Diplomarbeit, 2008
126 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Achtsamkeit
2.1 Definitionsansätze der Achtsamkeitskonzepts
2.1.1 Achtsamkeit im Buddhismus
2.1.2 Achtsamkeit in der Psychotherapie
2.1.3 Achtsamkeit als psychologischer Prozess
2.1.4 Achtsamkeit auf der Ebene psychologischer Konstrukte
2.2 Operationalisierungsansätze der Achtsamkeit
2.2.1 Der Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit
2.2.2 Konvergente und divergente Konstruktvalidität
2.2.3 Faktoranalytische Untersuchung des Achtsamkeitskonzepts
2.2.4 Vergleich der deutschsprachigen Achtsamkeitsskalen
2.3 Empirische Befunde zur Wirksamkeit von Achtsamkeit
2.3.1 Ergebnisse kontrolliert-randomisierter Untersuchungen
2.3.2 Ergebnisse nicht-kontrollierter Untersuchungen
2.4 Vorschlag einer Klassifikation vermuteter Wirkfaktoren der Achtsamkeit
2.4.1 Befundlage und Hemmnisse
2.4.2 Distanz gegenüber innerpsychischen Prozessen
2.4.3. Neubewertung von Gedanken
2.4.4 Reduktion der Grübelneigung
2.4.5 Identifizieren verzerrter Kognitionen
2.4.6 Emotionsregulation
2.4.7 Entkoppelung der Kognitions-Emotions-Verhaltensverknüpfung
2.4.8 Erweiterung des Handlungsspielraums durch Akzeptanz
2.4.9 Subjektives Kontrollerleben
2.4.10 Selbstwertgefühl und Selbstkonzept
2.4.11 Sensorische Sensibilisierung
2.4.12 Klassische und Operante Konditionierungseffekte
3 Stressbewältigung
3.1 Annahmen psychologischer Stressmodelle
3.1.1 Erklärungsansätze zur Entstehung von Stress
3.1.2 Bewältigung nach Lazarus und Folkman
3.2 Klassifikationen von Bewältigungsstrategien
3.2.1 Problemorientiertes und Emotionsorientiertes Coping
3.2.2 Funktionales und Dysfunktionales Coping
3.2.3 Bewältigung durch Aufmerksamkeitssteuerung: Vigilanz und Kognitive Vermeidung
3.3 Wirksamkeit spezieller Bewältigungsstrategien
4 Fragestellungen der Untersuchung
5 Methodik und Hypothesen der Untersuchung
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Stichprobe
5.3 Messinstrumente
5.3.1 Soziodemografischer Teil
5.3.2 Der Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit
5.3.3 Das Angstbewältigungs-Inventar
5.3.4 Das COPE-Inventar
5.3.5 Die Symptom-Checkliste
5.4 Statistische Hypothesen
5.5 Statistische Verfahren
5.5.1 Zur Prüfung der Zusammenhangshypothesen
5.5.2 Zur Prüfung der Unterschiedshypothesen
5.5.3 Zur Prüfung der Dimensionalität
5.5.4 Zur Prüfung von Mediatormodellen
5.5.5 Zur Prüfung von Moderatormodellen
6. Ergebnisse
6.1 Zum Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Bewältigungsstrategien
6.1.1 Geht Achtsamkeit mit aktiv-problemlösenden Strategien einher?
6.1.2 Geht Achtsamkeit mit passiv-vermeidenden Bewältigungsstrategien einher?
6.1.3. Unterscheiden sich Hoch- und Niedrigachtsame in ihrem Bewältigungs-verhalten?
6.1.4 Unterscheiden sich Hoch- und Niedrigachtsame hinsichtlich der Aufmerksamkeitssteuerung in Belastungssituationen?
6.2 Zum Zusammenhang von Psychischer Gesundheit und Achtsamkeit
6.2.1 Besteht ein Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und psychischer Gesundheit?
6.2.2 Wird der Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Psychischer Gesundheit über die Bewältigungsstrategien vermittelt?
6.2.3 Verändert Achtsamkeit den Einfluss der Bewältigungsstategien auf die Psychische Gesundheit?
6.2.4 Bildet Achtsamkeit unter den Copingstilen eine eigenständige Dimension?
6.2.5 Wo positioniert sich Achtsamkeit im Netzwerk der Copingstile?
7. Diskussion
7.1 Methodische Einschränkungen
7.1.1 Interne Validität
7.1.2 Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge
7.1.3 Generalisierbarkeit
7.2. Diskussion der Untersuchungsergebnisse
7.2.1 Achtsamkeit geht mit aktiv-problemlösenden Bewältigungsstrategien einher
7.2.2 Achtsamkeit geht nicht mit passiv-vermeidenden Bewältigungsstrategien einher
7.2.3 Hochachtsame unterscheiden sich von Niedrigachtsamen in der Wahl der Bewältigungsstrategien
7.2.4 Achtsame entsprechen nicht der Gruppe der Nicht-Defensiven nach Krohne & Egloff
7.2.5 Achtsamkeit geht mit psychischer Gesundheit einher
7.2.6 Coping vermittelt partiell den Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Psychischer Gesundheit
7.2.7 Achtsamkeit wirkt nicht als Moderator
7.2.8 Achtsamkeit im Netzwerk der Copingstile
7.2.9 Achtsamkeit - Copingstil oder übergeordnete Einstellung?
7.3 Schlussfolgerungen
Die Diplomarbeit untersucht die Beziehung zwischen Achtsamkeit und verschiedenen Bewältigungsstrategien (Coping) bei Stress. Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob Achtsamkeit als Persönlichkeitsmerkmal mit spezifischen, problemfokussierten Strategien korreliert, psychische Gesundheit fördert und wie sie sich in das Netzwerk etablierter Copingstile einfügt.
2.4.2 Distanz gegenüber innerpsychischen Prozessen
Es ist zunächst das Naheliegendste, die Wirkung im Bereich der Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsprozessen zu suchen. Mit Hilfe der Achtsamkeit wird ja eine Art der Aufmerksamkeitslenkung und -aufrechterhaltung geschult. Diese Art der Aufmerksamkeit soll es ermöglichen, die eigenen Gedanken und Gefühle wertfrei zu beobachten, besonders den Prozess ihres Auftauchens und Verschwindens. Diese einfache Betrachtung, die aus einer nicht bewertenden Haltung heraus geschieht, ermöglicht es folgende Erfahrung zu machen: Gedanken sind keine realitätsgetreue Abbildung der Wirklichkeit, es handelt sich lediglich um mentale Ereignisse (Bishop, 2002). Die Fähigkeit, die aus dieser Erkenntnis resultiert, nämlich die Beobachtung der eigenen innerpsychischer Vorgänge, beschreibt Goleman (1996) als Metakognition und Metastimmung. Durch die neutrale Haltung, die den beobachteten Vorgängen gegenüber eingenommen wird, wird auch in Zeiten von Stress die Fähigkeit zur Selbstreflexion aufrechterhalten, so Goleman.
In der Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie (Teasdale et al., 2000) wird ebenso auf die Entwicklung dieser Fähigkeit abgezielt. In der Analyse der Rückfallraten der depressiven PatientInnen wurde die sog. metacognitive awareness als wesentlicher Prädiktor für einen Nicht-Rückfall identifiziert. Mit diesem Begriff beschreiben die Autoren die Fähigkeit, eine nicht-identifizierende Haltung einzunehmen. Diese Haltung ermöglicht es, gegenüber automatisierten Gedankenmustern eine Distanz zu entwickeln. So sei es leichter das Abgleiten in automatisierte Abläufe aus negativen Gedanken und Gefühlen zu verhindern.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das buddhistische Konzept der Achtsamkeit ("Nichts-Tun") im Kontrast zum westlichen, auf aktives Coping ausgerichteten Verständnis von Stressbewältigung und leitet daraus die Forschungsfrage ab.
2 Achtsamkeit: Dieses Kapitel definiert Achtsamkeit in buddhistischen und psychotherapeutischen Kontexten, beschreibt verschiedene Operationalisierungsansätze mittels Fragebögen und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zu Wirkfaktoren.
3 Stressbewältigung: Es werden zentrale psychologische Stressmodelle, insbesondere der transaktionale Ansatz von Lazarus und Folkman, sowie verschiedene Klassifikationen von Bewältigungsstrategien wie Vigilanz und Kognitive Vermeidung vorgestellt.
4 Fragestellungen der Untersuchung: Hier werden die Forschungsfragen abgeleitet, insbesondere der vermutete Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und aktiven, problemorientierten Bewältigungsstrategien, und die Erwartungen an die empirische Überprüfung formuliert.
5 Methodik und Hypothesen der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert das Design der Studie, die Stichprobenzusammensetzung (N=143), die verwendeten Messinstrumente (FFA, ABI-R, COPE, SCL-27) und die statistischen Testverfahren zur Hypothesenprüfung.
6. Ergebnisse: Die Ergebnisse der statistischen Analysen werden präsentiert, die zeigen, dass Achtsamkeit mit aktiv-problemlösenden Strategien korreliert und einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit hat, jedoch eine partielle Mediation durch Copingstrategien vorliegt.
7. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Einschränkungen wie das Querschnittdesign diskutiert und Achtsamkeit als eine übergeordnete Einstellung in das Netzwerk der Copingstile eingeordnet.
Achtsamkeit, Coping, Stressbewältigung, Psychische Gesundheit, MBSR, Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit, Bewältigungsstrategien, Problemorientiertes Coping, Vigilanz, Kognitive Vermeidung, Metakognition, Persönlichkeitsmerkmal, Symptombelastung, Emotionsregulation, Interaktionsansatz.
Die Diplomarbeit untersucht das psychologische Konstrukt der Achtsamkeit und dessen Beziehung zu verschiedenen Coping-Strategien, um zu verstehen, wie achtsame Personen mit Stress und psychischen Belastungen umgehen.
Die Arbeit verknüpft buddhistische Achtsamkeitspraktiken mit klinisch-psychologischer Forschung, insbesondere der Stressbewältigungsforschung (Coping), und untersucht deren Einfluss auf die psychische Gesundheit.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Achtsamkeit mit aktiven, problemorientierten Bewältigungsstrategien einhergeht und ob sie eine mediatorische oder moderierende Rolle zwischen Belastung und psychischer Gesundheit spielt.
Es wurde eine quantitative Querschnittstudie mit einer Stichprobe von 143 Studierenden durchgeführt, wobei psychometrische Fragebögen (u.a. FFA, COPE, ABI-R, SCL-27) und statistische Analysen (Regression, Faktorenanalyse, Korrelation) zur Anwendung kamen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Achtsamkeit und Stressmodelle, gefolgt von der methodischen Planung und der detaillierten Auswertung der empirischen Daten in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen.
Wichtige Begriffe sind Achtsamkeit, Stressbewältigung (Coping), psychische Gesundheit, Problemorientiertes Coping, Kognitive Vermeidung, Vigilanz und das Freiburger Fragebogenmodell.
Die Untersuchung zeigt, dass der vermeintliche Widerspruch zwischen dem achtsamen "Nichts-Tun" und dem in der Forschung empfohlenen aktiven "Problem-Lösen" durch ein zweistufiges Modell auflösbar ist, bei dem Achtsamkeit die präzise Situationserfassung ermöglicht, die dann zu gezielterem aktiven Handeln führt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Achtsamkeit keine isolierte Dimension bildet, sondern stark mit konstruktiven Coping-Strategien wie Akzeptanz und positiver Neubewertung assoziiert ist und eher als übergeordnete Einstellung fungiert.
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