Bachelorarbeit, 2018
69 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Definitionen und Erläuterungen
2.1 Soziale Arbeit
2.2 Menschenwürde
2.2.1 Zum Verständnis der Menschenwürde
2.2.2 Menschenwürde in der Charta der Vereinten Nationen
2.2.3 Menschenwürde im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
2.2.4 Menschenwürdegarantie der EU- Grundrechtecharta vom 7. Dezember 2000
2.2.5 Kritik am Begriff der Menschenwürde
2.2.6 Universalität von Menschenrechten
2.2.7 Zwischenfazit
2.3 Menschenwürde im Kontext Sozialer Arbeit
2.3.1 Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession
2.3.2 Menschenwürde als Maßstab
2.3.3 Menschenrechte als Orientierungsrahmen des professionellen Handelns
2.3.4 Der Berufsethos von Sozialarbeitern im Lichte von Menschenrechten und Menschenwürde
2.3.5 Zwischenfazit
3 Das soziale Europa
3.1 Das Subsidiaritätsprinzip
3.2 Subsidiarität in der europäischen Praxis
3.3 Soziale Tendenzen vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung
3.3.1 Demographie Europas
3.3.2 Demographie und die damit verbundenen Herausforderungen
3.3.3 Migration
3.4 Soziale Lage
3.4.1 Arbeitslosigkeit
3.4.2 Armut
3.5 Einordnung und Zwischenzusammenfassung
3.6 Europäische Sozialarbeit – mehr Menschenwürde in der EU?
3.6.1 Menschenrechte und Soziale Arbeit im internationalen Kontext nach Peter Erath
3.6.2 Menschenrechte und Soziale Arbeit im internationalen Kontext nach Simon Goebel
3.7 Einordnung und Zwischenzusammenfassung
4 Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Menschenwürde in der Europäischen Union als Maßstab für staatliches Handeln und Soziale Arbeit fungiert. Dabei wird analysiert, wie sich das Spannungsfeld zwischen nationalstaatlichen Sozialsystemen und supranationalen Menschenrechtsgarantien gestaltet und welche Rolle eine grenzüberschreitende Soziale Arbeit zur Sicherung der Menschenwürde einnehmen kann.
2.2.1 Zum Verständnis der Menschenwürde
Zunächst muss festgestellt werden, dass der Begriff der Würde bereits in der griechischen Antike bekannt war und zunächst mit einem gewissen sozialen Status verbunden war. In der römischen Antike wurde das Bild der Würde verfeinert. Die menschliche Würde wurde daher abgeleitet, da der Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen wurde. Es handelt sich hierbei um eine Sichtweise, die in allen großen Weltreligionen vertreten wird. In Deutschland wurde der Begriff der Würde durch den Reformator Martin Luther aufgegriffen und weiter verfeinert. Nach Luther spiele demnach ausschließlich der Glaube eine Rolle und keine weltlichen Errungenschaften. Auffallend ist, dass die Menschenwürde in der Neuzeit weltlich begründet wird. Zu nennen ist hier beispielsweise der deutsche Philosoph Immanuel Kant, welcher Verstand und Vernunft des Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt hat und somit einen säkularisierten Begriff der Menschenwürde wesentlich prägen konnte. Es war daher naheliegend, dass religiöse Motive in der Charta der Vereinten Nationen keine Rolle spielen (Staub-Bernasconi 2010: 12-16).
Eine weitere Frage, die sich ergibt, ist somit, ob Würde ein gesellschaftliches Konstrukt oder jedem Menschen angeboren ist. Betrachtet man den zweiten Ansatz, das Würde jedem Menschen innewohnt, so zeigt sich, dass dieser Gedanke zunächst religiös inspiriert ist und durch den Menschen nicht verändert werden kann. Die Frage, die dieser Ansatz aufwirft ist jedoch, ob Würde nachweisbar bzw. messbar ist. Vereinfacht formuliert weist dieser Ansatz das Manko auf, dass Menschen, die einem gewissen Maßstab nicht entsprechen, demnach von der Menschenwürde nicht erfasst werden würden. Hierbei könnte es sich beispielsweise um behinderte Menschen handeln. Es gilt daher umso mehr, festzustellen, was man unter Menschenwürde verstehen kann. In diesem Kontext muss man Würde so definieren, dass diese nicht von einem bestimmten Individuum abhängig ist und eben nicht gemessen werden kann (Gabriel-Schärer 2010: 5f.).
Die „Schwachstelle“ des im vorherigen Absatz genannten Ansatzes ergibt sich nicht, wenn man Menschenwürde als gesellschaftliches Konstrukt betrachtet. Betont werden muss allerdings, dass die Zuschreibung von Menschenwürde dennoch nicht beliebig ist. Trotz dessen, dass die Gesellschaft jedem Menschen seine Würde zuerkennt, kann diese nicht nach Belieben aberkannt werden. Die Anerkennung der Menschenwürde durch eine Gesellschaft kann ohnehin nur ein Abbild der ohnehin bestehenden Realität sein (Kirchschläger & Kirchschläger 2010a: 17-20).
1 Einleitung: Vorstellung des Themenkomplexes, der Problemstellung sowie der Relevanz für die Soziale Arbeit im europäischen Kontext.
2 Definitionen und Erläuterungen: Analyse zentraler Begriffe wie Soziale Arbeit und Menschenwürde unter Berücksichtigung juristischer, philosophischer und fachspezifischer Diskurse.
3 Das soziale Europa: Untersuchung der Rahmenbedingungen, wie Subsidiarität, demographischer Wandel und soziale Lagen, sowie der Möglichkeiten für eine internationale Soziale Arbeit.
4 Fazit: Synthese der Untersuchungsergebnisse und kritische Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Menschenwürde in der EU.
Menschenwürde, Soziale Arbeit, Menschenrechte, Grundrechtecharta, Europäische Union, Subsidiaritätsprinzip, Soziale Gerechtigkeit, Menschenrechtsprofession, Armut, Arbeitslosigkeit, Demographischer Wandel, Migration, Interessenskonflikt, Berufsethos, Internationale Soziale Arbeit.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Menschenwürde als Maßstab für soziales und staatliches Handeln innerhalb der Europäischen Union und fragt, wie die Soziale Arbeit diesen normativen Kern in der Praxis umsetzen kann.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definitionen von Menschenwürde und Menschenrechten, die rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa sowie die Herausforderungen durch demographischen Wandel, Migration und prekäre soziale Lagen.
Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die Menschenwürde in der Europäischen Union tatsächlich als Maßstab für politisches und professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit angewendet werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Diskursanalyse, in der rechtliche Dokumente, ethische Kodizes und sozialwissenschaftliche Fachpublikationen vergleichend betrachtet werden.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte (Definitionen, Menschenrechtscharta) als auch praktische Herausforderungen (Armut, Arbeitslosigkeit) erörtert und die Debatte um die Internationalisierung der Sozialen Arbeit reflektiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Menschenwürde, Soziale Arbeit, Grundrechtecharta, Menschenrechte und das Subsidiaritätsprinzip.
Reiter sieht die Menschenwürde als Fundament, warnt jedoch vor einer inflationären Verwendung und einer zu unscharfen Begriffsbestimmung, die in der Praxis zu problematischen Abstufungen führen könnte.
Die Arbeit arbeitet das Tripelmandat heraus und verdeutlicht, dass die Soziale Arbeit zwar hohen ethischen Ansprüchen verpflichtet ist, aber durch die Abhängigkeit von staatlichen Strukturen und neoliberalen Arbeitsmarktvorgaben in Interessenskonflikte gerät.
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