Diplomarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 1,70
1. Einleitung
2. Ablauf der tariflichen Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL
3. Brinkmanship – Spiel mit dem Abgrund
3.1 Allgemeine Darstellung des Spiels mit dem Abgrund
3.2. Lösungsansatz von Thomas C. Schelling
3.3. Beispiele für strategisches Verhalten
4. Anwendung der Spiele auf den Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL
4.1. Allgemeine Darstellung des Konflikts zwischen einem Unternehmen und einer Gewerkschaft ohne Durchsetzungsmöglichkeiten
4.2. Konkretisierung des Konflikts zwischen einem Unternehmen und einer Gewerkschaft mit der Einbeziehung des Elements einer Streikandrohung durch die Gewerkschaft
4.3. Darstellung der Beziehungen zwischen der Tarifgemeinschaft und der GDL
4.4. Darstellung der Beziehungen zwischen der Tarifgemeinschaft und der Deutschen Bahn AG
4.5. Analyse des Konflikts zwischen der GDL und der Deutschen Bahn AG
5. Anwendung strategischer Züge auf den Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG und der GDL
5.1. Anwendung strategischer Züge durch die GDL
5.1.1. Kompromiss ist ein Zeichen der Schwäche
5.1.2. Abgabe der Kontrolle über den Ausgang des Spiels
5.1.3. Vorgehen in kleinen Schritten
5.1.4. Aufteilung der Forderung
5.1.5. Unmöglichkeit von Kommunikation
5.2. Anwendung strategischer Züge durch die Bahn
5.2.1. Verwendung von Verträgen
5.2.2. Bedingungsloser Zug und Verhinderung von Rückzugsmöglichkeit
5.3. Gemeinsamer Einsatz von strategischen Zügen
5.3.1. Delegation von Entscheidungen
5.3.2. Einsetzen von Vermittlern
5.3.3. Aufbau von Ansehen
5.3.4. Versprechen
6. Abschlussbemerkungen und Fazit
Die Arbeit analysiert den Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG und der GDL unter Verwendung des spieltheoretischen Ansatzes von Thomas C. Schelling. Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob im Rahmen des Spiels mit dem Abgrund (Brinkmanship) eine Konfrontationsstrategie erfolgreich sein kann und wie dabei strategische Züge zur Durchsetzung von Forderungen eingesetzt werden.
Brinkmanship – Spiel mit dem Abgrund
"Brinkmanship is thus the deliberate creation of a recognizable risk of war, a risk that one does not completely control. It is the tactic of deliberately letting the situation get somewhat out of hand, just because its being out of hand may be intolerable to the other party and force his accommodation. It means harassing and intimidating an adversary by exposing him to a shared risk, or deterring him by showing that if he makes a contrary move he may disturb us so that we slip over the brink whether we want to or not, carrying him with us." - Schelling (1979, S. 200).
Der Kern des Spiels mit dem Abgrund besteht im absichtlichen Herbeiführen eines Risikos (Dixit und Nalebuff 1995, S. 201). Dabei wird der Gegenspieler explizit nicht mit der Gewissheit des Eintritts eines Ereignisses, sondern mit einem bestimmten Grad eines Risikos konfrontiert, dass ein für beide Seiten ungünstiges Ergebnis erreicht werden könnte. Damit soll der Gegenspieler zu einem bestimmten Handeln gezwungen werden. Das Kernelement des Spiels mit dem Abgrund ist die Drohung. So wird die Drohung in Verbindung mit dem Risiko zu einem strategischen Zug ausgebaut, durch den ein Spieler das Spiel glaubwürdig zu seinen Gunsten zu lenken beabsichtigt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die spieltheoretische Untersuchung von Tarifverhandlungen ein und definiert das Ziel, am Beispiel der Deutschen Bahn AG und der GDL die Erfolgsaussichten von Konfrontationsstrategien zu beleuchten.
2. Ablauf der tariflichen Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL: Dieses Kapitel skizziert die beteiligten Akteure und bietet eine chronologische Übersicht des Konfliktverlaufs als Grundlage für die spätere Analyse.
3. Brinkmanship – Spiel mit dem Abgrund: Es wird die allgemeine Form des Spiels mit dem Abgrund dargestellt und das Lösungskonzept von Thomas C. Schelling eingeführt.
4. Anwendung der Spiele auf den Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG und den Gewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL: Hier werden spieltheoretische Modelle entwickelt, um die Interdependenz und den Konflikt zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeber abzubilden.
5. Anwendung strategischer Züge auf den Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn AG und der GDL: Das Kapitel untersucht anhand konkreter Beispiele aus dem Tarifstreit, wie die GDL und die Bahn strategische Züge (z.B. Drohungen, Vertragsbindung, Kommunikation) in der Praxis einsetzten.
6. Abschlussbemerkungen und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der angewandten Brinkmanship-Strategie der GDL sowie die Rolle der externen Vermittler.
Spieltheorie, Tarifverhandlungen, Brinkmanship, strategische Züge, GDL, Deutsche Bahn AG, Arbeitskampf, Drohung, Selbstbindung, Verhandlungsmacht, Kommunikation, Vermittler, Tarifkonflikt, rationale Entscheidung, Spiel mit dem Abgrund
Die Arbeit befasst sich mit der spieltheoretischen Untersuchung von Tarifverhandlungen, insbesondere am Beispiel des Konflikts zwischen der Deutschen Bahn AG und der GDL.
Zentrale Themen sind die Strategie des Brinkmanship, das Konzept strategischer Züge nach Thomas C. Schelling und deren konkrete Anwendung in realen Tarifauseinandersetzungen.
Ziel ist es zu zeigen, ob eine Konfrontationsstrategie (Spiel mit dem Abgrund) in Tarifverhandlungen erfolgreich sein kann und durch welche Elemente sie bestimmt wird.
Es wird der spieltheoretische Ansatz verwendet, um Entscheidungsprozesse in Konfliktsituationen zu modellieren und zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert den chronologischen Konfliktverlauf und wendet spieltheoretische Konzepte wie Drohungen, Vertragsbindungen und Kommunikationsunterbrechungen auf die Aktionen der GDL und der Bahn an.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Brinkmanship, strategische Züge, Glaubwürdigkeit der Selbstbindung, rationale Entscheidungen und Verhandlungsmacht.
Die Kommunikation oder deren Unterbrechung ist entscheidend, um den Gegenspieler zu einer bestimmten Strategie zu bewegen, da sie die Bedingungen festlegt, unter denen der Konflikt gelöst werden kann.
Moderatoren wurden als Instrumente der Kommunikation analysiert, die zwar dabei helfen, Alternativen aufzuzeigen, aber ohne explizite Sanktionsmöglichkeiten oft an der Unverbindlichkeit ihrer Vorschläge scheitern.
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