Diplomarbeit, 2009
68 Seiten, Note: 1,3
1 DIE BEDEUTUNG DER HANDELSKREDITE UND IHRE RISIKEN
2 ERLÄUTERUNGEN DER BEGRIFFE HANDELSKREDIT UND RISIKOALLOKATION
2.1 Der Handelskredit
2.1.1 Berechnung des impliziten Kreditzinssatzes
2.1.2 Einordnung des Handelskredits in die Organisation des Unternehmens
2.2 Risikoallokation bei Handelskrediten
3 THEORETISCHE MODELLE ÜBER HANDELSKREDITE
3.1 Vollkommener Güter- und Kapitalmarkt
3.2 Unvollkommener Gütermarkt und vollkommener Kapitalmarkt
3.2.1 Preisdiskriminierung (Brennan, Maksimovic, Zechner, 1988)
3.2.2 Preisbildung auf oligopolistischen Märkten (Schwartz, Whitcomb, 1978)
3.2.3 Transaktionskosten (Ferris, 1981)
3.3 Vollkommener Gütermarkt und unvollkommener Kapitalmarkt
3.3.1 Ungleicher Soll- und Habenzins auf dem Kapitalmarkt (Emery, 1984)
3.3.2 Zugang zum Kapitalmarkt (Schwartz, 1974)
3.4 Unvollkommener Gütermarkt und unvollkommener Kapitalmarkt – Informationsökonomische Modelle
3.4.1 Handelskredite als Signal der Kreditwürdigkeit (Smith, 1987)
3.4.2 Vorteile in der Wiederinbesitznahme und der Veräußerung (Frank, Maksimovic, 2005)
3.4.3 Handelskredite als Instrument zur Erlangung von Bankkrediten (Biais, Gollier, 1997)
3.4.4 Informationen über die Produktqualität (Lee, Stowe, 1993)
3.4.5 Liquiditätsversicherung und Durchsetzbarkeit von Ansprüchen (Cunat, 2007)
3.4.6 Vorteile in der Finanzierung durch Unternehmen (Peterson, Rajan, 1997)
4 EMPIRISCHE ÜBERPRÜFUNG EINZELNER THEORIEN
4.1 Empirische Ergebnisse zu einzelnen Theorien
4.1.1 Unvollkommener Gütermarkt und vollkommener Kapitalmarkt
4.1.2 Vollkommener Gütermarkt und unvollkommener Kapitalmarkt
4.1.3 Unvollkommener Gütermarkt und unvollkommener Kapitalmarkt – Informationsökonomische Erklärungen
4.2 Probleme der empirischen Überprüfung von Handelskredittheorien
4.2.1 Ungenaue Proxys aufgrund fehlender Daten
4.2.2 Unterscheidung zwischen zeitabhängigen und zeitunabhängigen Effekten
4.2.3 Kontrolle weiterer Motive für die Handelskreditentscheidung
5 HANDELSKREDITE UND RISIKOALLOKATION
5.1 Handelskreditrisiken
5.2 Notwendigkeit des (Risiko-)Managements von Handelskreditrisiken
5.3 Umgang mit Handelskreditrisiken
5.3.1 Geschäftspolitik des Unternehmens
5.3.2 Kapitalstruktur des Unternehmens
5.3.3 Risikotransferentscheidung des Unternehmens
5.3.3.1 Factoring
5.3.3.2 Kreditversicherung
5.3.3.3 Eigenversicherer
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Handelskrediten für Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine Analyse verschiedener theoretischer Modelle und deren empirischer Überprüfung aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Handelskreditpolitik in Abhängigkeit von ihrer spezifischen Risikostruktur, Branche und Größe gestalten, um den Unternehmenswert zu optimieren.
3.2.1 Preisdiskriminierung (Brennan, Maksimovic, Zechner, 1988)
In dem Modell von Brennan, Maksimovic, Zechner (1988) werden Handelskredite von Unternehmen als Instrument der Preisdiskriminierung benutzt. Voraussetzung hierfür ist ein monopolistischer Anbieter, der seinen Gewinn erhöhen will. Dies kann er erreichen, indem er den Preis des Gutes für potentielle Käufer, deren Zahlungsbereitschaft geringer ist als die der bisherigen Käufer, senkt. Selbstverständlich sollen die bisherigen Käufer des Produktes keinen geringeren Kaufpreis als vorher zahlen. Der Monopolist kann durch die Verwendung von Handelskrediten ein Separationsgleichgewicht herbeiführen, in dem genau dies erreicht wird.
Das Modell beschreibt die Situation eines monopolistischen Traktorherstellers, der seine Traktoren an Bauern verkauft. Die Bauern können einen Kredit entweder auf dem Kreditmarkt oder von dem Traktorhersteller selbst in Form eines Handelskredits erhalten. Es gibt gute und schlechte Bauern, wobei die guten Bauern über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Sie können den Traktor sowohl bar als auch per Kredit finanzieren. Schlechte Bauern hingegen müssen einen Kredit aufnehmen um den Traktor kaufen zu können. Dazu haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie leihen sich Geld bei einem Kreditinstitut oder sie nehmen einen Handelskredit in Anspruch. Während gute Bauern den Kredit mit Sicherheit zurückbezahlen können, besteht bei den schlechten Bauern diesbezüglich Unsicherheit. Überdies haben gute Bauern einen höheren Reservationspreis als schlechte Bauern, d.h. sie sind bereit für dasselbe Produkt mehr zu bezahlen. Der Traktorhersteller kann durch die Wahl des im Handelskredit inhärenten impliziten Zinssatzes die bisherige Zahlungsbereitschaft seiner Kunden aufrecht erhalten und gleichzeitig neue potentielle Käufer anlocken. Dazu bietet der Traktorhersteller einen Handelskreditzinssatz an, so dass gute Bauern keinen Anreiz haben den Traktor mittels eines Handelskredits zu finanzieren.
1 DIE BEDEUTUNG DER HANDELSKREDITE UND IHRE RISIKEN: Einleitung in die Relevanz von Handelskrediten als Finanzierungsquelle und Darstellung der Forschungslücke bezüglich der damit verbundenen Risiken.
2 ERLÄUTERUNGEN DER BEGRIFFE HANDELSKREDIT UND RISIKOALLOKATION: Definition des Handelskredits als Lieferantenkredit, Erläuterung der impliziten Zinskosten sowie Einordnung in die Unternehmensbilanz.
3 THEORETISCHE MODELLE ÜBER HANDELSKREDITE: Systematische Vorstellung verschiedener ökonomischer Theorien, die die Existenz von Handelskrediten durch Marktunvollkommenheiten begründen.
4 EMPIRISCHE ÜBERPRÜFUNG EINZELNER THEORIEN: Literaturübersicht über empirische Studien zu den zuvor vorgestellten Theorien und Diskussion methodischer Probleme bei der Datenanalyse.
5 HANDELSKREDITE UND RISIKOALLOKATION: Analyse spezifischer Kreditrisiken und Bewertung verschiedener Management- und Transferstrategien wie Factoring, Kreditversicherung und Eigenversicherer.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse und Ableitung von Merkmalen, die die Handelskreditentscheidung von Unternehmen maßgeblich beeinflussen.
Handelskredit, Risikoallokation, Lieferantenkredit, Unternehmensfinanzierung, Marktunvollkommenheiten, Forderungsausfallrisiko, Preisdiskriminierung, Transaktionskosten, Informationsasymmetrien, Kreditrationierung, Risikomanagement, Factoring, Kreditversicherung, Eigenversicherer, Working Capital
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Gründe für die Vergabe und Inanspruchnahme von Handelskrediten zwischen Unternehmen sowie die damit verbundenen Risiken und deren Management.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Fundierung von Handelskrediten, deren empirische Überprüfung in der Literatur sowie die strategischen Möglichkeiten des Risikotransfers, insbesondere Factoring und Kreditversicherungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Unternehmenscharakteristika und Risikostrukturen die Entscheidung beeinflussen, Handelskredite einzusetzen oder abzusichern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der theoretische Modelle zu Handelskrediten (kapital- und informationsökonomisch orientiert) systematisiert und deren empirische Ergebnisse kritisch diskutiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Herleitung der Motive für Handelskredite, eine Übersicht empirischer Studien und eine Analyse der Risikotransferentscheidung durch Instrumente wie Factoring und Kreditversicherungen.
Wichtige Begriffe sind Handelskredit, Risikoallokation, Informationsasymmetrien, Kreditrationierung, Forderungsausfallrisiko und Risikomanagement.
Handelskredite dienen häufig als Liquiditätsversicherung oder als Signal der Kreditwürdigkeit, um bei einer Kreditrationierung durch Banken den Zugang zu externem Kapital zu erleichtern.
Beim Echten Factoring übernimmt die Factoring-Gesellschaft neben der Finanzierung auch die Delkrederefunktion (Übernahme des Ausfallrisikos) und die Dienstleistungsfunktion (Debitorenbuchhaltung).
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