. Diagnoseverlauf
5.2. Testverfahren zum systematischen Symptombericht
5.3. Klinischer Aufenthalt
6. Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
6.1. Medikamente und deren Einsatz bei Kindern mit ADHS-Diagnose
6.2. Die Wirkung von Methylphenidat
6.3. Kritik an der medikamentösen Behandlung
7. Auswirkungen im Sozial- und Lernverhalten
8. Arbeit an der Schule und die Bedeutung der Lehrkraft
8.1. Vorbeugende Maßnahmen im Elternhaus
8.2. Didaktische Methoden in der Schule
8.3. Bedeutung der Lehrerrolle
9. Auswertung der eigenen Befragung
10. Therapeutische Möglichkeiten neben der medikamentösen Behandlung
10.1. Beratungsangebote
10.2. Therapiemöglichkeiten
11. Fazit
Die Arbeit untersucht das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) im Kindesalter mit einem besonderen Fokus auf die neurobiologischen Grundlagen, Diagnoseverfahren und Behandlungsmöglichkeiten, wobei ergänzend eine empirische Befragung an einer Schule durchgeführt wurde, um Symptomwahrnehmung und Unterstützungsbedarfe zu erfassen.
3.1. Embryonale und frühkindliche Hirnentwicklung
Mit der Schließung des Neuralrohrs, von kaudal beginnend, bildet sich das Zentrale Nervensystem über das Stammhirn, dem Mesencephalon mit Thalamus, Hypothalamus und dem limbischen System, zum Prosencephalon hin aus (Hüther und Bonney, 2004).
Die Nervenzellen entstehen durch Teilung von Neuroblasten, die in der Umgebung des Hohlraumes des Neuralrohrs liegen. Die noch undifferenzierten Zellen wandern in das Zielgebiet anhand der langen Fortsätze von Gliazellen. Im Zielgebiet bilden sich Zellverbände aus. Dazu ist ein Erkennungsmechanismus nötig, welches aus membranständigen Glykoproteinen, sogenannten „nerve cell adhesion molekules“, besteht. Durch diese Proteine werden Zellen vernetzt, die durch ein Schlüssel-Schloss-Prinzip zusammenfinden (Klinke und Silbernagl, 2001).
Bereits der Fetus hat bis zur 28. Schwangerschaftswoche die endgültige Gesamtzahl der Neuronen erreicht, die noch bis zum 4. Lebensjahr wachsen und ausdifferenzieren.
Auch die Proliferation der Nervenzellen ist bereits beendet (Klinke und Silbernagl, 2001).
In einigen Regionen werden jedoch noch lange nach der Geburt Gliazellen produziert und Myelinscheiden geformt (Hüther und Bonney, 2004).
Die Myelinisierung beginnt in der 24. Woche und schließt erst im 6. Lebensjahr ab.
Neuronale Verbindungen und synaptische Verschaltungen bilden die Grundlage für eine weitere Ausbildung und Stabilisierung der Interaktionsmuster. Zunächst verläuft die Hirnentwicklung weitestgehend autonom, selbstorganisiert und eigendynamisch. Sobald jedoch das Wachstum beendet ist, verliert das Gehirn diese Eigendynamik und wird zunehmend von außen beeinflussbar.
Die Nervenausbildung in bestimmte Richtungen kann nicht festgelegt oder beeinflusst werden. Nervenzellen sind lediglich in der Lage sich zu teilen, solange das lokale Mikroenvironment günstig ist und setzen sich entlang bestimmter Signalstoffgradienten fort. Dies ist eine Folge der eigenen Wachstumsdynamik, also den Gradienten von Nährstoffen, Metaboliten, Signalstoffen usw. oder von äußeren Einflüssen, wie sensorischen Eingängen oder äußeren Störungen des Inneren Bedingungsgefüges.
1. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Wahrnehmung von unaufmerksamen und hyperaktiven Kindern in Deutschland, beginnend mit historischen Erzählungen bis hin zu medizinischen Einordnungen.
2. Allgemeine Definition und Symptomatik von ADHS: Hier werden die Kernsymptome von ADHS sowie die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Ursachenfindung und Klassifizierung der Störung definiert.
3. Neuropathologie des Zentralen Nervensystems: Dieses Kapitel beschreibt die biologischen Grundlagen der Hirnentwicklung und weist auf strukturelle sowie funktionelle Auffälligkeiten in spezifischen Hirnbereichen bei ADHS-Patienten hin.
4. Neurobiologische Ätiopathogenese für ADHS: Es werden moderne Untersuchungsmethoden wie PET, MRT und EEG erläutert und mit den genetischen sowie transmitterbasierten Hypothesen zur Entstehung von ADHS verknüpft.
5. Möglichkeiten der Diagnose: Dieser Abschnitt beschreibt den komplexen Diagnoseverlauf, verschiedene Testverfahren und die Bedeutung des klinischen Umfelds bei der Identifizierung von ADHS.
6. Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten: Hier wird der Einsatz von Psychostimulanzien wie Ritalin beleuchtet, deren Wirkweise erklärt und eine kritische Auseinandersetzung mit der medikamentösen Behandlung geführt.
7. Auswirkungen im Sozial- und Lernverhalten: Dieses Kapitel analysiert die psychosozialen Folgen für Kinder und Jugendliche mit ADHS, insbesondere im Hinblick auf soziale Beziehungen, Selbstwertgefühl und den Schulalltag.
8. Arbeit an der Schule und die Bedeutung der Lehrkraft: Es werden präventive Maßnahmen und didaktische Strategien für Lehrkräfte vorgestellt, um betroffene Schüler optimal zu fördern und emotional zu unterstützen.
9. Auswertung der eigenen Befragung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer eigenen empirischen Befragung an einer Gesamtschule und vergleicht diese mit den theoretischen Erkenntnissen.
10. Therapeutische Möglichkeiten neben der medikamentösen Behandlung: Hier wird ein Überblick über multimodale Therapieansätze gegeben, die über die reine Medikation hinausgehen, wie z.B. Verhaltenstherapie oder Neurofeedback.
11. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der ADHS-Diskussion und der Notwendigkeit einer individuellen, ganzheitlichen Unterstützung der Betroffenen.
ADHS, ADS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Neuropathologie, Dopamin, Methylphenidat, Ritalin, Neurofeedback, Schulpädagogik, Verhaltenstherapie, Gehirnentwicklung, Diagnostik, Lernverhalten, Multimodale Therapie
Die Arbeit befasst sich mit der neurologischen, diagnostischen und pädagogischen Aufarbeitung des Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen.
Die Schwerpunkte liegen auf den neurobiologischen Grundlagen, den Möglichkeiten der Diagnose, der Kritik an der medikamentösen Behandlung und der praktischen Unterstützung im Schulalltag.
Das Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammenzufassen und durch eine eigene empirische Befragung an Schülern zu überprüfen, wie Symptome wahrgenommen werden und welche Unterstützung sich Betroffene wünschen.
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zum Forschungsstand mit einer quantitativen Befragung von 80 Schülerinnen und Schülern an einer Integrierten Gesamtschule.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zur Neuropathologie, eine kritische Diskussion der Medikalisierung, pädagogische Interventionsmöglichkeiten und die methodische Auswertung der eigenen Schülerbefragung.
Zentrale Begriffe sind ADHS, Dopamin-Mangel-Theorie, Methylphenidat, multimodale Therapie, schulische Förderung und emotionale Sicherheit.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Langzeitfolgen unzureichend erforscht sind, die Ursachen oft tiefer liegen und die Gefahr besteht, dass Kinder ein Abhängigkeitsverhältnis zum Medikament entwickeln.
Die Lehrkraft soll als Moderator und Vertrauensperson fungieren, Humor, Geduld und Einfühlungsvermögen zeigen sowie klare, strukturierte Rahmenbedingungen schaffen.
Ein Großteil der befragten Kinder wünscht sich mehr Unterstützung beim Lernen, was als Indikator für einen bestehenden Bedarf an individueller Förderung unabhängig von einer medizinischen Diagnose gewertet wird.
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