Examensarbeit, 2009
93 Seiten, Note: 1,0
1. Geschichte der Spaltung
1.1. Vorgeschichte
1.1.1. Der Arianismus
1.1.2. Erste Glaubensbekenntnisse
1.1.3. Lage auf der iberischen Halbinsel
1.1.4. Synode von Gentilly
1.1.5. Rückblick: Rom – Byzanz – Frankenreich
1.1.6. Bilderstreit und das II. Konzil von Nizäa
1.1.7. Synoden von Frankfurt und Aquileia
1.1.8. Jerusalem 807/08
1.2. Die Spaltung und Unionsbemühungen
1.2.1. Das photianische Schisma
1.2.2. Morgenländisches Schisma
1.2.3. Konzil von Bari
1.2.4. Konzil von Lyon
1.2.5. Konzil von Ferrara/Florenz
1.3. Resümee
2. Theologische Entwicklung der Hervorgangsmodelle
2.1. Trinitätstheologische Voraussetzungen
2.1.1. Arianische Lehre
2.1.2. Athanasius
2.1.3. Die drei Kappadozier
2.1.4. Augustin
2.1.5. Resümee
2.2. Zuspitzung hin zum Filioque-Streit
2.2.1. Adoptianische Lehre
2.2.2. Karolingische Theologie
2.3. Positionen der Ostkirche
2.3.1. Photios
2.3.2. Gregor von Zypern
2.3.3. Gregor Palamas
2.4. Positionen der Westkirche
2.4.1. Anselm von Canterbury
2.4.2. Thomas von Aquin
2.5. Gegenwärtige Standpunkte
2.5.1. Einleitung: II. Vatikanisches Konzil
2.5.2. Athanasios Vletsis (orthodox)
2.5.3. Peter Knauer (katholisch)
2.5.4. Friedrich-Wilhelm Marquardt (protestantisch)
3. Resümee
Die Arbeit untersucht den theologischen und historischen Gehalt der Filioque-Kontroverse als zentralen Auslöser der Spaltung zwischen Ost- und Westkirche. Ziel ist es, zu klären, ob diese Differenz lediglich instrumentalisiert wurde oder einen tieferliegenden, unüberbrückbaren theologischen Dissens darstellt, indem die Entwicklungsgeschichte der Hervorgangsmodelle des Heiligen Geistes kritisch aufgearbeitet wird.
1.1.2. Erste Glaubensbekenntnisse
Grundsätzlich gilt für die Herausbildung verbindlicherer Symbole, dass sie erst relevant wurden, als mehrere wirkmächtige Ideen innerhalb der Glaubensgemeinschaft kursierten, die Klärungsbedarf hervorriefen. In den ersten Jahrzehnten nach Jesu Tod sind die hauptsächlichen Probleme weitaus weniger auf die begriffliche Glaubens artikulierungen gerichtet als in späteren Jahrhunderten: Äußere Bedrängungen seitens des Judentums und Roms sind der Apostelgeschichte in hoher Zahl zu entnehmen. Das Evangelium ermunterte ferner dazu, das Christentum in die Welt zu tragen, ganz offen sollte es sich gegen den Aggressor Rom richten und bekennen. Die primäre Sorge bekennender Christen musste das bloße Überleben sein, oder die Frage, ob man für den Glauben in Kauf zu nehmen wagt, martyrisiert zu werden.
Als das Christentum eine gewisse Verbreitung erfahren hatte, konnten erstmals verschiedene innerchristliche Anschauungen miteinander darum konkurrieren, fester Bestandteil christlicher Rechtgläubigkeit zu werden. Mangels dogmatischer Verbind lichkeiten gelangten die ersten Interpretatoren der Heiligen Schrift schließlich zu unterschiedlichen Schlüssen. Überdies fiel den biblischen Schriften noch nicht automatisch zu, als Quelle der Wahrheit anerkannt zu sein, befand sich die Bibel doch erst im Kanonisierungsprozess. Außerdem hatten die Schriften bei einigen Lehrern keinen, oder minderen normativen Stellenwert. Manche Gnostiker erklärten die Tradition bzw. ihre Erkenntnisse als allein entscheidend, seien doch „die Heiligen Schriften verdorben, apokryph und enthielten nicht die Wahrheit“
1. Geschichte der Spaltung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg der Entfremdung zwischen Ost- und Westkirche nach, beginnend bei frühen Häresien bis hin zu den Unionskonzilien, wobei die Rolle politischer Faktoren betont wird.
2. Theologische Entwicklung der Hervorgangsmodelle: Hier werden die trinitätstheologischen Grundlagen und die unterschiedlichen Konzepte der beiden Kirchen zur Hervorgangsproblematik detailliert analysiert und diskutiert.
3. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökumenische Relevanz sowie die heutige Situation der Filioque-Kontroverse.
Filioque, Ostkirche, Westkirche, Trinität, Arianismus, Adoptianismus, Schisma, Kirchenspaltung, Theologie, Dogmatik, Heiliger Geist, Ökumene, Gotteserkenntnis, Hypostasen, Apophatik.
Die Arbeit behandelt die theologische Kontroverse um das Filioque und deren Rolle in der historischen Spaltung zwischen der östlichen und der westlichen Kirche.
Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung trinitarischer Hervorgangsmodelle, die historische Bedeutung von Konzilien sowie der Einfluss von Politik und Kirchenrecht auf theologische Differenzen.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob der Streit um das Filioque ein rein theologischer Dissens ist oder ob er primär als Instrument zur Machtausübung und Abgrenzung zwischen Ostrom und dem fränkisch-karolingischen Westen fungierte.
Es wird eine historisch-theologische Analyse gewählt, die primärquellenbasiert die dogmengeschichtliche Entwicklung nachzeichnet und moderne ökumenische Standpunkte einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung der Schismen sowie die systematische Darlegung der Trinitätslehren von den Kirchenvätern bis hin zu zeitgenössischen Vertretern.
Filioque, Trinitätstheologie, Ost-West-Schisma, Apophatik, Ökumene und Konzilsgeschichte sind die bestimmenden Begriffe.
Der Arianismus dient als Ausgangspunkt der Untersuchung, da die Abgrenzung gegen subordinatianische Tendenzen die frühe Entwicklung von Glaubensbekenntnissen und die spätere Gewichtung des Filioque entscheidend beeinflusst hat.
Die Arbeit kritisiert, dass diese populäre Annahme historisch ungenau ist, da das Kirchenvolk den theologischen Streit kaum wahrnahm und andere Faktoren wie persönliche Rivalitäten und kulturelle Entfremdung gewichtiger waren.
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