Examensarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 15 Punkte
1 Einleitung
2 Erwerbsarbeit und Familie
2.1 Die Vereinbarkeitsproblematik
2.2 Familienformen
2.3 Verringerung der Unterschiede in den sozialen Rollen von Mann und Frau im Hinblick auf die Erwerbsbeteiligung
2.4 Erwerbsleben von Müttern
2.4.1 Erwerbsbeteiligung
2.4.2 Die subjektive Lebenszufriedenheit
2.5 Kinderbetreuungsangebote
2.5.1 Die gegenwärtige Ost- West Diskrepanz
2.5.2 Ausbau der gesetzlichen Bestimmungen
2.5.3 Die Qualität der Einrichtungen
2.6 Entlastung durch Netzwerke
2.7 Kinderlosigkeit in Deutschland
3 Junge Mütter
3.1 Versuch der begrifflichen Abgrenzung
3.2 Situationsanalyse
3.2.1 Junge Mütter – Sozial Benachteiligte?
3.2.2 Junge Mütter in Deutschland
3.2.3 Schwangerschaftsabbrüche
3.2.4 Die Rolle der Väter
3.2.5 Schulische und berufliche Bildung
3.2.6 Bewältigung des Alltags
3.2.7 Besondere Bedarfe junger Mütter
3.3 Mögliche Hintergründe für eine frühe Schwangerschaft
3.3.1 Verhütungsverhalten
3.3.2 Familiale Dispositionen
3.3.3 Mangel an Perspektiven
3.4 Die Aufgaben der Kinderbetreuung
4 Hilfen für Frauen und junge Mütter
4.1 Rechtliche Regelungen bei minderjährigen Müttern
4.1.1 Sorgerecht
4.1.2 Schulpflicht
4.2 Mutterschutz
4.3 Elternzeit und Elterngeld
4.4 Weitere finanzielle Unterstützungsangebote
4.4.1 Arbeitslosengeld
4.4.2 Kindergeld
4.4.3 Kinderzuschlag
4.4.4 Unterhaltsvorschuss
4.4.5 Sozialhilfe
4.4.6 Bundesstiftung „Mutter und Kind“
4.5 Vorberufliche Kompetenzentwicklung
4.6 Ausbildung in Teilzeit
4.7 Finanzielle Unterstützungsangebote in der Ausbildung
4.7.1 Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz
4.7.2 Berufsausbildungsbeihilfe
4.8 Unterstützungsangebote für den Wiedereinstieg in den Beruf
4.8.1 Eingliederungszuschuss
4.8.2 Bildungsgutschein
4.9 Kinderarmut
4.9.1 Die Situation in Deutschland
4.9.2 Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut
4.9.3 Verbesserung des Kinderschutzes
5 Hilfen für junge Mütter im Rahmen gezielter Einrichtungen am Beispiel der „Betreutes Wohnen“ Einrichtung in Obertiefenbach
5.1 Qualitative Sozialforschung
5.1.1 Die Wahl der Methode
5.1.2 Die tatsächliche Untersuchungssituation
5.2 Das Konzept der Einrichtung
5.3 Fallbeispiele: Durchführung und Auswertung der Gruppendiskussion
6 Fazit
Die Arbeit analysiert die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Beispiel junger Mütter, untersucht deren Lebenswirklichkeit und evaluiert Unterstützungsangebote sowie Betreuungskonzepte, um Perspektiven für eine eigenständige Lebensführung und berufliche Integration aufzuzeigen.
3.1 Versuch der begrifflichen Abgrenzung
Man kann den Begriff „junge Mütter“ nicht eindeutig altersspezifisch betrachten. Natürlich umfasst dieser Terminus primär minderjährige oder sogenannte „Teenie-“ Mütter, inkludiert jedoch darüber hinaus auch all jene junge Frauen, welche schwanger werden, während sie zeitgleich damit beschäftigt sind, die Weichen für ihre schulische oder berufliche Zukunft zu stellen und die eigene Identität zu finden. Die Schwangerschaft erfahren diese Mädchen bevor sie selbst die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Vorstellungen, Perspektiven und den von der Umwelt gestellten Anforderungen bewältigt haben. Sie sind also gerade dabei, in ihre persönliche Rolle hineinzuwachsen und können somit noch nicht als vollkommen erwachsen gesehen werden, auch wenn sie in biologischer und gesetzlicher Hinsicht die Volljährigkeit und somit den „Erwachsenen Status“ erreicht haben (vgl. Richard 2000: 104ff).
In der Entwicklungspsychologie wird ein Mensch nach dem Durchlaufen der Adoleszenz als erwachsen bezeichnet, wobei die Festlegung der adoleszenten Alterspanne immer wieder leicht variiert, durchschnittlich jedoch etwa den Lebensabschnitt von 12 bis 20 Jahren bezeichnet (vgl. ebd.). Auch wenn in Deutschland ein Mensch ab dem vollendeten 18. Lebensjahr als erwachsen gilt, so umfasst die Adoleszenz darüber hinaus auch die Jahre, in welcher „[…] eine Person biologisch ein Erwachsener, aber emotional und sozial noch nicht vollends gereift ist“ (Deutscher Bildungsserver 2007).
Die individuell unterschiedlich verlaufende emotionale sowie soziale Reifung erklärt kleine Abweichungen hinsichtlich der Altersspanne. Während diesem Reifungs- und Selbstfindungsprozess sind die Mädchen häufig noch überfordert damit, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen und brauchen somit bei der Übernahme der Verantwortung für ein Kind besondere Unterstützung (vgl. Richard 2000: 106ff).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Vereinbarkeitsproblematik anhand eines Praxisbeispiels aus dem persönlichen Umfeld der Autorin und begründet die Relevanz der Untersuchung für angehende Lehrkräfte.
2 Erwerbsarbeit und Familie: Dieses Kapitel definiert den Vereinbarkeitsbegriff, analysiert Familienformen sowie Rollenbilder und untersucht die Bedeutung von Kinderbetreuungsangeboten und Netzwerken für die Erwerbsbeteiligung von Müttern.
3 Junge Mütter: Hier erfolgt eine Begriffsdefinition sowie eine tiefgehende Situationsanalyse junger Mütter, ergänzt durch die Untersuchung von Schwangerschaftshintergründen und den Anforderungen an die Kinderbetreuung in dieser Zielgruppe.
4 Hilfen für Frauen und junge Mütter: Das Kapitel bietet einen Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen, finanzielle Unterstützungsangebote, Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung und den Wiedereinstieg sowie die Problematik der Kinderarmut.
5 Hilfen für junge Mütter im Rahmen gezielter Einrichtungen am Beispiel der „Betreutes Wohnen“ Einrichtung in Obertiefenbach: Der Hauptteil beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Sozialforschung, das Konzept der Einrichtung und präsentiert Fallbeispiele durch eine ausgewertete Gruppendiskussion.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit eines zügigen Ausbaus von Betreuungsangeboten und passgenauen Maßnahmen für junge Mütter.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf, junge Mütter, Kinderbetreuung, Arbeitsmarktintegration, Teilzeitausbildung, soziale Netzwerke, Kinderarmut, finanzielle Unterstützung, soziale Kompetenzen, Qualifizierung, Lebenswirklichkeit, Adoleszenz, Betreutes Wohnen, Familienpolitik, Gleichstellung
Die Examensarbeit befasst sich mit der komplexen Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere für die Zielgruppe der jungen Mütter, und untersucht deren Lebenswirklichkeit sowie bestehende Unterstützungsmöglichkeiten.
Zu den zentralen Themen gehören die strukturellen Rahmenbedingungen der Kinderbetreuung, die Bedeutung sozialer Netzwerke, rechtliche und finanzielle Hilfen sowie die spezifischen Bedarfe und Lebensperspektiven junger Mütter.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie junge Mütter in kritischen Lebenslagen durch ganzheitliche Förderung und passgenaue Betreuungsangebote ein eigenständiges und zufriedenstellendes Leben führen sowie ihre berufliche Zukunft sichern können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine qualitative Sozialforschung, die durch eine Gruppendiskussion mit betroffenen jungen Müttern in einer Einrichtung für betreutes Wohnen realisiert wurde.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Erwerbsarbeit und Familie, die spezifische Situation junger Mütter, gesetzliche Hilfsmodelle wie Elterngeld und Mutterschutz sowie Ansätze zur vorberuflichen Kompetenzentwicklung detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind Vereinbarkeit von Familie und Beruf, junge Mütter, Kinderbetreuung, Arbeitsmarktintegration, Teilzeitausbildung, soziale Netzwerke, Kinderarmut und psychosoziale Unterstützung.
Es wird eine Einrichtung für „Betreutes Wohnen“ in Obertiefenbach herangezogen, um die Lebensrealität von vier dort lebenden jungen Müttern durch Gruppendiskussionen zu erfassen.
Diese Einrichtungen bieten ganzheitliche Unterstützung, die über finanzielle Hilfen hinausgeht, indem sie etwa bei der Alltagsbewältigung helfen, Erziehungskompetenzen stärken und die Mutter-Kind-Bindung fördern.
Sie gilt als entscheidendes Instrument, um jungen Müttern den Einstieg oder Abschluss einer Berufsausbildung zu ermöglichen, ohne dass diese aufgrund fehlender Kinderbetreuung vorzeitig abgebrochen werden muss.
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