Masterarbeit, 2021
85 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
1. Einleitung
2. Orthographie als System
2.1 Phonematisches Prinzip
2.2 Syllabisches Prinzip
2.3 Morphematisches Prinzip
3. Orthographische Phänomene und Strategien
3.1 Dehnungs-h
3.2 Auslautverhärtung
3.3 Konsonantengemination
3.4 Stammschreibung
3.5 Strategien
4. Wissen und Können im Bereich der Orthographie
4.1 Deklaratives Wissen
4.2 Prozedurales Wissen
4.3 Problemlösungswissen
4.4 Metakognitives Wissen
4.5 Zwischenresümee
5. Wissen verbalisieren (können) – explizites vs. implizites Wissen
6. Orthographisches Wissen und Können von (angehenden) Deutschlehrkräften und Sechstklässler*innen
6.1 Was müssen (angehende) Deutschlehrkräfte können und wissen?
6.2 Was müssen Schüler*innen der sechsten Klasse können und wissen?
7. Forschungsdesign
7.1 Fragestellung und Ziele
7.2 Stichprobenbeschreibung
7.3 Datenerhebung
7.3.1 Methodisches Vorgehen
7.3.2 Ablauf
7.4 Analyse des Erhebungsmaterials
7.5 Methodisches Vorgehen bei der Datenauswertung
8. Ergebnisse
8.1 Entwicklung des Kategoriensystems
8.2 Darstellung des Kategoriensystems
8.3 Ergebnisdarstellung
8.3.1 Carla: „
und kann man leicht verwechseln [...] hört sich gleich an aber ist halt_n unterschied“
8.3.2 Carla im Vergleich zur Gruppe der Schüler*innen
8.3.3 Jana: „ich glaub das nennt man auslautverhärtung“
8.3.4 Jana im Vergleich zur Gruppe der Studierenden
9. Zusammenfassung und Diskussion
9.1 Zusammenfassender Vergleich der beiden Proband*innengruppen
9.2 Einordnung der Ergebnisse in den Forschungsstand
9.3 Zusammenhang zwischen explizitem und implizitem orthographischem Wissen
9.4 Reflexion
9.5 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verbalisierungsvermögen von orthographischem Wissen bei Lehramtsstudierenden des Fachs Deutsch im Vergleich zu Schüler*innen der sechsten Klasse. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie explizites und implizites orthographisches Wissen in Fachgesprächen realisiert wird und welche Kompetenzen dies im Bereich der Rechtschreibberatung erfordert.
2. Orthographie als System
Grundlegend sei die deutsche Orthographie systematisch erklärbar. Allerdings sei sie aufgrund ihrer Eigenschaft als „historisch gewachsene[s] Gebilde“ als „System mit Idiosynkrasien (Ausnahmen)“ zu verstehen. Es gebe somit einen Teil, der systematisch aufgebaut ist und Regelmäßigkeiten aufweist, die erklärbar sind und einen idiosynkratischen Teil, der sich nicht diesen Regelmäßigkeiten zuordnen lässt. Daraus folge allerdings nicht, dass idiosynkratische Schreibungen nicht erklärbar sind. Auch die Begriffe Kernbereich und Peripherie werden in diesem Zusammenhang genutzt: Demnach sei der Kernbereich die Basis, also den phonographisch-silbischen und morphologischen Regularitäten entsprechend, durch welchen man „Einsichten in die Systematik der Wortschreibung im Deutschen“ erhalte. Der idiosynkratische Teil wird dabei als Peripheriebereich bezeichnet und enthält nicht reguläre Schreibungen.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Rechtschreibkompetenz und die Notwendigkeit, orthographisches Wissen verbalisieren zu können, um Schüler*innen beim Erwerb der Schriftsprache angemessen unterstützen zu können.
2. Orthographie als System: Dieses Kapitel erläutert die phonematischen, syllabischen und morphematischen Grundprinzipien der deutschen Orthographie als Basis für ein systematisches Verständnis von Rechtschreibung.
3. Orthographische Phänomene und Strategien: Hier werden spezifische Bereiche der Rechtschreibung wie das Dehnungs-h oder die Auslautverhärtung dargestellt und die entsprechenden orthographiebezogenen Strategien für den Unterricht beschrieben.
4. Wissen und Können im Bereich der Orthographie: Das Kapitel definiert verschiedene Wissensformen – explizites (deklaratives), prozedurales, sowie metakognitives Wissen – und deren Bedeutung für die Rechtschreibsicherheit.
5. Wissen verbalisieren (können) – explizites vs. implizites Wissen: Hier steht die Herausforderung im Mittelpunkt, unbewusst vorhandenes Können in explizites Wissen zu überführen und sprachlich darzustellen.
6. Orthographisches Wissen und Können von (angehenden) Deutschlehrkräften und Sechstklässler*innen: Die Anforderungen an das Wissen von Lehrkräften werden den Lernvoraussetzungen von Sechstklässlern gegenübergestellt.
7. Forschungsdesign: Dieses Kapitel legt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Untersuchung dar, inklusive der Erhebung mittels Verbalprotokollen (Lautes Denken) bei Studierenden und Schüler*innen.
8. Ergebnisse: Die Forschungsdaten werden ausgewertet, indem Fehleridentifikations-, Fehlerkorrektur- und Begründungsprozesse anhand eines Kategoriensystems analysiert werden.
9. Zusammenfassung und Diskussion: Die Ergebnisse werden im Vergleich der beiden Gruppen zusammengeführt und im Hinblick auf den Forschungsstand sowie für die didaktische Praxis reflektiert.
Deutsche Orthographie, Rechtschreibstrategien, Verbalisierung, prozedurales Wissen, explizites Wissen, Metakognition, Lehrerprofessionalität, Fehleranalyse, Auslautverhärtung, Dehnungs-h, Morphemkonstanz, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Schreibdidaktik, Qualitatives Interview, Rechtschreibberatung.
Der Fokus liegt auf der Untersuchung, wie orthographisches Wissen von angehenden Lehrkräften und Schüler*innen verarbeitet, reflektiert und verbal geäußert werden kann, um Fehler in der Rechtschreibung zu erklären.
Die Arbeit differenziert zwischen deklarativem Wissen (Regelwissen), prozeduralem Wissen (automatisierte Rechtschreibprozesse), Problemlösungswissen und metakognitivem Wissen (Wissen über das eigene Wissen).
Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Rechtschreibkompetenz und der Fähigkeit, diese Kompetenz für didaktische Zwecke explizit zu machen, bei verschiedenen Probandengruppen zu analysieren.
Es wurde eine qualitative empirische Untersuchung gewählt: Als Erhebungsmethode dienten leitfadengestützte Interviews mit der Technik des lauten Denkens (Verbalprotokolle).
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Verbalprotokolle, bei denen die Teilnehmenden zu zwölf gezielt ausgewählten Fehlerwörtern aus einem Kurztext explizite Korrekturerklärungen abgeben mussten.
Kritische Begriffe sind unter anderem Orthographie als System, prozedurales/explizites Wissen sowie didaktische Vermittlungskompetenz.
Die Studierenden zeigen einen bewussteren Umgang mit Fachtermini und können komplexere orthographische Strategien verbalisieren, während Schüler oft eher intuitiv oder auf Basis von Auslaut- und Silbenproben argumentieren.
Viele Teilnehmer (auch Studierende) hatten Schwierigkeiten, ihr implizites Rechtschreibkönnen in fachsprachlich korrekte und didaktisch sinnvolle Erklärungen zu übersetzen, was auf eine Defizienz im expliziten deklarativen Fachwissen hinweist.
Die Methode des lauten Denkens erwies sich teils als fordernd, ermöglichte aber Einblicke in metakognitive Steuerungsprozesse bei der Korrektur fehlerhafter Wörter, die bei einer bloßen Auswertung von Endprodukten verborgen geblieben wären.
Die Arbeit schlussfolgert, dass die reine linguistische Fachkenntnis nicht ausreicht; angehende Lehrkräfte müssen gezielt darin geschult werden, ihre impliziten Prozesse zu explizieren, um in der späteren Schulpraxis kompetente Rechtschreibberatung leisten zu können.
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