Bachelorarbeit, 2009
64 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Das Wahlsystem
2.1.1 Technische Unterscheidungsmerkmale von Wahlsystemen
2.1.2 Grundtypen von Wahlsystemen und ihre theoretischen Auswirkungen
2.1.3 Probleme bei der Typologisierung der Wahlsysteme
2.2 Messung von Regierungsstabilität
2.3 Kausale Beziehung zwischen Wahlsystem und Regierungsstabilität
3 Analyse
3.1 Kriterien für die Auswahl der Länder
3.2 Begründung für die Festlegung des Beobachtungszeitraumes
3.3 Begründung für die Operationalisierung der Variablen
3.3.1 Wahlsystem
3.3.2 Regierungsstabilität
3.4 Beschreibung der Datensammlung
3.5 Deskriptive Statistiken
3.6 Bivariate Statistiken
4 Zwischenfazit
5 Weiterführende Überlegungen: Zum Sinn von Wahlsystemänderungen
5.1 Fallbeispiele
5.1.1 Italien
5.1.2 Japan
5.1.3 Neuseeland
5.2 Gründe für den unterschiedlichen Erfolg der Reformen
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Wahlsystemen und der Stabilität von Regierungen. Ziel ist es, die populäre These zu überprüfen, dass insbesondere Mehrheitswahlsysteme durch die Reduktion der Parteienzahl im Parlament stabilere Regierungen produzieren. Anhand einer empirischen Analyse von 21 OECD-Ländern im Zeitraum von 1960 bis 2000 wird hinterfragt, ob tatsächlich ein signifikanter Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität existiert.
2.1.1 Technische Unterscheidungsmerkmale von Wahlsystemen
Trotz der häufig hitzig geführten Debatten um Wahlsysteme und ihre Vor- und Nachteile (siehe Einleitung) sind es vorrangig kühle, technische Faktoren, anhand derer sich die Systeme unterscheiden.
Die mit Abstand wichtigste Determinante eines Wahlsystems ist der Wahlkreis (Lijphart 1999: 150). In jedem Wahlkreis, der ein vorher festgelegtes Territorium umfasst, wird eine bestimmte Zahl von Mandaten für das Parlament vergeben. Die Zahl der zu vergebenden Mandate ist entscheidend für die Größe des Wahlkreises, nicht seine territoriale Ausdehnung (Nohlen 2000: 82). Können beispielsweise in einem Wahlkreis zehn Kandidaten einen Sitz im Parlament erhalten, spricht man von einem großen Mehrpersonenwahlkreis, gibt es nur zwei Mandate zu vergeben, handelt es sich um einen kleinen Mehrpersonenwahlkreis (Nohlen 2000: 83). Folglich wird in so genannten Einerwahlkreisen nur ein Mandat vergeben.
Die unterschiedlichen Größen haben eine logische Konsequenz für die Abbildung der Wählerstimmen. Kann, wie es in Einerwahlkreisen der Fall ist, am Ende nur ein Kandidat ins Parlament einziehen, haben alle übrigen Stimmen, die nicht auf den siegreichen Kandidaten entfallen sind, keine Bedeutung mehr. In größeren Wahlkreisen hingegen zählen auch die anderen Stimmen noch. Der Proporzeffekt steigt also mit zunehmender Größe des Wahlkreises.
Diesen Zusammenhang verdeutlicht auch die nachfolgende Grafik. Sie zeigt den Anteil der Stimmen, die eine Partei erfahrungsgemäß benötigt, um ein Mandat im Parlament zu erhalten, in Abhängigkeit zur Wahlkreisgröße. Die untere beziehungsweise obere Linie des schwarzen Bereichs stellt das Ergebnis unterschiedlicher Berechnungsmethoden dar.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die veränderte Parteienlandschaft in Deutschland vor und diskutiert die Debatte über Wahlrechtsreformen zur Steigerung der Regierungsstabilität.
2 Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Variablen Wahlsystem und Regierungsstabilität und erläutert die theoretische Kausalkette zwischen diesen.
3 Analyse: Hier erfolgt die empirische Untersuchung anhand von 21 OECD-Ländern, wobei Kriterien der Fallauswahl und der Operationalisierung der Variablen dargelegt werden.
4 Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst die Ergebnisse der Kontingenzanalysen zusammen und konkretisiert die Kausalkette auf Basis der empirischen Befunde.
5 Weiterführende Überlegungen: Zum Sinn von Wahlsystemänderungen: Dieses Kapitel analysiert anhand der Fallbeispiele Italien, Japan und Neuseeland, ob Wahlsystemreformen tatsächlich politische Probleme lösen können.
6 Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass kein signifikanter direkter Zusammenhang zwischen dem Wahlsystem und der Regierungsstabilität besteht.
Wahlsystem, Regierungsstabilität, Verhältniswahlrecht, Mehrheitswahlrecht, OECD-Länder, Parteienzahl, Wahlrechtsreform, Regierungsdauer, Politische Stabilität, Proximal effects, Distal effects, Wahlsystemänderung, Demokratie, Wahlanalyse, Parteienfragmentierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob das Wahlsystem eines Landes einen messbaren Einfluss auf die Stabilität seiner Regierung hat.
Im Zentrum stehen die Typologisierung von Wahlsystemen, die Messung von Regierungsstabilität und die empirische Überprüfung der Kausalkette, die von der Art des Wahlsystems über die Parteienzahl bis hin zur Stabilität der Regierungsbildung reicht.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob das Wahlsystem die Regierungsstabilität determiniert, oder ob es sich bei dieser Annahme lediglich um eine populäre, aber empirisch nicht haltbare These handelt.
Die Untersuchung nutzt einen komparativen Ansatz mit deskriptiven Statistiken und Kontingenztabellen, basierend auf Datensätzen von 21 OECD-Ländern im Zeitraum von 1960 bis 2000.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Vorüberlegungen, eine umfassende empirische Analyse der Variablenzusammenhänge sowie eine vergleichende Betrachtung von Fallbeispielen in Italien, Japan und Neuseeland.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahlsystem, Regierungsstabilität, Verhältniswahl, Mehrheitswahl, Parteienzahl und Regierungsreform geprägt.
Neuseeland zeigt, dass dort, wo tiefgreifende Veränderungen im Wahlsystem vorgenommen wurden (Wechsel von First-Past-the-Post zu einem Verhältniswahlsystem), auch tatsächliche Verschiebungen in der Parteienstruktur und dem Regierungstyp messbar sind.
Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass kein signifikanter Einfluss des Wahlsystems auf die Regierungsstabilität nachgewiesen werden kann; andere Einflussfaktoren im politischen Setting sind von weitaus größerer Bedeutung.
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