Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 1,6
1. Die Welt ist ein Dorf – oder eine Insel?
2. Die Theorie der kleinen Welt und die Welt der Serie
2.1 Stanley Milgram: Small World
2.2 Die Serie im Fernsehen
2.3 Die US-Serie LOST
3. Analyse: Wie klein ist die Insel wirklich?
3.1 Die Verbindungen in LOST
3.2 Umsetzung und Darstellung
3.3 Der weitere Verlauf der Serie
3.4 Der Zufall
3.5 Exkurs: Die Serie SIX DEGREES
4. Fazit: It’s a Small LOST World
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich Milgrams „Small World-Problem“ in der US-Fernsehserie LOST widerspiegelt. Ziel ist es, die interpersonellen Verbindungen der Charaktere zu analysieren und zu klären, ob es sich dabei um gezielte Small-World-Strukturen handelt oder ob diese auf zufälligen Begegnungen basieren, wobei die filmische Darstellung der Verbindungen eine zentrale Rolle spielt.
3.2 Umsetzung und Darstellung
Nun soll analysiert werden, wie die Verbindungen innerhalb der Serie dargestellt werden, ob spezifische filmische Mittel verwendet werden und wenn ja, welche.
Man kann feststellen, dass alle Verbindungen innerhalb von Flashbacks deutlich werden. Durch diese Flashbacks werden in der ersten Staffel hauptsächlich die Vergangenheiten der einzelnen Charaktere erzählt, zunächst ihr Aufenthalt in Sydney, dann auch die frühere Vergangenheit. Ab dem Ende der ersten Staffel, insbesondere innerhalb der zweiten Staffel, wird das Augenmerk auf die Verbindungen gelenkt. Ich werde hier nur die wichtigsten Szenen aus jeder Folge, in denen die Verbindungen für den Zuschauer deutlich werden, herausgreifen und im Detail analysieren.
In OUTLAWS geht dem Flashback eine Großaufnahme James‘ voraus und es folgt der übliche ‚whoosh‘-Laut, der jeden Flashback einleitet. Die entscheidende Szene in der Bar beginnt mit einer Nahaufnahme von James, der gerade einen Schnaps trinkt. Er bestellt einen weiteren bei einem bisher nicht sichtbaren Barmann. Es folgt eine Totale, man sieht James an der Theke sitzen, der Barkeeper steht vor ihm im Dunkeln. Wenn man genau hinsieht, erkennt man in der unteren rechten Ecke einen weiteren Mann, der wegen der Dunkelheit allerdings kaum sichtbar ist. In der Bar ist es dunstig und verraucht, bläuliches Licht fällt nur durch zwei Fenster in der Eingangstür hinter James, die Bar ist hinter dem Tresen beleuchtet. Im Hintergrund sieht man einen Fernseher, es wird offenbar ein Rugby-Spiel gezeigt, den Ton hört man während der Szene im Hintergrund.
1. Die Welt ist ein Dorf – oder eine Insel?: Einführung in das Small World-Problem und dessen theoretische Relevanz für die Serie LOST.
2. Die Theorie der kleinen Welt und die Welt der Serie: Theoretischer Rahmen um die Forschungen von Stanley Milgram sowie eine medienwissenschaftliche Einordnung der modernen komplexen Fernsehserie.
3. Analyse: Wie klein ist die Insel wirklich?: Der Hauptteil der Arbeit, der die Verbindungen zwischen den Charakteren von LOST analysiert und die filmischen Mittel der Darstellung untersucht.
4. Fazit: It’s a Small LOST World: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass LOST Small World-Strukturen aufweist, die jedoch subtil in die Handlung eingebettet sind.
Small World-Problem, Stanley Milgram, LOST, Fernsehserie, Erzählstruktur, Flashback, Soziale Netzwerke, transmediales Erzählen, Komplexität, Zufall, Quality TV, Intertextualität, Six Degrees of Separation, Charaktere, filmische Inszenierung
Die Arbeit untersucht das sogenannte „Small World-Problem“ nach Stanley Milgram und dessen Anwendung und Thematisierung innerhalb der erfolgreichen US-Fernsehserie LOST.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der kleinen Welt, den narrativen Eigenheiten moderner Fernsehserien sowie der konkreten filmischen Umsetzung von Verbindungen zwischen Charakteren in Flashbacks.
Die Arbeit klärt, ob die Verbindungen der Charaktere in LOST tatsächlich Small World-Strukturen darstellen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede existieren und wie diese filmisch inszeniert werden.
Es wird eine medienwissenschaftliche Filmanalyse durchgeführt, die narrative Aspekte mit filmischen Gestaltungsmitteln (z.B. Beleuchtung, Schuss-Gegenschuss-Verfahren, Montage) in direktem Bezug zur sozialpsychologischen Small World-Theorie setzt.
Der Hauptteil analysiert ausgewählte Episoden von LOST, erstellt ein Schaubild der Charakter-Verbindungen, untersucht die Rolle des Zufalls und betrachtet die Bedeutung von Flashbacks als Instrument zur Verbindung von Lebensläufen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Small World-Problem, narrative Komplexität, Serialität, filmische Darstellung und Flashback sowie transmediales Erzählen geprägt.
J. J. Abrams wird als ausführender Kopf hinter LOST und SIX DEGREES analysiert, wobei sein wiederkehrendes Interesse an Small World-Strukturen als verbindendes Element seiner Produktionen aufgezeigt wird.
Diese Szene ist zentral, da sie die Verbindung zwischen John Locke, dessen Vater Anthony Cooper und James „Sawyer“ Ford aufdeckt und zeigt, wie narrative Fäden durch gezielte inszenatorische Mittel verknüpft werden.
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