Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Der Traum in der Literaturwissenschaft und der psychoanalytischen Traumdeutung
2.1 Definition des „Traum“ Begriffes
2.2. Die unterschiedliche Betrachtung des Traumes und seiner Motive in der Literaturwissenschaft und der psychoanalytischen Traumdeutung
2.3 Die Rolle des träumenden Ich-Erzählers
2.4 Das Phantastische und der Traum
2.5 Das Motiv des Traumes in der Romantik
2.5.1 Der triadische Traum
2.5.2 Der satirische Traum
2.6 Heinrich Heines Beziehung zur Romantik
3. Das Motiv des Traumes in Heinrich Heines „Reisebildern“
3.1 Träume in der „Harzreise“
3.1.1.Traum Göttingen
3.1.2. Traum Osterode
3.1.3. Traum Klausthal
3.1.4 Traum Goslar
3.1.5 Traum Brocken
3.2 Träume in der „Reise von München nach Genua“
3.2.1.Traum und die toten Maria
3.2.2 Träume als Vision und Utopie
4. Träume als literarisches Mittel bei Heinrich Heine
5. Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Heinrich Heine das Traummotiv in den „Reisebildern“ (Harzreise und Reise von München nach Genua) literarisiert, um innerhalb phantastischer Traumsequenzen eine versteckte Gesellschaftskritik zu üben und sich dabei modernisierend von romantischen Traditionen abzuheben.
3. Das Motiv des Traumes in Heinrich Heines „Reisebildern“
„Es geht den Dichtern wie Träumern, die im Schlafe dasjenige innere Gefühl, welches ihre Seele durch wirkliche äußere Ursachen empfindet, gleichsam maskiert, indem sie an die Stelle dieser letzteren ganz andere äußere Ursachen erträumen, die aber in so fern ganz adäquat sind, als sie dasselbe Gefühl hervorbringen.“
Dieses am Anfang dieser Hausarbeit bereits erwähnte Zitat aus Heinrich Heines Reise von München nach Genua soll an dieser Stelle noch einmal aufgegriffen werden. Bis jetzt wurde erklärt, was Träume sind, welche Stellung und Nutzen sie in verschiedenen literarischen Epochen hatten und welche Verbindung es zwischen der psychoanalytischen Traumdeutung und der Literaturwissenschaft besteht. Nun soll mit diesem Wissen die Texte von Heinrich Heine, die Harzreise und die Reise von München nach Genua näher untersucht werden.
Wie in dem Zitat von Heine Bewegen sich Autor und Träumer beide „maskieren“ ihre Gefühle, Antriebe und Botschaften, wie zuvor schon bei C. G. Jung erwähnt. Autoren tun dies zuweilen mit dem „Hilfsmittel“ der Traumdarstellung.
Heine benutzt in beiden Texten, sowohl in der Harzreise als auch in der Reise von München nach Genua an mehreren Textstellen, auf zwei sehr unterschiedliche weisen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Traumbilder als Gesellschaftskritik bei Heinrich Heine unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher und psychoanalytischer Ansätze.
2. Der Traum in der Literaturwissenschaft und der psychoanalytischen Traumdeutung: Theoretische Grundlegung zu Traumtheorien, der Rolle des Erzählers, dem Phantastischen und der Bedeutung des Traummotivs in der Romantik.
3. Das Motiv des Traumes in Heinrich Heines „Reisebildern“: Detaillierte Analyse der Traum- und Wachtraumsequenzen in der „Harzreise“ und der „Reise von München nach Genua“ und deren Funktion als Gesellschaftskritik.
4. Träume als literarisches Mittel bei Heinrich Heine: Synthese der Erkenntnisse über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Traumdarstellungen in beiden Texten sowie Einordnung in Heines Modernisierungsprozess.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über die Korrelation zwischen Traumdarstellung und versteckter Gesellschaftskritik.
Heinrich Heine, Reisebilder, Harzreise, Reise von München nach Genua, Traummotiv, Gesellschaftskritik, Romantik, Phantastik, psychoanalytische Traumdeutung, Ich-Erzähler, Zensur, Wachtraum, Tagtraum, Literaturwissenschaft, Moderne.
Die Arbeit untersucht die literarische Funktion und symbolische Bedeutung des Traummotivs in Heinrich Heines Werken "Harzreise" und "Reise von München nach Genua".
Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Traumtheorien, Phantastik, Literaturgeschichte, Heines Verhältnis zur Romantik und das Instrument der versteckten Gesellschaftskritik.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Heine Traumsequenzen nutzt, um Zensur zu umgehen und Kritik an politischen Missständen sowie der zeitgenössischen Aristokratie zu äußern.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse methodisch mit psychoanalytischen Ansätzen (u.a. nach Ermann) verknüpft, um literarische Traumszenen zu interpretieren.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Untersuchung spezifischer Traum- und Wachtraumdarstellungen in den beiden genannten Werken Heines.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heinrich Heine, Traummotiv, Gesellschaftskritik, Romantik, Phantastik und Zensurüberlistung geprägt.
Während in der "Harzreise" vorwiegend abgegrenzte Nachtträume dominieren, verschwimmen in der "Reise von München nach Genua" die Grenzen zwischen Traum- und Wachbewusstsein in Form von Tagträumen und Zukunftsvisionen.
Die tote Maria fungiert als komplexe, ambivalente Symbolfigur, die u.a. als Allegorie auf die politischen Zustände in Italien und die leidende Frau in einer kränkelnden Gesellschaft gedeutet wird.
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