Masterarbeit, 2008
155 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
I. EINLEITUNG
II. THEORETISCHE RAHMUNG – DER SKANDAL
2.1 Der Forschungsstand in der Skandaldebatte
2.2 Begriffsgeschichte – Skandaletymologie
2.3 Skandaldefinition
2.4 Missstände und Skandale
2.5 Korruption, Bestechung, Skandal
2.6 Rollen im Skandal
2.7 Die Geschichte des Skandals
2.8 Der mediatisierte Skandal
2.9 Die Rolle der Medien im Skandal
2.10 Exkurs: Nachrichtenwerttheorie
2.11 Der politische Skandal
2.12 Der politische Skandal und liberale Demokratie
2.13 Die symbolische und dramaturgische Bedeutung des politischen Skandals
2.14 Funktionen von (politischen) Skandalen
III. DIE CDU- PARTEISPENDENAFFÄRE (1999) – EIN ÜBERBLICK ÜBER DEN SKANDAL
3.1 Eine schwarze Finanzgeschichte
3.2 Akteure: Walther Leisler Kiep
3.3 Akteure: Helmut Kohl
3.4 Akteure: Wolfgang Schäuble
3.5 Akteure: Brigitte Baumeister
3.6 Akteure: Staatsanwaltschaft
3.7 Akteure: Wissenschaft
3.8 Parlamentarischer Untersuchungsausschuss
3.9 Exkurs: Parteienfinanzierung
IV. FRAGESTELLUNG UND UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND
V. DEUTSCHE NACHRICHTENMAGAZINE
VI. DIE ERHEBUNGSMETHODE
6.1 Quantitative versus qualitative empirische Sozialforschung
6.2 Die Methode der Grounded Theory
VII. DER AUSWERTUNGSPROZESS
7.1 Die Analyseeinheit
7.2 Das Codier- Verfahren in der Grounded Theory
7.3 Computergestützte Analyse qualitativer Daten
VIII. VORGEHENSWEISE
IX. INTERPRETATION DER SPIEGEL
9.1 Erste Kernkategorie: Der Spiegel/Focus
9.2 Ausprägung: Medienbedeutung, Elitenkritik und Stigmatisierung
9.3 Ausprägung: Kriminalisierung/Stigmatisierung Helmut Kohl und opportune Zeugen
9.4 Ausprägung: Personalisierung Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble und Roland Koch
9.5 Ausprägung: Instrumentelle Aktualisierung
9.6 Zusammenfassung der Ergebnisse zur ersten Kernkategorie
9.7 Zweite Kernkategorie: Spendenaffäre
9.8 Ausprägung: Auslöser
9.9 Ausprägung: Missbrauch von Macht und Netzwerkcharakter von Betrug
9.10 Ausprägung: Auswirkungen auf das politische System
9.11 Ausprägung: Auswirkungen auf die CDU
9.12 Ausprägung: Auswirkungen - Erstarkung Merkel
9.13 Ausprägung: Akteure/Beteiligte – Unterkategorie Helmut Kohl – Dimension Anschuldigungen
9.14 Ausprägung: Hessen CDU
9.15 Ausprägung: Problem – und Lösungsansätze
9.16 Zusammenfassung der Ergebnisse zur zweiten Kernkategorie
X. INTERPRETATION FOCUS
10.1 Erste Kernkategorie: Der Spiegel/Focus
10.2 Ausprägung: Kriminalisierung/Stigmatisierung
10.3 Ausprägung: Experten und Instrumentelle Aktualisierung
10.4 Ausprägung: Elitenkritik
10.5 Ausprägung: Semantik
10.6 Ausprägung: Personalisierung
10.7 Zweite Kernkategorie: Spendenaffäre
10.8 Ausprägung: Auswirkung
10.9 Ausprägung: Interne Affären und Akteure/Beteiligte
10.10 Ausprägung: Positionen
10.11 Ausprägung: Lösungsansätze und Problemansätze
10.12 Ausprägung: Kiep-Affäre und Skandal/Affäre
10.13 Ausprägung: Schreiber-Spende
10.14 Ausprägung: Untersuchungsausschuss
XI. Zusammenfassung
Die Masterarbeit untersucht, wie die journalistischen Leitmedien Der Spiegel und Focus über die CDU-Parteispendenaffäre berichten. Ziel ist es, das von den Nachrichtenmagazinen präsentierte Bild des Skandals zu analysieren, anstatt einen Wahrheitsabgleich mit der Realität vorzunehmen, um Muster in der Berichterstattung aufzudecken.
3.3 AKTEURE: HELMUT KOHL
Bei Helmut Kohls Amtsantritt unterstanden ihm laut Klaus Dreher direkt zwei „Helfer und Experten in Sachen Finanzverschleierung und Steuerumgehung“. Der eine war der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Horst Weyrauch. Neben seiner Beschäftigung bei Kiep´s Versicherungsfirma Gradmann & Holler in Frankfurt, war Weyrauch ferner als Finanzberater der hessischen CDU tätig, einer Parteiorganisation, die so Dreher in Sachen Steuerverschleierung besonders ideenreich war. Dieser war auch in die damalige Flick-Affäre verwickelt. Der zweite Gehilfe war der Unternehmensberater und Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt, Uwe Lüthje. Da es den für Lüthje vorgesehen Posten des Generalbevollmächtigten für die Finanzplanung und – verwaltung, in der CDU nicht gab, stellte Kiep ihn als solchen in der Unions-Betriebs - GmbH ein. Diese war der CDU angegliedert.
Laut Thomas Ramge hat Kohl in seiner Amtszeit bei Unruhen und Skandalen immer eine bestimmte Strategie verfolgt: „nichts zugeben, die Linkspresse angreifen, die Affäre aussitzen.“ Dafür benötigte er aber den Rückhalt der Parteifreunde, den er dieses Mal nicht bekam. Heiner Geißlers Beschreibung von Problemen einer innerparteilichen Demokratie wurde von den Medien fortan als das System Kohl beschrieben. Kaum hatte Kohl eine Rechtfertigung über sein Handeln abgegeben, wurden Stimmen laut, die Kohl eine patriarchalische Parteiführung vorwarfen und ihm gar unterstellten, dass er Informationen kaufe. Es wurde deutlich, dass Kohl seine Macht in der CDU mit Geld abgesichert hatte. Die Frage, die aufkam war: Woher kam das Geld? Kohl geriet in den Verdacht der Korruption.
I. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Thematik der CDU-Parteispendenaffäre ein und legt das Ziel der Analyse journalistischer Berichterstattung fest.
II. THEORETISCHE RAHMUNG – DER SKANDAL: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Skandalbegriff, die Rolle der Medien und die Besonderheiten des politischen Skandals.
III. DIE CDU- PARTEISPENDENAFFÄRE (1999) – EIN ÜBERBLICK ÜBER DEN SKANDAL: Es werden die historischen Abläufe, zentralen Akteure und die Entdeckung der schwarzen Kassen dargestellt.
IV. FRAGESTELLUNG UND UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND: Das Kapitel präzisiert den Fokus auf die Rolle der Nachrichtenmagazine im Skandalgeschehen.
V. DEUTSCHE NACHRICHTENMAGAZINE: Hier werden die Merkmale und das Selbstverständnis von Nachrichtenmagazinen erörtert.
VI. DIE ERHEBUNGSMETHODE: Es wird der qualitative Forschungsansatz sowie die Methode der Grounded Theory begründet.
VII. DER AUSWERTUNGSPROZESS: Detaillierte Beschreibung der Stichprobenauswahl und des methodischen Vorgehens bei der Analyse der Artikel.
VIII. VORGEHENSWEISE: Das Kapitel beschreibt konkret den Prozess des Codierens und Kategorisierens des Textmaterials.
IX. INTERPRETATION DER SPIEGEL: Ausführliche Analyse der Berichterstattung im Spiegel anhand der entwickelten Kernkategorien.
X. INTERPRETATION FOCUS: Ausführliche Analyse der Berichterstattung im Focus anhand der entwickelten Kernkategorien.
XI. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse sowie Vergleich der Darstellungsweisen beider Magazine.
CDU-Parteispendenaffäre, Skandal, Medien, Berichterstattung, Der Spiegel, Focus, Grounded Theory, politische Kommunikation, Korruption, Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble, Skandalisierung, Instrumentelle Aktualisierung, Elitenkritik, Parteiengesetz
Die Arbeit analysiert, wie die deutschen Nachrichtenmagazine Der Spiegel und Focus über die CDU-Parteispendenaffäre berichtet haben.
Im Zentrum stehen die Medialisierung von Skandalen, die Rolle von Journalisten als "Gatekeeper" und die Konstruktion von Wirklichkeit in der Berichterstattung über politische Krisen.
Das Ziel ist es, die spezifischen Muster der Berichterstattung beider Magazine herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie sie den Skandal interpretativ aufbereitet haben.
Die Autorinnen nutzen die Grounded Theory, einen qualitativen Forschungsansatz, um aus dem empirischen Textmaterial theoriefundierte Kategorien zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Rahmung des Skandalbegriffs, einen historischen Abriss der Affäre sowie die detaillierte Auswertung der Artikel in den Kapiteln zur Interpretation von Spiegel und Focus.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie CDU-Parteispendenaffäre, Skandal, politische Kommunikation, Berichterstattung und Grounded Theory definieren.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Der Spiegel Kohl primär als negativ stigmatisierte Schlüsselfigur darstellt, während der Focus ihm eher eine Plattform zur Selbstdarstellung bietet und ihn positiver im Sinne einer heroischen Leitfigur zeichnet.
Die Analyse zeigt, dass Der Spiegel mit seiner eher linksorientierten Linie kritischer und zynischer mit der CDU umgeht, während der Focus als rechtsorientiertes Magazin konstruktiver und moderater berichtet.
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