Bachelorarbeit, 2023
74 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Postpartale Depression
3 Bindungsstörungen im Kleinkindalter und ihre Folgen
3.1 Bindungsstörungen nach ICD-10 und DSM-5
3.2 Bindungsstörungen nach Brisch
3.3 Folgen der Bindungsstörungen
4 Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Bindung bei postpartaler Depression
4.1 Störung der Bindungsbeziehung
4.2 Erziehungsfähigkeit
4.2.1 Kindliche Bedürfnisse
4.2.2 Vernachlässigung
5 Programme zur Stärkung der Bindungsentwicklung zwischen Mutter und Kind
5.1 „Das Baby verstehen“
5.2 „SAFE®“
5.3 „STEEP™“
6 Leitlinien für eine bindungsorientierte Soziale Arbeit
7 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Unterstützung von Müttern, die an einer postpartalen Depression leiden, und zielt darauf ab, die Auswirkungen dieser Erkrankung auf die Mutter-Kind-Bindung zu analysieren sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte der Sozialen Arbeit aufzuzeigen.
1 Einleitung
„Eigentlich sollte ich glücklich sein...“ (BMSGPK 2021: 1)
Die Geburt eines Kindes stellt einen Wendepunkt in der Lebensgeschichte einer Frau dar (Ahnert 2023: 34). Sie gilt nämlich als die Situation im Leben einer Frau, die mit sehr einschneidenden Umstellungen verbunden ist (Lenz 2014: 33). Die Frau muss in dieser Zeit eine erhebliche körperliche und insbesondere beim ersten Kind psychische Anpassungsleistung vollbringen (Dorsch und Rohde 2016: 355).
Die Depression ist die häufigste psychische Störung junger Mütter im Postpartalzeitraum (Kersting 2008: 213). Der Begriff „postpartal“ setzt sich aus den lateinischen Wörtern „post“, welches übersetzt „nach“ bedeutet, und „partus“, welches übersetzt „Entbindung“ bedeutet, zusammen. „Postpartal“ bedeutet demnach „nach der Geburt“ (Rohde 2014: 18). Die postpartalen Depressionen treten bei 15-20 Prozent aller Mütter auf (Brisch 2022: 190). Jährlich sind in Deutschland ungefähr 70.000 Mütter betroffen (Dorsch und Rohde 2016: 371). Allerdings umfassen diese Zahlen nur Frauen, die sich in Behandlung begeben haben, sodass davon ausgegangen wird, dass die Dunkelziffer sehr viel höher liegt (Nispel 1996: 39). Da bei jungen Müttern in diesem Zeitraum generell eine vorübergehende Instabilität der psychischen Struktur feststellbar ist (Pedrina 2007: 88), ist dies neben der Stigmatisierungsangst und der Scham wahrscheinlich auch ein Grund, warum lediglich ca. 50 Prozent der Betroffenen diagnostiziert werden (Köhler-Saretzki 2021: 24).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik postpartaler Depressionen ein und umreißt die Relevanz der Mutter-Kind-Bindung in den ersten Lebensjahren.
2 Postpartale Depression: Das Kapitel beschreibt das Krankheitsbild, die Symptomatik und die epidemiologischen Daten betroffener Mütter.
3 Bindungsstörungen im Kleinkindalter und ihre Folgen: Hier werden verschiedene Bindungstypen und deren Pathologien sowie die langfristigen Auswirkungen auf das Kind beleuchtet.
4 Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Bindung bei postpartaler Depression: Untersuchung der gestörten Interaktion und der Auswirkungen auf die Erziehungsfähigkeit der Mutter.
5 Programme zur Stärkung der Bindungsentwicklung zwischen Mutter und Kind: Vorstellung ambulanter Ansätze wie „Das Baby verstehen“, „SAFE®“ und „STEEP™“.
6 Leitlinien für eine bindungsorientierte Soziale Arbeit: Ableitung von Qualitätsstandards und methodischen Vorgehensweisen für Fachkräfte.
7 Fazit: Eine abschließende Reflexion der zentralen Forschungsergebnisse und ein Ausblick auf zukünftige Bedarfe.
postpartale Depression, Mutter-Kind-Bindung, Bindungsstörung, Soziale Arbeit, Kleinkindalter, Frühe Hilfen, Bindungsentwicklung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Elternberatung, Feinfühligkeit, frühkindliche Entwicklung, Prävention, psychische Gesundheit, Interaktionsdiagnostik, Elternprogramm.
Die Arbeit untersucht, wie postpartale Depressionen die Entwicklung der Bindung zwischen Mutter und Kind beeinträchtigen und welche Unterstützungsangebote der Sozialen Arbeit existieren, um diese Bindung zu stärken.
Die zentralen Themen umfassen die psychischen Belastungen junger Mütter, die Dynamiken der Mutter-Kind-Interaktion, Symptome von Bindungsstörungen bei Kleinkindern sowie Interventionsprogramme der Frühen Hilfen.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie können Fachkräfte der Sozialen Arbeit die Bindungsentwicklung zwischen Mutter und Kind bei einer depressiven Störung unterstützen?“
Die vorliegende Arbeit basiert primär auf einer Literaturrecherche und der systematischen Auswertung aktueller wissenschaftlicher Quellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Depression, die Darstellung von Bindungsstörungen und deren Folgen, eine Analyse der Interaktionsstörungen bei depressiven Müttern sowie eine praktische Darstellung von Präventionsprogrammen und Leitlinien für die Soziale Arbeit.
Postpartale Depression, Mutter-Kind-Bindung, Frühe Hilfen, Bindungsstörungen, Kindeswohl, Soziale Arbeit und Feinfühligkeit.
SAFE® legt einen starken Fokus auf die Ausbildung einer „sicheren Basis“ für die Eltern schon während der Schwangerschaft und strebt an, die Weitergabe traumatischer Erfahrungen an die nächste Generation zu verhindern.
Sie dient als wissenschaftliche Methode, um feinfühliges Verhalten zu stärken, indem Mütter lernen, die Signale ihres Kindes besser zu interpretieren und die eigene Rolle durch eine kritische Reflexion zu hinterfragen.
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