Diplomarbeit, 2009
86 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung in die Problemstellung
1.1 Technischer Fortschritt, Innovationen und Effizienz
1.2 Ziel und Struktur der Untersuchung
1.3 Innovationsforschungsansätze
1.3.1 (Neo-)klassische Wachstumstheorie
1.3.2 Evolutorische Konzepte
2. Begriffsabgrenzung
2.1 Effektivität versus Effizienz
2.2 Exkurs: X-(In-)Effizienz
3. Effizienzkonzepte
3.1 Mikroökonomische Konzepte
3.1.1 Technische Effizienz
3.1.2 Ökonomische Effizienz
3.1.3 Skaleneffizienz
3.2 Makroökonomische Konzepte
3.2.1 Allokationseffizienz
3.2.2 Adaptive Effizienz
3.2.3 Dynamische Effizienz
3.2.4 Evolutorische Effizienz
4. Effizienzmesskonzepte
4.1 Effizienzmessung nach Farrell
4.2 Data Envelopment Analysis
4.3 Dynamische Analyse
4.4 Effizienzkriterienkonzept
5. Kritische Würdigung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effizienz von Innovationsprozessen in modernen Volkswirtschaften, insbesondere unter Berücksichtigung von Netzwerken und evolutorischen Forschungsansätzen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Innovationsnetzwerke den technologischen Fortschritt koordinieren und ob klassische Effizienzkonzepte zur Bewertung dieser komplexen, dynamischen Prozesse geeignet sind.
1.3.1 (Neo-)klassische Wachstumstheorie
In der klassischen Ökonomie wird Wirtschaftswachstum unmittelbar mit der Kapitalbildung in Verbindung gebracht. Sparen und Investition, sowie Arbeitsteilung sind als Input der Produktionsausweitung und somit als Determinante des wirtschaftlichen Wachstums zu verstehen. Arbeitsspezialisierung und neue Maschinen werden als Einheit betrachtet. Besonders die Arbeitsteilung steht hierbei im Fokus der klassischen Wachstumstheorie.22
Der klassische Wachstumspfad ergibt sich aus Gewinnchancen und Investitionen, die zu neuen Arbeitsplätzen und somit zur erhöhten Arbeitskräftenachfrage führen. Dadurch steigen die Löhne und die Konsumgüternachfrage. Dies wiederum bedingt eine Zunahme der Bevölkerung und der Arbeitsteilung.23 Innovationen und technischer Fortschritt wurden in der wirtschaftlichen Theorie Ende des 18. Jahrhunderts vernachlässigt, was erstaunlich scheint, wenn man in diesem Zusammenhang die einhergehende Industrielle Revolution betrachtet.24
Das neo-klassische Wachstumsmodell geht auf Solow (1956) zurück. In seiner Arbeit formalisierte er ein Grundmodell, in dem er eine gesamtwirtschaftliche substituierbare Produktionsfunktion Y(t) = F(K(t), L(t)) als Basis seiner Überlegungen etablierte. Ein Gut Y wird unter Verwendung der Produktionsfaktoren Kapital (K) und Arbeit (L) innerhalb einer geschlossenen Volkswirtschaft ohne Staat hergestellt. Weitere Modellprämissen sind vollständiger Wettbewerb und konstante Skalenerträge. Das Modell (ohne technischen Fortschritt) kann letztlich Wachstum nur als Anpassungswachstum an das langfristige Gleichgewicht erklären. Um Wachstum darüber hinaus zu erklären, wird die Größe technischer Fortschritt in die Gleichung aufgenommen Y(t) = A(t) * F(K(t), L(t)). Der technische Fortschritt (A) wird exogen generiert und ist die Summe aller Wachstumseinflüsse, die außerhalb der Kapital- und Arbeitsmenge existieren. Diese Größe (A) verschiebt die Produktionsfunktion graphisch nach oben, und soll somit Wirtschaftswachstum jenseits des Gleichgewichts erklären.25 Was genau technischer Fortschritt ist und wie er generiert wird, bleibt offen. Die Wirkung des technischen Fortschritts steht hier im Fokus, nicht aber die Entstehung.26
1. Einführung in die Problemstellung: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung, erläutert die Bedeutung von technischem Fortschritt und Innovation für das Wirtschaftswachstum und führt in die zentralen Forschungsansätze ein.
2. Begriffsabgrenzung: Hier werden die zentralen Begriffe Effektivität, Effizienz sowie X-(In-)Effizienz definiert, um eine präzise Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Effizienzkonzepte: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen mikro- und makroökonomischen Konzepten, von technischer und ökonomischer Effizienz bis hin zu adaptiven, dynamischen und evolutorischen Ansätzen.
4. Effizienzmesskonzepte: Hier werden Instrumente wie die Farrell-Effizienz und die Data Envelopment Analysis (DEA) zur praktischen Messung von Effizienz in Unternehmen und Netzwerken vorgestellt.
5. Kritische Würdigung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Grenzen der aktuellen Innovationsforschung sowie den Bedarf an dynamischen Analysemethoden.
Innovationsnetzwerke, Effizienzkonzepte, Technischer Fortschritt, Evolutorische Ökonomik, Data Envelopment Analysis, X-Ineffizienz, Pfadabhängigkeit, Wirtschaftswachstum, Innovationspolitik, Produktivitätsmessung, Allokationseffizienz, Systemversagen, Spillover-Effekte, Unternehmensroutinen, Dynamische Effizienz
Die Arbeit befasst sich mit dem Verhältnis von Effizienz und Innovationsleistung, insbesondere im Kontext von Netzwerken und verschiedenen ökonomischen Theorieansätzen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Innovationsökonomik, der Unterscheidung zwischen neo-klassischen und evolutorischen Ansätzen sowie der praktischen Messung von Effizienz in Innovationsprozessen.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Innovationsnetzwerke zur Effizienzsteigerung beitragen und welche theoretischen Konzepte geeignet sind, um diesen dynamischen Prozess adäquat abzubilden.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Darstellung ökonomischer Modelle zur Effizienzbewertung, wie etwa die Data Envelopment Analysis (DEA).
Der Hauptteil analysiert verschiedene Effizienzbegriffe (mikro- vs. makroökonomisch) und prüft, inwiefern diese auf moderne, netzwerkbasierte Innovationsprozesse anwendbar sind.
Sie liefert eine systematische Gegenüberstellung von statischen (neo-klassischen) und dynamischen (evolutorischen) Sichtweisen auf Innovation und hinterfragt kritisch die Anwendbarkeit gängiger Messmethoden.
Da Innovationen oft irreversibel sind und sich durch wiederholte Anwendung in bestimmte Bahnen festigen (Lock-in-Effekte), gefährdet dies laut Autor die notwendige Offenheit für technologischen Wandel.
Netzwerke werden als notwendige Kooperationsform identifiziert, da die Komplexität heutiger Technologien von einzelnen Akteuren kaum mehr bewältigt werden kann.
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