Bachelorarbeit, 2022
74 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition: Sexualisierung, Sexismus, sexualisierte Gewalt
2.2 Gesellschaftliche Stellung der Frau im Sport
2.3 Sexualisierung von Athletinnen in den Medien
2.3.1 Geschlechterunterschiede in der medialen Präsentation
2.3.2 Fremdinszenierung der Frau
2.3.3 Selbstinszenierung der Frau
2.4 Wahrnehmung des Körperbildes im Jugendalter
2.4.1 Körperbild
2.4.2 Rolle der Medien
2.4.3 Effekte des Sports auf das Körperbild
2.4.4 Körperbildstörungen
2.5 Kleiderordnungen im Sport: Funktionalität vs. Ästhetik
2.6 Cheerleading als Beispiel einer ästhetischen Sportart
2.7 Forschungsstand und Forschungslücken
3. Darstellung der Forschungsfrage
4. Darstellung des methodischen Vorgehens
4.1 Untersuchungsdesign: Gruppendiskussion
4.2 Stichprobe
4.3 Untersuchungsinstrumente
4.4 Auswertungsstrategie: Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
5. Darstellung der empirischen Ergebnisse
6. Diskussion
7. Fazit und Ausblick
8. Literaturverzeichnis
9. Anhang
Die Arbeit untersucht den Einfluss der medialen Sexualisierung von Sportlerinnen auf das Körperbild heranwachsender Cheerleaderinnen in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die mediale Darstellung und die sportartspezifischen Anforderungen an das Erscheinungsbild die Körperwahrnehmung und psychische Gesundheit in der sensiblen Lebensphase der Adoleszenz beeinflussen.
2.3.2 Fremdinszenierung der Frau
Sportlerinnen, die in den Medien dargestellt werden, sind meist machtlos in Bezug auf ihre Darstellung und Inszenierung in der Öffentlichkeit. Die Fremdinszenierung in den Medien hat jedoch einen erheblichen gesellschaftlichen Einfluss und führt die Geschlechtsdiskriminierung der Frau in der Gesellschaft und im Sport fort.
Der Fokus in den Medien auf die „physische Attraktivität“ der Sportlerinnen führt zu einer „Aufmerksamkeitszunahme bei den Rezipienten und damit wieder zu einer Steigerung der medialen Reichweite“ (Schaaf & Nieland, 2017, S. 10). Deshalb wird diese in unterschiedlichen Kontexten oft genutzt, um vorwiegend Männer anzusprechen. Das Sportangebot der Medien wird Rulofs und Hartmann-Tews (2017, S. 107) zufolge schließlich häufiger von Männern genutzt. Problematisiert werden muss, dass das Aussehen der Frau oftmals medial in den Vordergrund gestellt wird, sie „Objekte männlicher Sexualfantasien“ (ebd., S. 100) werden, während der eigentliche Zweck, die Berichterstattung der erzielten sportlichen Leistung, nebensächlich bleibt. So illustriert eine Studie von Daniels und Wartena (2011, S. 574), dass 12- bis 17-jährige Jungen, die Bilder sexualisierter Sportlerinnen vorgelegt bekommen, erheblich häufiger Aussagen über das äußere Erscheinungsbild der Athletinnen (74 %) als über die eigentliche sportliche Leistung tätigen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um mediale Sexualisierung im Sport anhand von Beispielen wie den Turnanzügen der deutschen Turnerinnen und definiert die Forschungsfrage.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert die notwendigen Definitionen zu Sexualisierung und Sexismus, betrachtet die historische Entwicklung der Frau im Sport sowie aktuelle Medieneinflüsse auf das Körperbild.
3. Darstellung der Forschungsfrage: Hier wird das Ziel der Arbeit konkretisiert, den Einfluss der medialen Sexualisierung auf das Körperbild speziell am Beispiel von Cheerleaderinnen zu untersuchen.
4. Darstellung des methodischen Vorgehens: Es wird die Entscheidung für eine qualitative Gruppendiskussion begründet sowie das Vorgehen bei der Inhaltsanalyse nach Mayring erläutert.
5. Darstellung der empirischen Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert das Kategoriensystem und erste Auswertungen der geführten Gruppendiskussion in einer übersichtlichen Form.
6. Diskussion: Die empirischen Ergebnisse werden hier in den theoretischen Kontext eingeordnet und kritisch reflektiert, insbesondere hinsichtlich der Ambivalenz zwischen dem Wohlfühlen in der Uniform und dem Bewusstsein für deren Sexualisierung.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert Implikationen für Sportverbände sowie Ansätze für zukünftige Forschung.
Sexualisierung, Körperbild, Sportlerinnen, Cheerleading, Medieninszenierung, Jugendalter, Körperbildstörung, Kleiderordnung, qualitative Forschung, Gruppendiskussion, Sexismus, Schönheitsideal, Fremdinszenierung, Selbstinszenierung, Sportsoziologie
Die Bachelorarbeit analysiert, wie die mediale Sexualisierung von Sportlerinnen deren Körperbild beeinflusst, wobei der Fokus auf heranwachsenden Cheerleaderinnen liegt.
Zentral sind der Einfluss von Medien auf die Wahrnehmung von Körperidealen, die Rolle von sportartspezifischen Kleidungsvorschriften und die besonderen psychischen Belastungen im Jugendalter.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die mediale Darstellung von Cheerleaderinnen als sexualisierte Objekte die Selbstwahrnehmung und das Körperbild der Athletinnen in Deutschland prägt.
Es wurde eine qualitative Gruppendiskussion mit aktiven Cheerleaderinnen durchgeführt, deren Ergebnisse anschließend mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil, die methodische Herleitung und die Darstellung sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse aus der Gruppendiskussion.
Wichtige Begriffe sind Sexualisierung, Körperbild, Cheerleading, Medieninszenierung, Jugendalter und qualitative Inhaltsanalyse.
Interessanterweise zeigt die Studie eine Ambivalenz: Während die Teilnehmerinnen die Sexualisierung ihrer Sportart durchaus erkennen, schätzen sie die Kleidung aus funktionalen und gemeinschaftsstiftenden Gründen und lehren alternative, bedeckendere Uniformen ab.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die konstante Konfrontation mit realitätsfernen, oft bearbeiteten Bildern in Medien und sozialen Netzwerken zu einem erhöhten Druck führt, einem schlanken und durchtrainierten Ideal zu entsprechen.
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