Masterarbeit, 2023
118 Seiten, Note: 1,0
I EINLEITUNG
1 Prolog
2 Narrative und die Fragestellung
3 Von den Zutaten bis zum Menü
II DIE ZUTATEN: ERNÄHRUNGSWENDE, FLEISCHVERZICHT, KOMMUNIKATION UND NARRATIVE
1 Die Basis: Ernährungswende, Fleischverzicht, Ernährungskommunikation und Narrative
1.1 Ernährungswende
1.2 Fleischverzicht
1.3 Ernährungskommunikation
1.4 Narrative und ihre Wirkung auf uns
2 Verzichtsethik und Hedonismus als diametrale Pole des Diskurses
2.1 Der Verzicht
2.2 Der Nicht-Verzicht
2.3 Gastrosophischer Hedonismus
3 Exkurs: Der Diskurs zum Fleischverzicht im Wandel der Zeit
3.1 Vom frühchristlichen Abendmahl zur Theologie des Verzichts
3.2 Das Gastmahl im Hause des Levi und die neue Freude am Fleisch
4 Die Zutatenliste für die Diskursanalyse
III DIE KÖCHE UND KÖCHINNEN: AKTEURE UND AKTEURINNEN, NARRATIONEN UND DISKURS
1 Narrationen, Narrative und Diskurs
2 Eigenschaften und Rollen von Akteuren und Akteurinnen
3 Zur Rolle der Medien
4 Fleischverzicht – Von der Botschaft über das Narrativ zum Trend
IV DIE SPEISE: NARRATIONEN, ZIELE DER AKTEURE UND AKTEURINNEN UND NARRATIVE
1 Die wichtigsten Akteure und Akteurinnen im Diskurs um den Fleischverzicht
1.1 Politik und Politiker:innen
1.2 Handel und Lebensmittelindustrie
1.3 Interessengemeinschaften (NGOs)
1.4 Weitere institutionelle Akteure ohne direkten Konsumentenbezug
1.5 Die Endverbraucher:innen – Adressat:in oder Akteure / Akteurinnen?
2 Ziele von Narrativen im Diskurs um den Fleischverzicht
2.1 Narrative
2.2 Ziele von Narrativen
2.3 Zusammenführung von Akteuren, Zielen und Narrativen
V DAS MENÜ DER ZUKUNFT: ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG UND AUSBLICK AUF DIE RELEVANZ DER NARRATIV FÜR DIE ERNÄHRUNGSWENDE
1 Das Gute in den Narrativen und was daraus folgt
2 Extrabeitrag zur Ernährungswende und die Relevanz für die Zukunft eines guten Essens
Ziel der Arbeit ist die Untersuchung, ob und in welchem Maße Narrative von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Landwirtschaft den Übergang zur Ernährungswende beeinflussen und ob diese Narrative den Prozess unterstützen oder von individuellen Agenden der Akteure abweichen.
1.2 Fleischverzicht
Der aktuelle Diskurs um den Trend Fleischverzicht, der mich zum Schreiben über dieses Thema motiviert hat, ist kein neues Phänomen. Man könnte es auch einen Zeitgeist nennen. Der Begriff Zeitgeist beschreibt „in einer bestimmten Zeit vorherrschende geistige Orientierung, Lebensstile und gesellschaftlich geteilte Ideen und Werte.“ Wie ich den historischen Kontext in späteren Exkursen aufzeigen werde, ist der Aspekt des Fleischverzichts so alt wie unser westliches Denken oder philosophisches Vermächtnis.
Was mich verwundert ist die Tatsache, dass es im Rahmen der Diskussion niemals um diejenigen Kulturen geht, die aus unterschiedlichen Motivationen heraus ohnehin vegetarisch oder vegan leben. Dennoch gibt es Beispiele für eine soziale oder gesellschaftliche Abgrenzung durch Ernährungsregeln wie z. B. das Verzichten auf Fleisch. Aktuell lässt sich eine solche bei der Wohnungsvergabe in Mumbai / Indien nachvollziehen. In seinem Aufsatz „Fremdes Essen, fremde Gerüche“ beschreibt Pablo HOLWITT die Praktiken bei der Vergabe von Wohnraum anhand der Zugehörigkeit zur Gruppe der Vegetarier. Nicht-Vegetariern ist der Zugang zu diesem Wohnraum verwehrt. Auch in New York / USA findet sich ein erster Fall, bei dem Fleisch- und Fischesser:innen, oder besser: die Fleisch und Fisch zubereiten, vom Vergabeprozess der zu vermietenden Apartments ausgeschlossen werden.
In meinem privaten Umfeld ist folgendes zu beobachten: Eine junge Zahnärztin lebt in einer Wohngemeinschaft mit zwei Frauen, die sich ausschließlich vegan ernähren. Obwohl sich diese beiden tolerant gegenüber anderen Ernährungsgewohnheiten zeigen, fühlt sich die (flexitarisch essende) Ärztin äußerst unwohl, Käse- oder Wurstwaren in den gemeinsamen Kühlschrank zu legen, geschweige denn in der gemeinsam genutzten Küche zu verzehren.
I EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Verbindung zwischen narrativer Kommunikation und Ernährung sowie die Erläuterung der Motivation und Zielsetzung der Arbeit.
II DIE ZUTATEN: ERNÄHRUNGSWENDE, FLEISCHVERZICHT, KOMMUNIKATION UND NARRATIVE: Definition der grundlegenden Fachbegriffe und Analyse der ethischen Grundhaltungen, die den Diskurs über Fleischverlust und Genuss prägen.
III DIE KÖCHE UND KÖCHINNEN: AKTEURE UND AKTEURINNEN, NARRATIONEN UND DISKURS: Untersuchung, welche methodischen Werkzeuge zur Analyse nutzbar sind und welche Rolle Akteure und Medien in der Kommunikation einnehmen.
IV DIE SPEISE: NARRATIONEN, ZIELE DER AKTEURE UND AKTEURINNEN UND NARRATIVE: Detaillierte Identifikation und Bewertung der Narrative verschiedener Akteursgruppen, wie Politik, Handel und NGOs, sowie deren Zielsetzungen.
V DAS MENÜ DER ZUKUNFT: ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG UND AUSBLICK AUF DIE RELEVANZ DER NARRATIV FÜR DIE ERNÄHRUNGSWENDE: Fazit zur Relevanz der untersuchten Narrative für eine gelingende Ernährungswende und Ausblick auf das zukünftige Verständnis von Esskultur.
Ernährungswende, Fleischverzicht, Ernährungskommunikation, Narrative, Diskursanalyse, Gastrosophie, Ethik, Ernährung, Nachhaltigkeit, Akteure, Politik, Einzelhandel, öffentliche Kommunikation, Lebensstile, Ernährungsgewohnheiten.
Die Arbeit untersucht, wie Narrative in der Ernährungskommunikation am Beispiel des Fleischverzichts genutzt werden und welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Ernährungswende haben.
Zentral sind die Untersuchung von Verzichtsethik und Hedonismus, die Kommunikation politischer und wirtschaftlicher Akteure sowie die Analyse, ob diese Narrative die Ernährungswende tatsächlich unterstützen.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Akteure, die Fleischverzicht durch ihre Narrative vorantreiben, diesen auch glaubhaft als Beitrag zur Ernährungswende kommunizieren und wie die Adressaten dies wahrnehmen.
Es werden eine Diskursanalyse, die Public-Choice-Theorie sowie eine empirische Umfrage mit N=233 Teilnehmern als methodische Basis genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Begriffen der Ernährungskommunikation, die Kategorisierung von Akteuren und deren Narrativen sowie eine detaillierte Matrix zur Bewertung des Einflusses der Akteure.
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Ernährungswende, Narrative, Fleischverzicht und Gastrosophie.
Politische Akteure nutzen Narrative teilweise als strategisches Mittel, um Interessen zu vertreten oder sich von politischen Gegnern abzugrenzen, wobei das Ziel der Ernährungswende mitunter in Polarisierung zwecks Stimmenfang mündet.
Professionelle Narrative entstammen der Expertenkommunikation (z.B. Ministerien), während populäre Narrative in der Alltagskommunikation durch Endverbraucher entstehen oder als solche wahrgenommen und verbreitet werden.
Der Autor schlussfolgert, dass die Ernährungswende nicht allein von den Aktivitäten der politischen oder wirtschaftlichen Akteure abhängt, sondern im Wesentlichen von der Eigenverantwortung jedes einzelnen, genussbewussten Menschen.
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