Magisterarbeit, 2011
164 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Der interreligiöse Dialog
3. Historie und Theorie des christlich-muslimischen Dialogs
3.1 Das gegenseitige Verhältnis beider Religionen
3.1.1 Das Verhältnis des Christentums zum Islam
3.1.2 Das Verhältnis des Islams zum Christentum
3.2 Geschichte und Gegenwart des christlich-muslimischen Dialogs in Deutschland
3.2.1 Die Geschichte der muslimischen Migration seit 1945
3.2.2 Die Organisationen der Muslime
3.2.3 Der Dialog mit Muslimen und ihren Organisationen
3.2.4 Der heutiger Stand des christlich-muslimischen Dialogs
3.3 Quellen und Dokumente der Religionen zum Dialog
3.3.1 Die Dokumente des Vatikan
3.3.2 Die Dokumente der Evangelischen Kirche
3.3.3 Die Islamischen Quellen
3.3.4 Die Gemeinsamkeit der Ziele
4. Die praktische Umsetzung der Dialog-Ziele
4.1 Die Forschungsmethode
4.1.1 Die qualitative empirische Sozialforschung
4.1.2 Das Leitfadeninterview mit Experten
4.1.3 Der Leitfaden zur Expertenbefragung
4.2 Die Durchführung der Untersuchung
4.2.1 Die Experten und ihre Auswahl
4.2.2 Die transkribierten Interviews als Materialgrundlage
4.2.3 Die qualitative Inhaltsanalyse
4.2.4 Die Ergebnisse der Inhaltsanalysen
4.2.5 Die Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld und das Potenzial des christlich-muslimischen Dialogs in Deutschland. Dabei wird primär der Frage nachgegangen, wie der Prozess des Verstehens auf verschiedenen Ebenen verläuft und welche Faktoren zu einem gelingenden interreligiösen Dialog beitragen oder ihn hemmen.
3.1.1 Das Verhältnis des Christentums zum Islam
Die Geschichte des Verhältnisses von Christentum und Islam ist überwiegend eine Geschichte der Polemik, Apologetik, Aggression und Verzweiflung. Die Ausnahme bildet das einst muslimisch beherrschte Spanien, die eine Zeit kultureller Befruchtung und religiöser Verständigung war.
Die rasche Ausdehnung des Islams in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts veränderte die politische und religiöse Landkarte im Mittelmeerraum gewaltig. Knapp 80 Jahre nach dem Tod Muhammeds ging der Vordere Orient, Arabien, Persien und selbst Teile Europas an die Muslime verloren. Das Christentum stand dem Islam hilflos gegenüber.
Die Abweisung des Islams als völkerumfassende Religion durch die Christen machte sich in ihrer Benennung deutlich: Die Gläubigen des Islams wurden als „Mohammedaner“ bezeichnet und ihre Religion als der „Glaube der Sarazenen“ oder „Türken“.
Die geistige Auseinandersetzung mit dem Islam begann mit Johannes von Damaskus (650 – 754). Er hielt den Islam für eine christliche Häresie arianischer Prägung. „Diese These von der Beeinflussung Muhammeds durch einen christlichen Mönch ist in der langen Tradition der antiislamischen Polemik sowohl byzantinischer wie lateinischer Provenienz immer wieder aufgegriffen worden.“ Es bildeten sich viele Legenden über die Entstehung des Islams, die den Zweck hatten, die neue Religion als nicht originär und damit als Fälschung abzustempeln. „Auf diese Weise sollte der Anspruch des Korans, Offenbarungsschrift göttlichen Ursprungs zu sein, entkräftet und aufgehoben werden.“ Um einen solchen Beweis zu erbringen, entstand im 12. Jahrhundert die erste lateinische Koranübersetzung, die Petrus Venerabilis (1094 – 1156) in Auftrag gab und der Engländer Robert von Ketton (ca. 1110 – 1150) ausführte. Ihm unterliefen aber schwerwiegende Fehler (falsche Übersetzungen, falsche Lesarten, Übertreibungen), so dass der Wert dieser Übersetzung gemindert und eine objektive, kritische Auseinandersetzung mit dem Koran bis in die Zeit der Aufklärung verhindert wurde.
1. Einleitung: Beleuchtung der gesellschaftlichen Relevanz des interreligiösen Dialogs vor dem Hintergrund globaler Konflikte und der Situation in der europäischen Multikulturalität.
2. Der interreligiöse Dialog: Definition des Dialogbegriffs und Differenzierung zwischen verschiedenen Dialogformen wie dem strategischen oder generativen Dialog.
3. Historie und Theorie des christlich-muslimischen Dialogs: Detaillierte Analyse des religiösen Verhältnisses im historischen Rückblick, der Migrationsgeschichte und der Entwicklung islamischer Organisationen sowie theologischer Dialogquellen.
4. Die praktische Umsetzung der Dialog-Ziele: Methodische Beschreibung der qualitativen Untersuchung, inklusive Leitfadenentwicklung und Auswertung von Experteninterviews zur Praxis des Dialogs.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Reflexion über die zukünftige Gestaltung des christlich-muslimischen Verhältnisses.
6. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der herangezogenen Fachliteratur und Quellen.
Christlich-muslimischer Dialog, Integration, Migration, Islam, Christentum, Religionsfreiheit, Interreligiöse Kompetenz, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Dialog-Ziele, Moscheegemeinden, Theologie, Konvivenz, Religiöse Identität, Werteverständnis.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis und den Dialog zwischen Christen und Muslimen in Deutschland, beleuchtet historische Hintergründe und analysiert die gegenwärtige Dialogpraxis.
Im Mittelpunkt stehen die Migrationsgeschichte, die Rolle muslimischer Organisationen, die theologischen Dialogansätze beider Religionen und die praktische Umsetzung des Dialogs vor Ort.
Ziel ist es zu rekonstruieren, wie Verstehensprozesse im Dialog ablaufen und warum die Umsetzung der Dialogziele in der Praxis häufig hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Die Arbeit nutzt die qualitative empirische Sozialforschung, insbesondere leitfadengestützte Experteninterviews und die Mayring-Technik der qualitativen Inhaltsanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der religiösen Beziehungen und eine empirische Analyse von Expertenmeinungen zu Dialogaktivitäten und -hindernissen.
Wesentliche Begriffe sind interreligiöser Dialog, Identität, Konvivenz, Religionsfreiheit und die soziologische Betrachtung von Integrationsprozessen.
Die Arbeit beschreibt, wie verschiedene Verbände wie DITIB oder IGMG den Dialog prägen und wie sie sich im Spannungsfeld zwischen religiöser Betreuung und politischer Repräsentation bewegen.
Der Autor stellt fest, dass der Dialog oft an der Basis durch praktische Nöte und mangelnde institutionelle Unterstützung gehemmt wird und die politische Instrumentalisierung nach 2001 den Dialog belastet hat.
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