Diplomarbeit, 2008
129 Seiten, Note: 1,7
A EINHEIT UND VIELFALT DES PEREGRINA-ZYKLUS’
1. THEMATISCHE EINGRENZUNG
2. ZIELSETZUNG UND METHODISCHE VORGEHENSWEISE
B ENTWICKLUNG UND AUFNAHME DER PEREGRINA-DICHTUNG
1. URBILD – DIE SCHÖNE FREMDE MARIA MEYER
Exkurs: Eine andere Perspektive
2. VORBILD: LITERARISCHE REMINISZENZEN
3. BILDENTWICKLUNG: DIE TEXTGENESE UND DAS PROBLEM DER DATIERUNG
3.1 Mörikes dichterischer Arbeitsprozess
3.2 Chronologie und Entstehungszeiträume der Gedichte
4. ÖFFENTLICHKEITSBILD: ZEITGENÖSSISCHE REZEPTION IN WORT UND BILD
Exkurs: Vertonungen
C DER GEDICHTZYKLUS UND SEINE VARIANTEN
1. DAS SPIEGELBILD: PEREGRINA I
1.1 Die Verführung
1.2 Die Doppelung der Verführung
2. DAS HOCHZEITSBILD: PEREGRINA II
2.1 Das ‚fantastische’ Umfeld der Hochzeit
Exkurs: Phantasmagorie
2.2 Die seltsame Braut
2.3 Der Lust-Garten
2.4 Der magische und der erotische Liebesbund
3. DAS TRUGBILD: PEREGRINA III
3.1 Der Liebesverrat
Exkurs: Das Prinzip Verstoßung
3.2 Wahnsinn und Schuldfrage
3.3 Die Rückwirkung der Verstoßung
3.3.1 Zwischen Welt und „Heideland“ – Varianten von 1824 - 1856
3.3.2 Der Zwang des Zauberfadens – Varianten ab 1867
4. DAS „BILDNIß MITLEID-SCHÖNER QUAL“: PEREGRINA IV
5. DAS HEILIGENBILD: PEREGRINA V
5.1 Die Büßerin am Pfahl
5.2 Der endgültige Verlust
D DIE PEREGRINADICHTUNG IM WERKKONTEXT DES „MALER NOLTEN“
1. „ER HAT MIR’S GESCHWOREN“ – DIE BINDUNG DES MANNES AN DAS WEIBLICHE ELEMENTARWESEN
2. MAGISCHE SCHICKSALSORTE
3. ABBILDER PEREGRINAS
3.1 Agnes, die hysterische Pastorentochter
3.2 Elisabeth, die unschuldige Verführerin
E EDUARD MÖRIKES PROZESS „MITLEID-SCHÖNER QUAL“
1. TENDENZEN IM VERLAUF DER PEREGRINA-DICHTUNG
2. DIE PEREGRINA-DICHTUNG UND MÖRIKES LITERARISCHE ÄSTHETIK
3. FAZIT
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung der Peregrina-Gedichte von Eduard Mörike über einen Zeitraum von über vierzig Jahren (1824–1867). Das Hauptziel besteht darin, die zahlreichen Varianten und Überarbeitungen innerhalb der verschiedenen Druckfassungen zu vergleichen, um mögliche Trends in Mörikes Schaffensprozess – insbesondere eine Tendenz zur Verharmlosung und Entmythifizierung – zu identifizieren und in den literaturwissenschaftlichen Kontext einzuordnen.
3.1 Mörikes dichterischer Arbeitsprozess
Bevor auf die Datierung der diversen Varianten eingegangen wird, soll in diesem Zusammenhang Mörikes schriftstellerische Vorgehensweise dargestellt werden. Ein Kennzeichen der Mörike’schen Lyrik ist das verhältnismäßig rasche Verfassen von Gedichten innerhalb weniger Stunden, gerade wenn sie für bestimmte Personen gedacht sind; für die Veröffentlichungen hingegen unterzieht er seine Lyrik oft einem Prozess der Umarbeitung. Dieser Prozess scheint dabei motiviert vom Perfektionieren eines bereits fertigen Textes, der durchaus bereits publiziert sein kann. Mörike feilt Zeit seines Lebens an den Peregrina-Gedichten und stellt sie in seiner ersten Gedichtsammlung bereits als Gruppe aus. Für ihn ist das Vielgestaltige ein wichtiger Aspekt seiner literarischen Ästhetik.
Das Werkzeug dazu besitzt er, denn er verfügt über umfangreiches theologisches Wissen, kennt sich in der Antike bestens aus, scheut sich nicht vor ungewöhnlichen Wortkompositionen und lebt im Wechsel der literarischen Strömungen, sodass er in seiner Lyrik eigenständig mit verschiedenen Elementen, gerade im metrischen Bereich, experimentieren kann.
A EINHEIT UND VIELFALT DES PEREGRINA-ZYKLUS’: Einführung in die Thematik und Definition des Forschungsziels, die Peregrina-Gedichte als Variationszyklus zu untersuchen.
B ENTWICKLUNG UND AUFNAHME DER PEREGRINA-DICHTUNG: Historische und biografische Analyse des Urbilds Maria Meyer sowie Darstellung der literarischen Einflüsse und zeitgenössischen Rezeption.
C DER GEDICHTZYKLUS UND SEINE VARIANTEN: Detaillierte philologische Untersuchung der fünf Peregrina-Gedichte und ihrer spezifischen Veränderungen über die Jahrzehnte hinweg.
D DIE PEREGRINADICHTUNG IM WERKKONTEXT DES „MALER NOLTEN“: Analyse der Funktion der Gedichte als lyrische Einschübe im Roman und deren Bedeutung für die Charakterisierung der weiblichen Figuren.
E EDUARD MÖRIKES PROZESS „MITLEID-SCHÖNER QUAL“: Synthese der Ergebnisse mit dem Fokus auf die Tendenz zur Entdämonisierung und die literarische Ästhetik des Dichters.
Eduard Mörike, Peregrina-Zyklus, Maler Nolten, Maria Meyer, Textgenese, Literaturwissenschaft, Lyrikanalyse, Biedermeier, romantische Dichtung, Motivgeschichte, Wahnsinn, Entmythifizierung, Variantenforschung, Intertextualität.
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Fassungen der Peregrina-Gedichte von Eduard Mörike und fragt danach, wie sich der Zyklus über vier Jahrzehnte hinweg verändert hat.
Neben der Textgeschichte stehen der biografische Kontext (Maria Meyer), die literarischen Vorbilder und die Funktion der Lyrik innerhalb des Romans "Maler Nolten" im Mittelpunkt.
Es soll geklärt werden, ob Mörike durch seine lebenslangen Überarbeitungen eine systematische Verharmlosung und Entmythifizierung der dämonischen Elemente des Zyklus angestrebt hat.
Die Arbeit nutzt eine deduktive, textanalytische Herangehensweise, die philologische Datierung mit einer literaturwissenschaftlichen Interpretation der variierenden Textstellen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Biografie, Vorbilder), die detaillierte Gedichtanalyse der fünf Peregrina-Stücke und die Einordnung in den Werkkontext des "Maler Nolten".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Peregrina-Zyklus", "Mörikes Ästhetik", "Textgenese" und "Entdämonisierung" geprägt.
Sie gilt als das biografische "Urbild" der Peregrina, wobei die Autorin betont, dass die Gedichte nicht eins zu eins als Liebesdokumentation zu lesen sind, sondern als literarische Stilisierung.
Die Tendenz geht dahin, die dämonischen, wahnsinnigen Züge der Figur zu mildern und sie in ein bürgerlicheres, menschlicheres Umfeld zu rücken, während mythische Anspielungen zunehmend zugunsten eines realistischeren Erzählstils reduziert werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

