Magisterarbeit, 2009
118 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Historischer und gesellschaftlicher Kontext
2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
II. Formen literarischer Ironie
1. Das indirekte Wesen der Ironie
1.1 Beschreibungsversuche
1.2 Ironie und Realität – Die problematische Identität des Ironikers
2. Ironie als Mittel der Satire
3. Die Parodie
4. Zusammenfassung:
III. Inszenierungen von Autor-Kritiker-Beziehungen
1. Der autodiegetische Ich-Erzähler: Voreingenommenheit und eingeschränkte Perspektive
1.1 Klaus Modick – Bestseller
1.1.1 Betrachtung als Schlüsselroman
1.1.2 Distanz und Befangenheit – Die zwiespältige Beziehung zum Literaturbetrieb aus der Perspektive des Protagonisten Lukas Domcik
1.1.2.1 Ironische Darstellung der Autor-Kritiker-Beziehung
1.1.2.2 Die Schriftstelleridentität
1.2 Thomas Glavinic – Das bin doch ich
1.2.1 Selbstironie und Identität
1.2.2 Verhältnis des Protagonisten zur Literaturkritik – Passivität und Abhängigkeit
1.3 Fazit
2. Der Erzähler als Nebenfigur: Distanz und Nähe
2.1 Charles Simmons – Belles Lettres
2.1.1 Erzählsituation und die dadurch ermöglichte Ironie
2.1.2 Hinter den Kulissen der Literaturkritik – Ignoranz, Manipulation, Bestechung
2.1.3 Das Kritiker-Autor-Verhältnis dargestellt anhand der Rezensionsthematik
2.2 Fazit
3. Der Erzähler als Beobachter: die kommentierende Außensicht
3.1 Martin Walser – Tod eines Kritikers
3.1.1 Motive für die Satire – Die problematische Beziehung von Walser und Reich-Ranicki
3.1.2 Erzählform
3.1.3 Die parodistische Charakterskizze – Ehrl-König, der Medienclown
3.1.3.1 Selbstinszenierung in der SPRECHSTUNDE
3.1.3.2 Schriftstelleransichten über Ehrl-König
3.1.3.3 Ehrl-Königs Einfluss auf die Identität von Hans Lach
3.2 Norbert Gstrein – Selbstportrait mit einer Toten
3.2.1 Die schweigende anonyme Erzählerin
3.2.2 Der egozentrische Schriftsteller durch die Augen seiner Frau
3.2.2.1 Die Schriftstelleridentität
3.2.2.2 Der Schriftsteller und die Kritiker
3.4 Fazit
4. Der heterodiegetische Erzähler: die Möglichkeit der ironischen Distanz
4.1 Michael Kleeberg – Literatur
4.2 Michael Ende – Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
4.3 Walter Moers – Ensel und Krete
4.4 Fazit
5. Der erzählerlose Roman: der dramatische Modus
5.1 Wolf Haas – Das Wetter vor 15 Jahren
5.1.1 Komplexität der Erzählsituation durch Metafiktion: Die drei Erzählebenen
5.1.1.1 Der fiktive Roman (Ebene 3)
5.1.1.2 Das Interview (Ebene 1)
5.1.1.3 Die Erlebnisse des fiktiven Autors (Ebene 2)
5.1.2 Die persönliche Autor-Kritikerin-Beziehung
5.2 Fazit
IV. Ergebnis
Die Arbeit untersucht, in welcher Weise das angespannte Verhältnis zwischen Autoren und Literaturkritikern in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur durch verschiedene erzählerische Mittel wie Ironie, Satire und Parodie inszeniert wird. Zentral ist dabei die Frage, wie diese Form der literarischen Auseinandersetzung die Wahrnehmung des Literaturbetriebs beeinflusst und welche Rückschlüsse sie auf die Identitätsproblematik von Schriftstellern zulässt.
1. Historischer und gesellschaftlicher Kontext
Da hatt ich einen Kerl zu Gast, Er war mir eben nicht zur Last; Ich hatt just mein gewöhnlich Essen, Hat sich der Kerl pumpsatt gefressen, Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt. Und kaum ist mir der Kerl so satt, Tut ihn der Teufel zum Nachbar führen, Über mein Essen zu räsonieren: „Die Supp hätt können gewürzter sein, Der Braten brauner, firner der Wein.“ Der Tausendsakerment! Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent.
Schon zu Goethes Zeiten waren die Beurteilungen von Rezensenten etwas, das die Autorengemüter zum Brodeln brachte und sie dazu trieb, immer wieder abschätzige Bemerkungen über den Berufsstand des Kritikers in ihre literarischen Werke einfließen zu lassen. Doch in letzter Zeit scheinen sich Werke zu häufen, in denen Schriftsteller die Wut gegenüber ihren Rezensenten zum Ausdruck bringen. Die Literaturwissenschaftlerin Andrea Bartl ist der Meinung, dass die Suche nach der meistgehassten Berufsgruppe schnell zu einem Ergebnis führt, wenn man sich die zahlreichen Veröffentlichungen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ansieht: „Den Spitzenplatz einer solchen Statistik würden zweifellos die Literaturkritiker belegen.“ Es stellt sich die Frage nach dem Grund für die in den letzten 20 Jahren, insbesondere aber seit der Jahrtausendwende, in großer Vielzahl erschienenen Satiren, die das Autor-Kritiker-Verhältnis zum Thema machen.
I. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen und gesellschaftlichen Kontext der Autor-Kritiker-Beziehung und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Magisterarbeit.
II. Formen literarischer Ironie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Ironie, Satire und Parodie als zentrale Stilmittel der untersuchten Literatur analysiert und bestimmt.
III. Inszenierungen von Autor-Kritiker-Beziehungen: Das Hauptkapitel untersucht die verschiedenen Romane unterteilt nach ihren Erzählstrukturen und deren Auswirkungen auf die Darstellung des Autor-Kritiker-Verhältnisses.
IV. Ergebnis: Das abschließende Kapitel resümiert die Auswirkungen der gewählten Erzählperspektiven auf die Glaubwürdigkeit der Kritik und bündelt die zentralen Erkenntnisse über die literarische Auseinandersetzung mit dem Literaturbetrieb.
Autor-Kritiker-Verhältnis, Gegenwartsliteratur, Literaturkritik, Ironie, Satire, Parodie, Identitätsproblematik, Erzählperspektive, Autodiegetik, Literaturbetrieb, Rezension, Narrativik, Identitätskonflikt, Metafiktion, Martin Walser.
Die Arbeit analysiert, wie moderne deutschsprachige Romane die problematische Beziehung zwischen Schriftstellern und Literaturkritikern literarisch verarbeiten und in welchem Licht die Kritiker dabei erscheinen.
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologischen Spannungsfelder zwischen Autor und Kritiker, die Machtausübung durch Literaturkritik sowie die Identitätskrisen von Schriftstellern im heutigen Medienbetrieb.
Ziel ist es, die verschiedenen literarischen Formen (Satire, Parodie, Ironie) herauszuarbeiten, mit denen Autoren auf die Kritik reagieren und ihre oft einseitige und subjektive Perspektive auf das Spannungsverhältnis darzustellen.
Die Untersuchung nutzt erzähltheoretische Kategorien (Lanser, Genette, Stanzel), um die Romane basierend auf der Erzählperspektive zu klassifizieren und ihre ironischen sowie satirischen Dimensionen textintern zu deuten.
Der Hauptteil analysiert spezifische Romane von Autoren wie Klaus Modick, Thomas Glavinic, Martin Walser, Norbert Gstrein, Wolf Haas u.a., differenziert nach der Rolle des Erzählers (autodiegetisch, Nebenfigur, Beobachter, heterodiegetisch).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturkritik, Ironie, Satire, Identitätskonflikt und Gegenwartsliteratur charakterisieren.
Ironie dient Schriftstellern als Distanzierungsmittel, um der als Bedrohung wahrgenommenen Kritik zu entgehen oder sich dieser intellektuell überlegen zu zeigen, was eine wesentliche Bedingung für satirische Äußerungen darstellt.
Im Gegensatz zu passiveren oder ironisch-distanzierteren Werken ist Walsers Roman die aggressivste Satire, die den Kritiker André Ehrl-König (als Parodie auf Marcel Reich-Ranicki) direkt angreift, bloßstellt und auf persönlicher Ebene erniedrigt.
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