Magisterarbeit, 2006
132 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
I. Die Englische Schule
1. Die Englische Schule der Internationalen Beziehungen: Eine Einführung
1.1 Die Angemessenheit der Bezeichnung
1.2 Forschungsagenda
1.3 Kriterien zur Eingrenzung der Englischen Schule
1.4 Insider und Outsider
2. Die Englische Schule und das Modell der internationalen Gesellschaft
2.1 Die internationale Gesellschaft in Abgrenzung zum internationalen System und zur Weltgesellschaft
2.1.1 Das internationale System
2.1.2 Die internationale Gesellschaft
2.1.3 Die Weltgesellschaft
2.1.4 Zusammenfassung
2.2 Die internationale Ordnung und ihre Institutionen
2.2.1 Das Gleichgewicht der Mächte
2.2.2 Das Völkerrecht
2.2.3 Die Diplomatie
2.2.4 Die Großmächte
2.2.5 Die Funktion des Krieges
2.2.6 Zusammenfassung
2.3 Internationale Ordnung und Gerechtigkeit
2.4 Solidarismus und Pluralismus
3. Handelt es sich bei der Englischen Schule um eine Theorie? (Zwischenfazit)
II. Einordnung der Englischen Schule in die Theorien der Internationalen Beziehungen
1. Die drei Theorietraditionen
2. Traditionalismus versus Szientismus
2.1 Der Historizismus der Englischen Schule
2.2 Die Position der Englischen Schule in der Traditionalismusdebatte
3. Die Englische Schule im Vergleich mit anderen Theorien der Internationalen Beziehungen – Versuch einer Einordnung
3.1 Klassischer Realismus
3.1.1 Naturzustand / Menschenbild
3.1.2 Form der Internationalen Beziehung
3.1.3 Macht und Interessen
3.1.4 Methodologie
3.1.5 Klassischer Realismus und Englische Schule
3.2 Neorealismus
3.2.1 Naturzustand / Menschenbild
3.2.2 Form der Internationalen Beziehung
3.2.3 Macht und Interessen
3.2.4 Methodologie
3.2.5 Neorealismus und Englische Schule
3.3 Konstruktivismus
3.3.1 Naturzustand / Menschenbild
3.3.2 Form der Internationalen Beziehung
3.3.3 Macht und Interessen
3.3.4 Methodologie
3.3.5 Konstruktivismus und Englische Schule
4. Die Einordnung der Englischen Schule (Zwischenfazit)
III. Anwendungsbeispiel: Die Englische Schule und der Prozess der Europäischen Integration: Analyse- und Erklärungsversuche
IV. Die Bedeutung der Englischen Schule für das Studium der Internationalen Beziehungen (Schlussbetrachtung)
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Englische Schule (ES) innerhalb der Theorien der Internationalen Beziehungen (IB) zu verorten und ihren Status als eigenständige, ernstzunehmende Theorie zu demonstrieren. Dabei untersucht die Autorin das theoretische Fundament der ES sowie deren Anwendung auf aktuelle Phänomene der Weltpolitik.
Die internationale Gesellschaft
Die zentrale Kategorie in der ES ist allerdings nicht das internationale System, sondern die internationale Gesellschaft bzw. die Staatengesellschaft. Die Vorstellung der ‚international society of states’ ist ungefähr 400 Jahre alt, aufgrund von Veränderungen in der Sprache wurde der Begriff jedoch nicht immer auf diese Art verwendet. Den Politikwissenschaftlern Chris Brown, Terry Nardin und Nicholas Rengger folgend können unter anderem Hugo Grotius, Friedrich von Gentz, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant mit der Idee der internationalen Gesellschaft in Verbindung gesetzt werden. Indessen benennt die ES Charles Manning, der in den 30er Jahren an der LSE unterrichtet hat, als Urheber dieser Idee.
Ausgangspunkt der Definition der internationalen Gesellschaft ist die Annahme, dass die Staaten im losen, ungeordneten internationalen System ihre eigenen Interessen verfolgen, während sie in einer Konstellation, in welcher sie an Normen und gegenseitige Abhängigkeiten gebunden sind, eine internationale Gesellschaft gestalten, in der sie ihre gegenseitigen Interessen beachten. Die Akteure der internationalen Gesellschaft sind die souveränen Staaten – in den Worten Mannings „those quasi persons, the sovereign states“. Diese sind unabhängig von äußerem Einfluss und haben die volle und exklusive Kompetenz in innenpolitischen Angelegenheiten, inklusive der Gestaltung und Implementierung ihrer eigenen Außenpolitik. Eine Staatengesellschaft oder internationale Gesellschaft entsteht, wenn eine Gruppe von Staaten sich aufgrund gemeinsamer Interessen und Werte durch ein Regelsystem verbunden fühlt und über gemeinsame Institutionen verfügt, wie z.B. die Diplomatie, das Völkerrecht, Regeln für den Kriegsfall oder allgemeine, internationale Organisationen.
Einleitung: Die Einleitung führt in die Disziplin der Internationalen Beziehungen ein und skizziert die Entwicklung des Idealismus und Realismus als theoretische Gegenpole, bevor die Englische Schule als eigenständiger Ansatz eingeführt wird.
I. Die Englische Schule: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Darlegung der Englischen Schule, insbesondere dem zentralen Konzept der internationalen Gesellschaft, ihrer Abgrenzung zum internationalen System und der Rolle von Ordnungsinstitutionen.
II. Einordnung der Englischen Schule in die Theorien der Internationalen Beziehungen: Hier erfolgt eine Einordnung der ES in das Spektrum bestehender Theorien, indem sie mit den drei klassischen Theorietraditionen sowie dem Realismus, Neorealismus und Konstruktivismus verglichen wird.
III. Anwendungsbeispiel: Die Englische Schule und der Prozess der Europäischen Integration: Analyse- und Erklärungsversuche: Dieses Kapitel prüft, inwiefern die theoretischen Ansätze der ES zur Analyse der Europäischen Union und ihres Integrationsprozesses beitragen können.
IV. Die Bedeutung der Englischen Schule für das Studium der Internationalen Beziehungen (Schlussbetrachtung): Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die Zukunftsperspektiven der Englischen Schule innerhalb der IB.
Englische Schule, Internationale Beziehungen, Internationale Gesellschaft, Internationales System, Weltgesellschaft, Realismus, Neorealismus, Konstruktivismus, Europäische Integration, Pluralismus, Solidarismus, Ordnung, Gerechtigkeit, Institutionen, Theoriebildung
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der Englischen Schule der Internationalen Beziehungen, ihrer theoretischen Grundlagen, ihrer Einordnung in das Disziplinspektrum sowie ihrer Anwendbarkeit auf die Europäische Integration.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von System, Gesellschaft und Weltgesellschaft, die Untersuchung von Ordnungsinstitutionen sowie der Vergleich mit anderen Theorien der Internationalen Beziehungen.
Das Ziel ist es, die Englische Schule aus ihrer Randposition innerhalb der IB zu lösen und ihr theoretisches Potenzial als eigenständiger, systematischer Ansatz aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt den klassischen, interpretativen Ansatz der Englischen Schule, der Theorie und Geschichte miteinander verknüpft und auf philosophische sowie historische Analyse setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darlegung der Englischen Schule, einen detaillierten Vergleich mit Realismus, Neorealismus und Konstruktivismus sowie eine Anwendung auf das Fallbeispiel der Europäischen Union.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internationale Gesellschaft, Pluralismus, Solidarismus, Anarchie, Ordnungsinstitutionen und Europäische Integration charakterisiert.
Der Neorealismus wird als systemischer Ansatz dargestellt, der sich stärker auf strukturelle Erklärungen und Machtverteilung konzentriert, während die Englische Schule den gesellschaftlichen und normativen Charakter der internationalen Beziehungen hervorhebt.
Die Europäische Union gilt als "casus sui generis" und als fortgeschrittenes Beispiel für eine internationale Gesellschaft, an dem sich die Konzepte der Englischen Schule – besonders das Spannungsfeld zwischen Pluralismus und Solidarismus – besonders gut demonstrieren lassen.
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